Provinzial Logo
Consident.de

Margot Friedländer in Münster zur Friedenskonferenz: Eine Stimme für den Frieden und die Menschlichkeit

Margot Friedländer ist in Münster zu Gast. Hier erfährst du was Margot Friedländer bei der Friedenskonferenz macht und wofür sie geehrt wird.
Foto: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Margot Friedländer trugen sich am Freitagmorgen ins Goldene Buch der Stadt Münster ein - im Beisein von (v.l.) NRW-Staatssekretärin Gonca Türkeli-Dehnert, Oberbürgermeister Markus Lewe und dem Vorsitzenden der WWL, Dr. Reinhard Zinkann. © Stadt Münster

Teilen:

Margot Friedländer in Münster: Eine Stimme der Erinnerung in Zeiten geopolitischer Spannungen

Am 4. April 2025 wird Münster zum Zentrum der Aufmerksamkeit – nicht nur für NRW, sondern für ganz Europa. Im historischen Rathaus versammelten sich Politiker, Diplomaten, Aktivisten und Zeitzeugen zur Westfälischen Friedenskonferenz. Mitten unter ihnen: Margot Friedländer, Holocaust-Überlebende, Autorin und eine der letzten noch lebenden Zeitzeuginnen des nationalsozialistischen Terrors. Ihr Auftritt bei der Konferenz und der Empfang des Sonderpreises des Westfälischen Friedens machen diesen Tag zu einem bewegenden historischen Moment – und zu einem Appell an Dich und alle kommenden Generationen.

Gelebte Erinnerung trifft politische Verantwortung

Wenn Du Dich fragst, warum Margot Friedländer Münster besuchte, findest Du die Antwort im Herzen der Stadt: Im Friedenssaal des Historischen Rathauses überreichte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier der 103-Jährigen den erstmals verliehenen Sonderpreis des Westfälischen Friedens. In seiner bewegenden Laudatio betonte Steinmeier: „Unermüdlich – auch jenseits der hundert – gehen Sie in Schulen, reden mit Jugendlichen, sind täglich unterwegs für Ihre Mission des ‘Nie wieder!’“

Margot Friedländer selbst reagierte mit Bescheidenheit und Dankbarkeit:

„Es ist mir eine große Freude und Ehre, diesen besonderen Preis entgegenzunehmen. Dass meine Worte hier in Münster so viel Anerkennung finden, rührt mich zutiefst.“

Doch ihre Reise nach Münster war weit mehr als nur ein Festakt. Sie war ein Zeichen. Ein Symbol für das Erinnern – und das Mahnen. Ein Beitrag zur Diskussion, wie wir heute mit der Geschichte umgehen und was wir aus ihr lernen können.

Margot Friedländer bei Friedenskonferenz: Geschichte und Gegenwart im Dialog

Die Friedenskonferenz ist hochkarätig besetzt und thematisch brisant. Von 10 bis 18 Uhr diskutieren Persönlichkeiten wie Joschka Fischer, Peer Steinbrück, Magnus Tsahkna und Sviatlana Tsikhanouskaya über Wege zu einem wehrhaften Frieden in Europa. Gerade im Schatten des Ukraine-Kriegs, angesichts wachsender Unsicherheiten und eines Rückzugs der USA aus Europa, wurde Münster für einen Tag zum Zentrum der sicherheitspolitischen Debatte.

Steinmeier warnte dabei deutlich vor dem Erstarken autoritärer Kräfte – weltweit wie in Europa. Demokratie müsse verteidigt werden, durch Institutionen, aber auch durch Dich als Bürger. Genau deshalb war Margot Friedländers Beitrag so bedeutsam. Ihr Leben steht für die Katastrophe, die entstehen kann, wenn Menschen schweigen, wegsehen oder sich verführen lassen.

