
Die Peter-Wust-Schule im Stadtteil Mecklenbeck steht vor einer umfassenden baulichen Neuausrichtung. Die Stadt Münster plant, die bislang auf zwei Standorte verteilte Grundschule durch zwei moderne Neubauten am Dingbängerweg zusammenzuführen und künftig vierzügig zu betreiben. Der geplante Bildungsstandort soll Raum für eine zeitgemäße, offene Ganztagsschule bieten. Der Stadtrat entscheidet am 21. Mai über das 22,3 Millionen Euro schwere Vorhaben.
Derzeit ist die Peter-Wust-Schule auf zwei Standorte verteilt: Am Hauptstandort Dingbängerweg finden reguläre Klassen statt, während die Eingangsklassen in einem Nebengebäude am Schürbusch untergebracht sind. Diese Aufteilung bringt organisatorische Herausforderungen mit sich und erschwert eine einheitliche pädagogische Ausrichtung.
Mit der geplanten Erweiterung reagiert die Stadt auf den langfristigen Bedarf: Die Schule arbeitet faktisch schon seit Jahren vierzügig, allerdings unter provisorischen Bedingungen mit Containern und Zweitgebäuden. Künftig sollen alle Kinder in einem durchdachten baulichen Ensemble unterrichtet werden.
Nach dem Entwurf der Mainzer H. Gies Architekt GmbH entstehen zwei zweigeschossige Schulgebäude auf dem Gelände zwischen der bestehenden Substanz und der Turnhalle. Beide Neubauten werden durch eine Brücke im Obergeschoss sowie eine Mensa im Erdgeschoss miteinander verbunden. Diese dient zugleich als zentrale Begegnungsstätte und Herzstück der neuen Schule.
Die Gebäude sind multifunktional konzipiert: Der erste Bau beherbergt neben Klassenräumen auch eine Mensa und einen Mehrzweckraum für Musik, der sich bei Bedarf in einen Veranstaltungsraum verwandeln lässt. Der zweite Neubau wird im Erdgeschoss den offenen Ganztag aufnehmen. Alle Räume sind flexibel nutzbar, sodass spätere Anpassungen an neue pädagogische Konzepte möglich bleiben.
Die Stadt Münster setzt bei der Erweiterung auf Nachhaltigkeit. Beide Neubauten werden in Holzelementbauweise errichtet und mit einem massiven Kern aus Stahlbeton kombiniert. Diese Bauweise ermöglicht nicht nur eine ressourcenschonende Umsetzung, sondern verkürzt auch die Bauzeit deutlich.
„Wir können den laufenden Schulbetrieb so besser schützen und gleichzeitig klimafreundlich bauen“, erklärt Projektleiter Patrick Suhre vom Amt für Immobilienmanagement. Darüber hinaus erhalten die Gebäude begrünte Dächer und Photovoltaik-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 78,2 kWp.
Die vorbereitenden Maßnahmen sollen in der zweiten Jahreshälfte 2025 beginnen. Der eigentliche Baubeginn ist für Frühjahr 2026 angesetzt. Wenn alles nach Plan läuft, kann der neue Schulstandort zum Jahreswechsel 2027/2028 in Betrieb gehen. Damit erhält Mecklenbeck ein modernes Bildungszentrum, das sowohl pädagogisch als auch ökologisch Maßstäbe setzt.
Die CDU-Ratsfraktion begrüßt das Projekt ausdrücklich. Die Ratsherren Ulrich Möllenhoff und Peter Wolfgarten hatten sich nach eigenen Angaben seit Jahren für eine Vierzügigkeit eingesetzt. Gleichzeitig üben sie deutliche Kritik an der langen Planungsphase und der deutlichen Kostensteigerung.
„Die Schule arbeitet längst vierzügig – allerdings nur durch kostspielige Interimslösungen. Die Umsetzung hätte deutlich schneller erfolgen müssen“, so die CDU. Sie macht das von den Grünen geführte Rathausbündnis und das Immobiliendezernat der Stadtverwaltung für die Verzögerungen verantwortlich.
Dennoch überwiegt die Erleichterung über die nun greifbaren Fortschritte. Die CDU fordert in den kommenden Jahren ein professionelles Baustellenmanagement, damit der Schulbetrieb nicht unnötig beeinträchtigt wird.
Mit dem geplanten Ausbau der Peter-Wust-Schule setzt Münster ein klares Zeichen für Bildungsqualität und Nachhaltigkeit. Die Kombination aus zentralem Standort, moderner Architektur und ökologischer Bauweise soll nicht nur den Alltag von Schülerinnen und Schülern verbessern, sondern auch die pädagogische Arbeit langfristig stärken. Der politische Beschluss im Mai wird darüber entscheiden, ob das ambitionierte Projekt wie geplant umgesetzt werden kann.