
Münster. Geschichtsführungen, kreative Ferienangebote und ein Blick auf einen außergewöhnlich heißen Sommer stehen in den kommenden Tagen im Stadtmuseum Münster auf dem Programm. Wie die Stadt Münster mitteilt, richten sich die Veranstaltungen sowohl an Erwachsene als auch an Kinder. Im Mittelpunkt stehen die NS-Zeit in Münster, der Zwinger an der Promenade und historische Alltagserfahrungen.
Eine öffentliche Führung am Samstag, 1. August 2026, widmet sich der Zeit des Nationalsozialismus in Münster. Beginn ist um 16 Uhr im Foyer des Stadtmuseums. Die einstündige Veranstaltung zeichnet anhand historischer Exponate die Entwicklung zwischen 1933 und 1945 nach.
Dabei geht es unter anderem um die Verfolgung jüdischer Münsteranerinnen und Münsteraner. Zudem zeigt die Führung, wie Behörden und Teile der Verwaltung an der Umsetzung des nationalsozialistischen Terrors beteiligt waren. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den Folgen des Zweiten Weltkriegs. Große Teile der historischen Altstadt wurden zerstört, während der Wiederaufbau nach 1945 die Stadt vor erhebliche Herausforderungen stellte.
Die Teilnahme kostet fünf Euro, ermäßigt drei Euro. Da die Zahl der Plätze begrenzt ist, kann es bei großem Interesse zu Engpässen kommen. Eine vorherige Anmeldung nennt die Stadt in ihrer Mitteilung nicht.
Am Sonntag, 2. August, folgt eine weitere öffentliche Führung. Sie beginnt um 11 Uhr und beschäftigt sich mit dem Zwinger an der Promenade. Das fast 500 Jahre alte Bauwerk besitzt eine wechselvolle Geschichte. Während der NS-Zeit diente es unter anderem als Gefängnis und Hinrichtungsstätte.
Zugleich beherbergt der Zwinger die Installation „Das gegenläufige Konzert“ von Rebecca Horn. Die international bekannte Künstlerin entwickelte das Werk für die Skulptur Projekte 1987. Ihre künstlerische Auseinandersetzung mit der Vergangenheit des Gebäudes gehört heute fest zum Mahnmal.
Die Führung startet mit einem Einführungsfilm im Stadtmuseum. Anschließend gehen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemeinsam über die Promenade zum Zwinger. Dort werden die Geschichte des Bauwerks sowie verschiedene Deutungen der Installation erläutert. Auch diese Führung kostet fünf Euro, ermäßigt drei Euro. Das historische Gebäude ist nach Angaben des Stadtmuseums nicht barrierefrei.
Unter dem Titel „Sommerhits für Kids“ bietet das Stadtmuseum Münster mehrere Termine für Kinder an. Bereits am Dienstag, 28. Juli, geht es für Sechs- bis Zehnjährige um das Leben der Ritter. Zwei Tage später, am Donnerstag, 30. Juli, lernen Kinder zwischen sieben und elf Jahren die Welt des Barocks kennen.
Weitere Angebote folgen in der dritten Ferienwoche. Am Dienstag, 4. August, steht der historische Lebensmittelladen Henke im Mittelpunkt. Das Geschäft eröffnete 1911, seine Einrichtung gehört heute zur Dauerausstellung des Museums. Originale Geräte wie eine Waage sowie Maschinen zum Schneiden von Käse und Wurst vermitteln einen Eindruck davon, wie Menschen früher einkauften. Außerdem können die Kinder eigene Einkaufstüten basteln.
Am Donnerstag, 6. August, verwandelt sich das Museum in eine Schatzkammer. Eine Schnitzeljagd führt Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren auch in Bereiche, die Besuchern normalerweise verborgen bleiben. Alle Ferienangebote beginnen um 15 Uhr und dauern eine Stunde. Die Teilnahme kostet sieben Euro pro Kind. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Ab Freitag, 31. Juli, zeigt das Stadtmuseum im Schaufenster an der Salzstraße eine Aufnahme aus dem Freibad Sudmühle. Das Bild dokumentiert die Hitzewelle des Jahres 1964 und die damit verbundenen Probleme.
Damals berichteten Zeitungen bereits im Juni über hohe Temperaturen und stark besuchte Schwimmbäder. Ende Juli fiel im Freibad Sudmühle wegen der großen Zahl an Badegästen die Umwälzanlage aus. Um den Betrieb dennoch aufrechtzuerhalten, transportierten die Stadtwerke frisches Wasser mit mehreren Tankwagen zum Schwimmbad.
Die historische Aufnahme ist im Großformat im Schaufenster Stadtgeschichte zu sehen. Ergänzende Informationen finden sich nach Angaben der Stadt außerdem in dem Buch „Vor 50 Jahren. Münster 1964“, das im Museumsshop und im Buchhandel erhältlich ist.
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