Eintrag ins Goldene Buch – ein Zeichen für Münster als Stadt des Friedens

Am Morgen der Konferenz trugen sich Margot Friedländer und der Bundespräsident gemeinsam ins Goldene Buch der Stadt Münster ein. Oberbürgermeister Markus Lewe empfing sie im Friedenssaal und betonte in seiner Rede:

„Mit dem Sonderpreis würdigt die WWL ein außergewöhnliches Lebenswerk. Mit ihrem Wirken steht Margot Friedländer eindrucksvoll für gelebte Erinnerungskultur und den unermüdlichen Einsatz für Menschlichkeit und Versöhnung.“

Neben Friedländer und Steinmeier verewigten sich auch Peer Steinbrück, Joschka Fischer, Jean Asselborn und Dr. Reinhard Zinkann im Goldenen Buch. Zinkann ist Vorsitzender der Wirtschaftlichen Gesellschaft für Westfalen und Lippe (WWL), dem Veranstalter der Konferenz. Seit 1998 vergibt die WWL den Internationalen Preis des Westfälischen Friedens – zuletzt an Emmanuel Macron – und rückt mit der Friedenskonferenz Münster als Stadt des Friedens ins Zentrum europäischer Aufmerksamkeit.

Friedenspreis mit klarer Botschaft: „Nie wieder!“

„Ich tue es nur für euch.“ – Mit diesem Satz richtet sich Margot Friedländer auf der Friedenskonferenz immer wieder direkt an junge Menschen. Ihre Vorträge in Schulen sind keine Pflichtübungen, sondern Herzensanliegen. Sie sieht sich nicht nur als Jüdin, sondern als Sprecherin für alle Menschen, die unter Verfolgung und Gewalt gelitten haben.

„Seid Mensch!“, ruft sie den Zuhörern zu und betont die Gleichheit aller Menschen. Diese Worte wirken in Münster besonders stark, denn dort wurde 1648 der Westfälische Frieden geschlossen – ein Meilenstein europäischer Diplomatie nach Jahrzehnten des Krieges. Nun, 377 Jahre später, kämpft Europa erneut um Stabilität und Gerechtigkeit. Margot Friedländer Münster ist deshalb nicht nur ein historisches Ereignis, sondern auch ein Spiegel unserer Gegenwart.

Sicherheitsvorkehrungen zeigen: Frieden ist kein Selbstläufer

Die Bedeutung der Konferenz zeigte sich auch in der Logistik. Am 4. April wurde der Prinzipalmarkt weiträumig gesperrt, das Stadthaus 1 blieb geschlossen. Fußgänger konnten zwar Geschäfte und Praxen erreichen, doch Polizei und Sicherheitsdienste sorgten für eine deutliche Präsenz. Diese Maßnahmen verdeutlichen: Frieden braucht Schutz, Struktur – und Verantwortung.

Du kannst also nicht nur Zuschauer sein. Die Geschichten von Menschen wie Friedländer fordern Dich auf, selbst Haltung zu zeigen. Denn ihre Warnung ist deutlich: So etwas wie der Holocaust darf nie wieder passieren.

Warum Margot Friedländer Münster und Dich etwas angeht

Dass eine 103-jährige Frau in einer modernen Demokratie noch immer so kraftvoll wirkt, ist kein Zufall. Margot Friedländers Leben ist ein Mahnmal – und eine Einladung. Ihre Auszeichnung auf der Friedenskonferenz ist eine Ehre, aber auch eine Verpflichtung. Für Dich. Für uns alle.

Münster ist an diesem Tag nicht nur Gastgeberin einer Konferenz, sondern Botschafterin des Friedens. Und Du kannst Teil dieser Bewegung sein – indem Du Dich erinnerst, zuhörst, fragst und einsetzt. Für Freiheit. Für Demokratie. Für Mitmenschlichkeit.

Denn wie Margot Friedländer auf der Friedenskonferenz selbst sagt: Sie sprecht nicht nur für jüdische Menschen, sondern für alle unschuldig Verfolgten.

*Die Zitate stammen aus einer Pressemitteilung der Stadt Münster, die in diesem Beitrag ebenfalls verlinkt ist.

Teilen:

Münster Map

Mehr Beiträge: