Berentzen-Gruppe unterstützt Übernahme durch US-Konzern Sazerac

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Die geplante Übernahme der Berentzen-Gruppe durch den amerikanischen Spirituosenkonzern Sazerac hat eine weitere wichtige Hürde genommen. Vorstand und Aufsichtsrat des deutschen Getränkeherstellers haben am Dienstag, 3. November 2026, ihre gemeinsame Stellungnahme zum Übernahmeangebot veröffentlicht. Beide Gremien empfehlen den Aktionären einstimmig, das Barangebot von 5,55 Euro je Aktie anzunehmen. Die Entscheidung wurde bereits am 2. November getroffen.

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Berentzen bewertet Angebotspreis als angemessen

Das Übernahmeangebot von Sazerac richtet sich an die Aktionäre der Berentzen-Gruppe. Formelle Bieterin ist die Sazerac Germany Holding GmbH, die von der amerikanischen Sazerac Company kontrolliert wird.

Der angebotene Kaufpreis beträgt 5,55 Euro je Aktie. Dies entspricht einem Aufschlag von rund 68 Prozent gegenüber dem unbeeinflussten, volumengewichteten durchschnittlichen Xetra-Aktienkurs in den drei Monaten vor dem 16. September 2026. Damals waren die Gespräche über eine mögliche Übernahme öffentlich bekannt geworden. Der historische Durchschnittskurs lag bei 3,31 Euro.

Für ihre Bewertung berücksichtigten Vorstand und Aufsichtsrat unter anderem die bisherige Aktienkursentwicklung und die Bewertung vergleichbarer Unternehmen. Zusätzlich wurde eine sogenannte Fairness Opinion des von Berentzen beauftragten Finanzberaters ValueTrust herangezogen. Darin wird der Angebotspreis unter den zugrunde gelegten Annahmen aus finanzieller Sicht als angemessen eingeschätzt.

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Die Stellungnahme berücksichtigt außerdem die wirtschaftlichen Perspektiven des Unternehmens und mögliche Belastungen durch Veränderungen bei der Besteuerung alkoholischer und zuckerhaltiger Getränke.

Annahmefrist für Berentzen-Aktionäre endet am 20. November

Die Annahmefrist für das freiwillige öffentliche Übernahmeangebot begann am 23. Oktober 2026. Sie endet am Freitag, 20. November 2026, um 24 Uhr mitteleuropäischer Zeit.

Aktionäre können ihre Anteile im Rahmen des Angebots über ihre Depotbank zum Verkauf einreichen. Dabei können die Banken eigene Bearbeitungsfristen festlegen, die bereits vor dem offiziellen Fristende liegen.

Voraussetzung für den erfolgreichen Vollzug ist unter anderem, dass die Bieterin mindestens 50 Prozent der Berentzen-Aktien zuzüglich einer weiteren Aktie erreicht. Darüber hinaus gelten weitere Bedingungen aus der Angebotsunterlage.

Berentzen und Sazerac hatten bereits am 21. September eine Vereinbarung über den geplanten Unternehmenszusammenschluss geschlossen. Nach der bisherigen Zeitplanung soll die Transaktion noch im vierten Quartal 2026 abgeschlossen werden. Ein erfolgreicher Abschluss war zum Zeitpunkt der veröffentlichten Stellungnahme allerdings noch nicht bestätigt.

Sazerac plant Rückzug der Berentzen-Aktie von der Börse

Mit der geplanten Übernahme könnte sich auch die Börsenpräsenz der Berentzen-Gruppe grundlegend verändern. Sazerac beabsichtigt, nach erfolgreicher Abwicklung des Übernahmeangebots ein Delisting einzuleiten. Damit würde die Zulassung der Berentzen-Aktien zum Handel am regulierten Markt beendet.

Der Vorstand der Berentzen-Gruppe unterstützt diese Absicht grundsätzlich, allerdings unter dem Vorbehalt seiner gesetzlichen Pflichten. Im Zusammenhang mit dem geplanten Börsenrückzug ist ein gesondertes öffentliches Delisting-Angebot vorgesehen.

Für Aktionäre, die das laufende Übernahmeangebot nicht annehmen, hätte ein späterer Börsenrückzug mögliche Auswirkungen. Sie blieben zunächst Anteilseigner der Gesellschaft, könnten ihre Aktien aber unter Umständen nur noch eingeschränkt handeln. Auch die Finanzberichterstattung könnte sich verändern.

Vorstand und Aufsichtsrat weisen in ihrer Stellungnahme ausdrücklich darauf hin, dass die Entscheidung über die Annahme des Angebots von jedem Aktionär selbst getroffen werden müsse.

US-Konzern Sazerac will Geschäft in Europa ausbauen

Die Berentzen-Gruppe gehört zu den traditionsreichen deutschen Getränkeherstellern. Das Unternehmen ist unter anderem mit den Marken Berentzen, Puschkin, Mio Mio und Citrocasa vertreten. Neben Spirituosen gehören alkoholfreie Getränke und Frischsaftsysteme zum Geschäft.

Sazerac zählt zu den großen internationalen Spirituosenunternehmen. Zum Portfolio des amerikanischen Konzerns gehören unter anderem Buffalo Trace, Southern Comfort und Fireball.

Mit der geplanten Übernahme wollen beide Unternehmen ihre Vertriebsstrukturen und Marktpositionen miteinander verbinden. Insbesondere das europäische Geschäft soll von den internationalen Absatzmöglichkeiten und den Ressourcen des amerikanischen Konzerns profitieren.

In der Zusammenschlussvereinbarung sind zudem Verpflichtungen zum Erhalt wesentlicher Standorte und Unternehmensstrukturen vorgesehen. Diese gelten teilweise für zwölf Monate nach dem Vollzug. Weitergehende langfristige Beschäftigungsgarantien ergeben sich daraus nicht.

Ob Sazerac die erforderliche Mehrheit für die Übernahme erreicht, hängt nun unter anderem vom Verlauf der Annahmefrist und der Erfüllung der weiteren Angebotsbedingungen ab.

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