VW zerlegt Altfahrzeuge

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Volkswagen hat am Mittwoch, 28. Oktober 2026, im sächsischen Zwickau seine erste industrielle Demontagelinie eröffnet. In dem Werk sollen künftig nicht nur Elektroautos gebaut, sondern auch gebrauchte Fahrzeuge zerlegt, Bauteile wiederverwendet und Rohstoffe zurückgewonnen werden. Der Konzern will damit ein zusätzliches Geschäftsfeld aufbauen und neue Beschäftigungsperspektiven schaffen.

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Erste Demontagelinie in Zwickau gestartet

Die neue Demontagelinie in Zwickau verfügt zunächst über acht Arbeitsstationen. Dort werden vor allem Vorserienfahrzeuge zerlegt, später sollen auch reguläre Altfahrzeuge hinzukommen. Die Anlage ging nach Angaben von Volkswagen drei Monate früher als ursprünglich geplant in Betrieb.

Ziel ist es, funktionsfähige Fahrzeugkomponenten erneut zu nutzen und verwertbare Rohstoffe in den Produktionskreislauf zurückzuführen. Dafür werden unter anderem Türen, Stoßfänger, Motoren und Getriebebauteile ausgebaut und geprüft.

Die gebrauchten Originalteile sollen über Vertragshändler, Servicepartner, unabhängige Werkstätten und Teilehändler angeboten werden. Erste Gebrauchtteile aus Zwickau befinden sich nach Konzernangaben bereits seit Juli 2026 im Vertrieb.

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Sachsen fördert Projekt mit Millionen

Für die bisher abgeschlossenen Umbauarbeiten investierte Volkswagen rund acht Millionen Euro. Die technische Einrichtung und das Genehmigungsverfahren dauerten insgesamt neun Monate.

In den kommenden Jahren plant der Konzern Investitionen von bis zu 90 Millionen Euro in den Aufbau seines Zentrums für Kreislaufwirtschaft. Der Freistaat Sachsen unterstützt das Gesamtprojekt mit Fördermitteln von bis zu 10,7 Millionen Euro.

Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter sieht in der neuen Anlage eine Möglichkeit, zusätzliche industrielle Wertschöpfung in der Region aufzubauen. Mit der Wiederverwendung von Fahrzeugkomponenten könnten nach Einschätzung der Landesregierung außerdem Rohstoffabhängigkeiten und Umweltbelastungen verringert werden.

Bis zu 1.000 Beschäftigte vorgesehen

Für 2027 plant Volkswagen, jährlich 4.100 Fahrzeuge im Zweischichtbetrieb zu zerlegen. Dafür sind 100 Beschäftigte vorgesehen, die nach Unternehmensangaben bereits entsprechend umgeschult wurden.

Langfristig soll der neue Geschäftsbereich bis zu 1.000 Menschen beschäftigen. Eine im Januar vorgestellte Planung sieht vor, die Kapazität bis 2030 schrittweise auf 15.000 Fahrzeuge jährlich zu erhöhen.

Bei diesen Angaben handelt es sich um Ausbauziele. Ob die vorgesehenen Beschäftigtenzahlen tatsächlich erreicht werden, hängt auch davon ab, wie sich das neue Geschäft wirtschaftlich entwickelt.

Neue Perspektive für das VW-Werk

Für den Standort Zwickau hat der Aufbau des Recyclinggeschäfts besondere Bedeutung. Das Werk wurde in den vergangenen Jahren vollständig auf die Produktion von Elektroautos umgestellt. Rund 8.000 Menschen arbeiten dort.

Gleichzeitig ist die langfristige Zukunft der Fahrzeugfertigung weiterhin offen. Volkswagen prüft im Rahmen seines konzernweiten Sparkurses die künftige Auslastung mehrerer deutscher Werke. Dazu gehört auch Zwickau. Die Recyclingaktivitäten sollen die bestehende Fahrzeugproduktion ergänzen, können sie angesichts der zunächst vorgesehenen Beschäftigtenzahl jedoch nicht vollständig ersetzen.

Der Einstieg in die Kreislaufwirtschaft war bereits Bestandteil der Tarifvereinbarungen zwischen Volkswagen und der Arbeitnehmerseite vom Dezember 2024.

Recycling soll Rohstoffe zurückbringen

Volkswagen will Zwickau zu seinem zentralen Kompetenzstandort für Kreislaufwirtschaft entwickeln. Dort sollen Verfahren erprobt werden, die später auch an anderen Standorten und gemeinsam mit europäischen Partnern eingesetzt werden können.

Neben dem Ersatzteilgeschäft steht die Rückgewinnung von Rohstoffen im Mittelpunkt. Wiederverwertete Materialien könnten künftig einen Teil der bisher benötigten neuen Rohstoffe ersetzen. Dadurch will der Konzern seine Abhängigkeit von internationalen Lieferketten verringern.

Ob sich daraus langfristig ein wirtschaftlich tragfähiges Geschäft entwickelt, ist noch offen. Entscheidend sind unter anderem die verwertbaren Materialmengen, die Kosten der Demontage und die erzielbaren Verkaufspreise.

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