
Der Mannheimer Schmierstoffhersteller Fuchs hebt die Gewinnprognose für das Geschäftsjahr 2026 erneut an. Nach einem deutlichen Umsatz- und Ergebniswachstum in den ersten neun Monaten erwartet der Konzern inzwischen einen operativen Gewinn von rund 500 Millionen Euro. Der am Freitag, 30. Oktober 2026, veröffentlichte Quartalsbericht bestätigt die bereits Mitte Oktober vorgelegten vorläufigen Zahlen. Gleichzeitig verweist das Unternehmen auf anhaltende Risiken durch hohe Rohstoffkosten und Lieferengpässe.
In den ersten neun Monaten 2026 erzielte Fuchs einen Umsatz von 3,126 Milliarden Euro. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren es 2,700 Milliarden Euro. Damit stiegen die Erlöse um 426 Millionen Euro beziehungsweise 16 Prozent.
Noch stärker entwickelte sich das operative Ergebnis. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) erhöhte sich von 326 auf 409 Millionen Euro. Das entspricht einem Wachstum von 25 Prozent. Die operative Gewinnmarge verbesserte sich von 12,1 auf 13,1 Prozent.
Auch unter dem Strich verdiente Fuchs mehr. Das Ergebnis nach Steuern stieg um 23 Prozent auf 281 Millionen Euro. Im Vorjahr waren es 228 Millionen Euro gewesen.
Besonders deutlich fiel die Ergebnisverbesserung im dritten Quartal aus. Von Juli bis September erwirtschaftete Fuchs ein EBIT von 149 Millionen Euro. Im Vorjahresquartal waren es 117 Millionen Euro. Damit stieg das operative Ergebnis um rund 27 Prozent.
Aus den veröffentlichten Halbjahres- und Neunmonatszahlen ergibt sich für das dritte Quartal ein Umsatz von 1,123 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor waren es 896 Millionen Euro. Das entspricht einem Anstieg von rund 25 Prozent.
Das Ergebnis nach Steuern erreichte im dritten Quartal rechnerisch 103 Millionen Euro, nach 84 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Damit verbesserte sich auch der Nettogewinn deutlich.
Aufgrund der positiven Geschäftsentwicklung erwartet Fuchs für das Gesamtjahr 2026 nun ein EBIT von rund 500 Millionen Euro. Zuvor hatte der Konzern mit 460 bis 480 Millionen Euro gerechnet.
Bereits im Sommer war die Prognose von ursprünglich rund 450 Millionen Euro angehoben worden. Die erneute Anpassung hatte Fuchs am 19. Oktober angekündigt. Der operative Gewinn des gesamten Jahres 2025 lag bei 435 Millionen Euro.
Auch die Umsatzerwartung wurde konkretisiert. Für 2026 rechnet das Unternehmen inzwischen mit Erlösen von rund 4,1 Milliarden Euro. Die bisherige Prognose hatte deutlich mehr als 3,7 Milliarden Euro vorgesehen.
Zusätzlich erwartet Fuchs beim sogenannten Fuchs Value Added, einer Kennzahl zur wirtschaftlichen Wertschaffung, rund 300 Millionen Euro.
Das Wachstum des Schmierstoffherstellers beruht nach Unternehmensangaben auf mehreren Faktoren. Im ersten Halbjahr hatten insbesondere höhere Absatzmengen zum Umsatzanstieg beigetragen. Im dritten Quartal spielten dagegen steigende Verkaufspreise eine größere Rolle.
Fuchs verweist dabei auf die Auswirkungen der Konflikte in der Golfregion. Beeinträchtigte Handelsrouten und Produktionsanlagen hätten zu Engpässen bei wichtigen Rohstoffen geführt. Vor allem bestimmte Grundöle seien weiterhin teuer und teilweise nur eingeschränkt verfügbar.
Zum Umsatzwachstum trug außerdem die vollständige Übernahme eines bisherigen Gemeinschaftsunternehmens in der Türkei bei. Daraus ergab sich nach neun Monaten ein zusätzlicher Umsatzbeitrag von 68 Millionen Euro.
Regional entwickelte sich das Geschäft ebenfalls positiv. In Europa, dem Nahen Osten und Afrika stiegen die Umsätze um 17 Prozent. Im asiatisch-pazifischen Raum erreichte Fuchs ein Plus von 13 Prozent, in Nord- und Südamerika von 14 Prozent.
Die steigenden Rohstoffpreise wirken sich allerdings auf die Finanzlage aus. Während Umsatz und Gewinn zulegten, verringerte sich der freie Cashflow vor Akquisitionen deutlich.
In den ersten neun Monaten lag diese Kennzahl bei 92 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 181 Millionen Euro gewesen. Das entspricht einem Rückgang um 49 Prozent.
Als wesentlichen Grund nennt Fuchs den inflationsbedingt höheren Kapitalbedarf für Vorräte und Forderungen. Für das Gesamtjahr rechnet das Unternehmen weiterhin mit einem freien Cashflow vor Akquisitionen deutlich unter 270 Millionen Euro.
Trotz der angehobenen Jahresprognose bleibt der Konzern für die letzten drei Monate des Jahres vorsichtig. Vorstandschef Stefan Fuchs rechnet damit, dass sich die Absatzentwicklung zum Jahresende verlangsamt.
Hintergrund sind unter anderem vorgezogene Bestellungen aus dem ersten Halbjahr. Hinzu kommen saisonale Einflüsse, da das vierte Quartal wegen der Feiertage traditionell schwächer ausfällt.
Zudem bestehen nach Einschätzung des Unternehmens weiterhin Unsicherheiten bei Rohstoffverfügbarkeit, Kosten und Gewinnmargen. Fuchs geht deshalb nicht davon aus, dass sich das außergewöhnlich starke Ergebnis des dritten Quartals in gleicher Höhe fortsetzen lässt.
Dennoch soll der Umsatz im Schlussquartal gegenüber dem Vorjahr weiter wachsen, wobei das Unternehmen vor allem mit inflationsbedingten Preissteigerungen rechnet.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu