
Der Google-Mutterkonzern Alphabet hat im dritten Quartal 2026 deutlich mehr Umsatz erzielt. Besonders stark entwickelte sich das Geschäft mit Cloud-Diensten und künstlicher Intelligenz. Gleichzeitig ging der Nettogewinn zurück, während die Investitionen in Rechenzentren weiter zunahmen. Die Alphabet-Aktie verlor nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen am Mittwoch, 28. Oktober 2026, im nachbörslichen US-Handel deutlich an Wert.
Alphabet erwirtschaftete von Juli bis September einen Umsatz von 127,6 Milliarden US-Dollar. Das entsprach einem Anstieg um 25 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, als der Konzern 102,3 Milliarden Dollar umgesetzt hatte.
Das operative Ergebnis erhöhte sich um rund 30 Prozent auf 40,6 Milliarden Dollar. Die operative Gewinnmarge erreichte 31,8 Prozent.
Anders entwickelte sich der Nettogewinn, der den Stammaktionären zusteht. Er sank von knapp 35 Milliarden auf 26,2 Milliarden Dollar. Der verwässerte Gewinn je Aktie fiel von 2,87 auf 2,12 Dollar.
Wesentlich zu diesem Rückgang trugen Verluste aus Beteiligungen bei. Alphabet verbuchte im dritten Quartal einen Verlust von rund 8,7 Milliarden Dollar aus Aktienbeteiligungen, nachdem im entsprechenden Vorjahreszeitraum noch erhebliche Gewinne angefallen waren.
Der größte Wachstumstreiber war Google Cloud. Die Sparte steigerte ihren Quartalsumsatz um 103 Prozent von 15,2 auf 30,7 Milliarden Dollar. Das operative Ergebnis des Cloud-Geschäfts erhöhte sich von 3,6 auf 11,1 Milliarden Dollar.
Nach Angaben von Alphabet profitierte die Sparte insbesondere von der Nachfrage nach KI-Infrastruktur, Unternehmensanwendungen und eigenen KI-Chips. Auch der Verkauf von TPU-Systemen habe zum Wachstum beigetragen.
Das klassische Google-Geschäft blieb ebenfalls auf Wachstumskurs, entwickelte sich jedoch langsamer. Die Einnahmen aus der Google-Suche und verwandten Angeboten stiegen um zwölf Prozent auf 63,4 Milliarden Dollar. Die Werbeerlöse von YouTube erreichten 11,2 Milliarden Dollar.
Insgesamt erzielte die Sparte Google Services einen Umsatz von 96,3 Milliarden Dollar, elf Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Damit bleibt das Geschäft mit Suche, Werbung und digitalen Diensten die größte Einnahmequelle des Konzerns.
Parallel zum starken Cloud-Wachstum steigen die Investitionsausgaben deutlich. Alphabet gab im dritten Quartal rund 51,4 Milliarden Dollar für Sachanlagen aus. Im Vorjahreszeitraum waren es knapp 24 Milliarden Dollar gewesen.
Ein wesentlicher Teil dieser Investitionen dient dem Ausbau der technischen Infrastruktur. Dazu gehören Rechenzentren, Server und die für KI-Anwendungen benötigte Rechenleistung.
Der operative Cashflow erreichte 42,3 Milliarden Dollar. Da die Ausgaben für Sachanlagen darüber lagen, entstand ein negativer freier Cashflow von rund 9,1 Milliarden Dollar. Bereits im zweiten Quartal hatte diese Kennzahl mit etwa 5,9 Milliarden Dollar im Minus gelegen.
Die Entwicklung verdeutlicht die finanziellen Dimensionen des KI-Ausbaus. Alphabet erzielt zusätzliche Einnahmen durch Cloud-Dienste und KI-Produkte, muss dafür aber erhebliche Mittel in die technische Infrastruktur investieren.
An der US-Technologiebörse Nasdaq hatte die Alphabet-Aktie der Klasse A (GOOGL) den regulären Handel am Mittwoch bei 324,89 US-Dollar beendet.
Nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen geriet das Papier unter Druck. Um 21.41 Uhr deutscher Zeit, entsprechend 16.41 Uhr in New York, notierte die Aktie laut den von StockTitan ausgewiesenen Nasdaq-Kursdaten nachbörslich bei 294,20 Dollar. Das entsprach einem Rückgang um rund 9,4 Prozent gegenüber dem regulären Schlusskurs.
Die nachbörslichen Kurse können stärker schwanken als während der regulären Handelszeiten. Der weitere Kursverlauf war zu diesem Zeitpunkt noch offen.
Die Quartalszahlen machen deutlich, wie stark das Geschäft mit künstlicher Intelligenz und Cloud-Infrastruktur inzwischen zur wirtschaftlichen Entwicklung von Alphabet beiträgt.
Während die Google-Suche weiterhin erhebliche Werbeeinnahmen erwirtschaftet, entfällt ein wachsender Anteil des zusätzlichen Umsatzes auf Google Cloud. Zugleich steigen die Investitionen in die Infrastruktur für neue KI-Anwendungen.
Für Alphabet ergibt sich daraus eine wirtschaftliche Herausforderung: Das Wachstum des Cloud-Geschäfts muss mit dem hohen Kapitalaufwand für Rechenzentren und KI-Technologie in Einklang gebracht werden. Die Zahlen für das dritte Quartal zeigen, dass der Konzern operativ mehr verdient, seine Investitionsausgaben aber derzeit den Mittelzufluss aus dem laufenden Geschäft übersteigen.
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