Galeria-Krise trifft Fiege-Logistik

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Symbolbild: Evan Wise

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Der Logistikdienstleister Fiege hat für Gesellschaften am Standort Unna Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Betroffen sind rund 1.250 Beschäftigte, die im zentralen Warenlager der insolventen Warenhauskette Galeria arbeiten. Der Betrieb soll mindestens bis zum 31. Dezember 2026 fortgeführt werden. Für die Zeit danach gibt es noch keine gesicherte Perspektive.

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Fiege-Insolvenz betrifft 1.250 Beschäftigte

Die erneute Insolvenz der Warenhauskette Galeria hat unmittelbare Folgen für ihren Logistikdienstleister. Fiege hat für Gesellschaften am Logistikstandort Unna ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eingeleitet. Dort werden die Warenbewegungen für die bundesweit 83 Galeria-Warenhäuser organisiert.

Rund 1.250 Menschen arbeiten an dem Standort. Ihre berufliche Zukunft ist durch die wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Auftraggebers unsicher geworden. Die Insolvenzanträge bedeuten allerdings nicht, dass bereits sämtliche Arbeitsplätze gestrichen werden.

Die Verfahren betreffen Gesellschaften am Standort Unna. Eine Insolvenz des gesamten Fiege-Konzerns ist damit nicht verbunden. Das Logistikunternehmen betreibt in Deutschland zahlreiche weitere Standorte.

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Galeria ist bislang einziger Auftraggeber

Das Logistikzentrum in Unna übernimmt eine zentrale Funktion in der Warenversorgung von Galeria. Von dort aus werden Waren für die Filialen des Handelsunternehmens verteilt. Der Standort ist bisher vollständig auf Galeria als Auftraggeber ausgerichtet.

Diese Abhängigkeit gewinnt durch das erneute Insolvenzverfahren der Warenhauskette an Bedeutung. Galeria hatte Anfang Oktober 2026 erneut Insolvenz angemeldet. Das Amtsgericht Düsseldorf ordnete daraufhin ein vorläufiges Insolvenzverfahren an.

Für Fiege bedeutet die wirtschaftliche Unsicherheit des Großkunden, dass auch die langfristige Auslastung des Logistikzentrums nicht gesichert ist. Welche Veränderungen bei den künftigen Aufträgen und Kosten erforderlich werden, ist bislang offen.

Lagerbetrieb bis Ende Dezember vereinbart

Trotz der Insolvenzanträge soll das Logistikzentrum zunächst weiterarbeiten. Fiege und Galeria haben eine Vereinbarung über die Fortsetzung der Zusammenarbeit bis zum 31. Dezember 2026 getroffen.

Damit ist die weitere Belieferung der Warenhäuser für die verbleibenden Wochen des Jahres vereinbart. Gerade vor dem Weihnachtsgeschäft ist diese Regelung für den laufenden Betrieb der Warenhauskette von Bedeutung.

Fiege bemüht sich zugleich darum, zusätzliche Kunden für das Logistikzentrum zu gewinnen. Ziel des Unternehmens ist es, den Standort langfristig zu erhalten. Konkrete neue Aufträge, mit denen sich die bisherige Beschäftigung dauerhaft sichern ließe, waren zunächst nicht bekannt.

Zusammenarbeit wurde 2025 neu organisiert

Fiege und Galeria hatten ihre langjährige Geschäftsbeziehung erst Anfang 2025 neu aufgestellt. Zuvor hatten beide Unternehmen über mehrere Jahre gemeinsam die Logistik am Standort Unna organisiert.

Im Januar 2025 kündigten sie an, die bisherigen Gemeinschaftsstrukturen durch ein Dienstleistungsmodell zu ersetzen. Fiege übernahm dabei sowohl den operativen Betrieb des Zentrallagers als auch die Transporte zu den Galeria-Filialen.

Die Neuorganisation sollte Lagerbestände und Transportabläufe effizienter gestalten. Außerdem war vorgesehen, die technischen Systeme der Logistik zu modernisieren.

Die erneute Insolvenz von Galeria stellt die wirtschaftlichen Voraussetzungen dieser Zusammenarbeit nun infrage. Die Warenhauskette befindet sich zum vierten Mal innerhalb von sechs Jahren in einem Insolvenzverfahren.

Insolvenzgeld für die Beschäftigten

Die Beschäftigten in Unna wurden nach Angaben von Fiege bereits am Dienstag über die Entwicklung informiert. Für ihre Löhne und Gehälter soll Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit eingesetzt werden.

Das Insolvenzgeld ersetzt unter den gesetzlichen Voraussetzungen ausstehendes Arbeitsentgelt für einen Zeitraum von bis zu drei Monaten. Es entspricht grundsätzlich dem Nettolohn, wobei gesetzliche Obergrenzen gelten.

Die Insolvenz in Eigenverwaltung soll es den betroffenen Gesellschaften ermöglichen, ihre Geschäfte unter gerichtlicher Aufsicht weiterzuführen. Anders als bei einem regulären Insolvenzverfahren bleibt die Unternehmensführung bei gerichtlich angeordneter Eigenverwaltung grundsätzlich selbst für den Geschäftsbetrieb verantwortlich. Ein Sachwalter überwacht das Verfahren.

Ob die bisherigen Beschäftigungsverhältnisse am Standort über das Jahresende hinaus vollständig erhalten bleiben können, ist noch nicht geklärt.

Zukunft der Galeria-Logistik offen

Die Fiege-Logistik in Unna ist eng mit der weiteren Entwicklung der Warenhauskette verbunden. Galeria betreibt derzeit 83 Warenhäuser in Deutschland und beschäftigt insgesamt rund 11.250 Menschen.

Für einen Großteil der Galeria-Beschäftigten wurde Mitte Oktober Insolvenzgeld bewilligt. Dadurch konnte der Geschäftsbetrieb der Warenhäuser vorerst stabilisiert werden.

Die separate Insolvenz der Fiege-Gesellschaften macht jedoch deutlich, dass die wirtschaftlichen Schwierigkeiten von Galeria auch Unternehmen betreffen, die außerhalb des eigentlichen Einzelhandels für den Konzern tätig sind.

Für den Logistikstandort in Unna kommt es nun darauf an, ob Galeria seine Warenversorgung auch nach Dezember in der bisherigen Form fortsetzt und ob Fiege weitere Auftraggeber gewinnen kann. Eine dauerhafte Lösung für die rund 1.250 Beschäftigten stand am 29. Oktober noch nicht fest.

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