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Rekordanstieg bei Gewalt gegen Stadtmitarbeiter Münsters

Im Jahr 2023 erreichte die Zahl der Gewaltvorfälle gegen Stadtmitarbeiter in Münster ein Rekordhoch. Gewalt
Foto: Golda Falk

Gewalt gegen städtische Bedienstete in Münster

Im Jahr 2023 verzeichnete die Stadt Münster einen beispiellosen Anstieg der Gewalt gegenüber ihren Mitarbeitenden. Mit insgesamt 114 gemeldeten Fällen erreichte die Zahl der Übergriffe auf städtische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein noch nie da gewesenes Niveau. Dies wird ergänzt durch neun weitere Meldungen von Sicherheitsdiensten. Diese Entwicklung stellt eine deutliche Zunahme im Vergleich zu den Vorjahren dar. Dort lagen die Zahlen zwischen 60 und 70 Gewaltmeldungen.

Rettungskräfte besonders betroffen

Die Feuerwehr stand im vergangenen Jahr im Fokus der Gewalt, gefolgt vom Jobcenter, dem Sozialamt, dem Ordnungsamt und den Abfallwirtschaftsbetrieben. Ein besonders alarmierender Trend zeigte sich bei den Rettungskräften der Feuerwehr, deren gemeldete Übergriffe sich von neun im Jahr 2022 auf 30 im Jahr 2023 mehr als verdreifachten. Viele der Täter waren alkoholisiert, was die Einsätze für die Rettungskräfte noch gefährlicher machte.

Prävention und Nachsorge als Kernstrategien

Oberbürgermeister Markus Lewe und Personal- und Ordnungsdezernent Wolfgang Heuer betonen die Unakzeptanz von Gewalt gegen Einsatzkräfte und Mitarbeitende der Stadtverwaltung. Um den Schutz der Beschäftigten zu gewährleisten, entwickelt Münster kontinuierlich Präventions- und Nachsorgeangebote weiter. Ein neues System bei der Feuerwehr ermöglicht es Rettungskräften, Übergriffe direkt vom Einsatzort online zu melden, um eine lückenlose Erfassung und Unterstützung der Betroffenen sicherzustellen.

Ein deutlicher Anstieg auch im Jobcenter

Das Jobcenter Münster erlebte ebenfalls einen deutlichen Anstieg an Gewaltmeldungen. Die Gründe hierfür sind vielschichtig, unter anderem führte die Rückkehr zum regulären Publikumsverkehr und die Verlegung der Auszahlungsstelle für Wohnungslose ins Jobcenter zu mehr Vorfällen. Sensibilisierungsmaßnahmen für Mitarbeitende und Führungskräfte haben zudem zu einer vermehrten Meldung von Vorfällen geführt.

Umfassende Unterstützung für Betroffene

Neben der sofortigen Unterstützung durch betriebliche Sozialberatung bietet die Stadt Münster ihren Mitarbeitenden eine breite Palette an Nachsorgemaßnahmen an, einschließlich der Möglichkeit, psychotherapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Eine neu eingeführte digitale Plattform unterstützt die mentale Gesundheit der Angestellten, indem sie Zugang zu internen und externen Beratungsangeboten sowie Schulungsmaterialien zum Umgang mit Gewalt bietet.