
Münster. Der Cityadvent 2025 verwandelt die Überwasserkirche in Münster ab dem 28. November erneut in einen außergewöhnlichen Raum, der Kunst, Spiritualität und gesellschaftliche Fragen miteinander verbindet. Das Event gilt als eines der größten adventlichen Kunstprojekte Westfalens und zieht jedes Jahr rund 150.000 Menschen an – weit mehr als klassische Gottesdienste oder Ausstellungen in der Region. Besucher erleben keinen Weihnachtsmarkt, sondern eine begehbare Rauminstallation, die thematisch auf die Adventszeit vorbereitet und gleichzeitig aktuelle gesellschaftliche Spannungen aufgreift. Die Kombination aus Licht, Symbolik, Klang und stillen Momenten macht die Cityadvent 2025 Münster-Ausgabe zu einem besonderen Erlebnis mitten in der Innenstadt.
Im Mittelpunkt der diesjährigen Inszenierung steht ein Zitat von Papst Leo XIV., das die Organisatoren bewusst gewählt haben. Es verbindet das traditionelle Adventslied „Maria durch ein Dornwald ging“ mit der Hoffnung auf einen Neubeginn nach globalen Krisen.
Eine ultramarinblaue schwangere Madonna empfängt die Besucher am Eingang, gefolgt von einer großformatigen Holzkonstruktion im Kirchenschiff. Der spiegelnde Boden mit einer Kindfigur in der Mitte und die 1000 Rosen aus Butterbrotpapier darüber schaffen eine Atmosphäre, die zwischen Verletzlichkeit und Zuversicht pendelt. Im Altarraum leuchtet eine große Sonne mit hebräischem Schriftzug, die an göttliches Licht und an das Vertrauen in schwierigen Zeiten erinnert.
Die Installation thematisiert Krieg, Flucht, Klimawandel und gesellschaftliche Spannungen, ohne den Besucher zu überfordern. Stattdessen soll sie zur Besinnung einladen und einen Raum schaffen, der Mut macht. Viele Symbole greifen klassische Adventstraditionen auf, interpretieren sie jedoch neu: Spiegel als Zeichen der Selbstreflexion, Rosen als Hoffnungssignale, das Kind als Symbol für Neubeginn.
Der Cityadvent wurde 2003 als ökumenisches Projekt gegründet und zählt heute zu den bekanntesten adventlichen Kunstinstallationen Deutschlands. Die gotische Überwasserkirche bietet mit ihren hohen Gewölben und der klaren Architektur ideale Bedingungen für Licht- und Papierinstallationen, die jedes Jahr neu gestaltet werden. In den vergangenen Jahren sorgten Themen wie Einsamkeit, Frieden oder Digitalisierung überregional für Aufmerksamkeit und steigende Besucherzahlen.
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2024 kamen rund 150.000 Menschen – und auch für 2025 erwarten die Veranstalter erneut einen ähnlich hohen Andrang. Besonders gefragt sind die frühen Abendstunden, die Adventswochenenden und die Konzertabende.
Der Cityadvent 2025 läuft vom 28. November bis zum 21. Dezember.
Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag 11–19 Uhr, Samstag 11–21 Uhr.
Mehr als 60 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer unterstützen auch in diesem Jahr den Ablauf – von der Vorbereitung über Besucherführung bis zur Sicherung des Kirchenraums. Viele engagieren sich seit Jahren, andere sind neu dazugekommen. Gemeinsam ermöglichen sie, dass die Installation trotz des großen Andrangs ein Ort der Ruhe bleibt.
Der Cityadvent ist nicht nur ein visuelles, sondern auch ein musikalisches Erlebnis. An allen drei Adventsfreitagen setzt die Überwasserkirche besondere Akzente: Am 5. Dezember übernimmt der Münsteraner Pianist Liam Ehm den Auftakt, gefolgt von Jazz Force One, die am 12. Dezember mit einem modernen Jazzprogramm auftreten. Den Abschluss bildet am 19. Dezember der Chor Troubadix der Katholischen Studierendengemeinde, der mit seinem Adventsprogramm die Reihe beschließt. Die Mischung aus Klaviermusik, Jazz und Chorgesang ergänzt die Installation um stimmungsvolle Abendkonzerte.
Mitinitiator Rupert König betont, dass nicht die Masse der Besucher entscheidend sei, sondern die persönliche Wirkung des Erlebnisses. Viele Menschen kommen mehrfach, andere entdecken die Kirche erstmals auf diese Weise. Ziel des Cityadvent 2025 in Münster ist es, einen offenen, zukunftsorientierten Raum zu schaffen, der auch Menschen anspricht, die sonst wenig Berührung mit Kirche haben.