
Vom Atombunker unter dem Hauptbahnhof über den Erbdrostenhof bis zum Wasserwerk Hohe Ward: Beim Tag des offenen Denkmals in Münster 2026 öffnen am Sonntag, 13. September, zahlreiche historische Gebäude und Anlagen ihre Türen. Inzwischen steht das vollständige Programm fest – mit konkreten Uhrzeiten, Treffpunkten und Anmeldehinweisen. Wer bestimmte Führungen besuchen möchte, sollte sich frühzeitig informieren, denn bei einigen Angeboten ist die Teilnehmerzahl begrenzt.
Der bundesweite Aktionstag steht in diesem Jahr unter dem Motto „NetzWERKE: Denkmale und Infrastruktur“. In Münster reicht das Programm von Kirchen und Adelssitzen über ehemalige Bunker und technische Anlagen bis zu archäologischen Grabungen und historischen Wohnsiedlungen. Die Stadt hat die Angebote nach Altstadt sowie Norden, Osten, Süden und Westen gegliedert.
Zu den ungewöhnlichsten Programmpunkten gehört erneut der Münsteraner Hauptbahnhof. Führungen beginnen um 10 und 15 Uhr in der zentralen Bahnhofshalle. Dabei geht es nicht nur um die Geschichte des Bahnhofs seit 1848, sondern auch um den unterirdischen Atombunker sowie frühere Post- und Gepäckanlagen. Pro Rundgang können höchstens 25 Personen teilnehmen, eine vorherige Anmeldung ist erforderlich.
Ebenfalls im Osten liegt der Gasometer am Boelckeweg. Dort beginnen um 14 und 17 Uhr jeweils zweistündige Führungen. Thematisiert werden die frühere Gasspeicherung, die Anbindung an das Ruhrgebiet, spätere Gasimporte sowie die heutige Perspektive für das Bauwerk.
In der Altstadt gibt es am Sonntag besonders viele Möglichkeiten. Der Erbdrostenhof an der Salzstraße ist von 10 bis 16.30 Uhr geöffnet. Die Innenräume können auch ohne Führung besichtigt werden, zusätzlich werden kostenlose Führungen angeboten. Im Kachelzimmer des St.-Paulus-Doms ist von 10 bis 18 Uhr eine Besichtigung möglich; der Zugang erfolgt über den Kreuzgang.
Der Buddenturm öffnet von 11 bis 17.30 Uhr. Führungen beginnen jeweils zur halben Stunde, allerdings ist eine Anmeldung notwendig und die Gruppen sind auf 15 Teilnehmer begrenzt. Auch beim Lazarettbunker an der Lazarettstraße muss vorab reserviert werden. Dort finden um 11, 12 und 13 Uhr Führungen mit maximal 25 Personen statt.
Weitere Ziele sind der Friedenssaal im Historischen Rathaus mit Führungen zwischen 11 und 12.30 Uhr sowie die frisch sanierte Apostelkirche um 13 und 15 Uhr. Zur gleichen Zeit gibt es Führungen durch die Dominikanerkirche mit dem Gerhard-Richter-Kunstwerk. Der Zwinger an der Promenade ist von 14 bis 18 Uhr kostenlos geöffnet; um 15 Uhr beginnt zusätzlich eine Führung.
Auch rund um das Landeshaus am Freiherr-vom-Stein-Platz gibt es mehrere Angebote. Von 11 bis 15.30 Uhr ist am Tag des offenen Denkmals der Aufstieg auf den Glockenturm möglich. Von dort bietet sich ein Panoramablick über Münster. Zwischen 11 und 16 Uhr läuft zudem eine Ausstellung zur neuen Nutzung ehemaliger Industriedenkmäler. Die Denkmal-Bibliothek an der Fürstenbergstraße ist von 12 bis 16 Uhr geöffnet; um 13 Uhr findet dort eine Führung statt.
Im Osten können Besucher außerdem aktuelle archäologische Arbeiten kennenlernen. Führungen über die Ausgrabungsflächen nördlich der Straße Osttor in Hiltrup beginnen um 11.30, 13 und 14.30 Uhr. Um 14 Uhr stehen die alte und neue Idaschule in Gremmendorf auf dem Programm. Ebenfalls um 14 Uhr beginnen Rundgänge am Haus Möllenbeck und am Haus Reithaus in Wolbeck.
Das historische Gasthaus Lasthaus in Wolbeck kann bei Führungen um 10, 13 und 16 Uhr erkundet werden. Dabei geht es insbesondere um die Umnutzung des früheren Gasthauses zum Bürgerhaus und das Wohnen in einem denkmalgeschützten Gebäude. Die Alte Dechanei an St. Mauritz steht um 10, 14 und 15.30 Uhr auf dem Programm.
Um 15 Uhr beginnt zudem eine öffentliche Führung durch die Dauerausstellung der Villa ten Hompel am Kaiser-Wilhelm-Ring. Der Rundgang beschäftigt sich mit den verschiedenen Phasen der Geschichte des Hauses.
Im Süden gehört das Wasserwerk Hohe Ward zu den zentralen Zielen. Der Rundgang beginnt um 11 Uhr am Wasserwerk, Hohe Ward 9. Wichtig für die Anreise: Direkt mit dem Auto darf das Wasserwerk wegen der Wasserschutzgebietsverordnung nicht angefahren werden. Von den Parkplätzen am Hiltruper See, am Friedhof Hohe Ward oder an der Reithalle Albersloh müssen Besucher mit ungefähr 30 Minuten Fußweg rechnen.
Bereits um 10 Uhr gibt es einen Rundgang zur inzwischen 100 Jahre alten Siedlung Grüner Grund/Habichtshöhe. Auf Haus Heidhorn werden gleich mehrere Veranstaltungen angeboten, darunter Führungen zur „Schiefen Scheune“ um 11.30 und 15 Uhr, zur Kapelle mit Gruft um 12 und 13.30 Uhr sowie zum historischen Speicher um 10.30 und 15.30 Uhr. Eine Fahrradtour zur Entwicklung der Gartenstadtsiedlungen im Süden Münsters startet um 12 und 15 Uhr an der Ecke Düesbergweg/Werlandstraße.
Im Norden beginnt der Tag bereits um 10 Uhr mit einem Rundgang zu Stolpersteinen im Kreuzviertel. Treffpunkt ist an der Schulstraße 16. Um 14 Uhr folgt ein weiterer Rundgang durchs Kreuzviertel, bei dem die Entwicklung des Stadtteils seit der Gründerzeit im Mittelpunkt steht.
Das Theater im Pumpenhaus öffnet ebenfalls Bereiche, die Besucher normalerweise nicht zu sehen bekommen. Führungen beginnen um 11, 13 und 15 Uhr und zeigen den Wandel vom früheren Abwasserpumpwerk zum Theater. In der Speicherstadt stellt die Stadtarchäologie von 10 bis 14 Uhr ihre Arbeit und Fundstücke vor. Für Führungen durch das Zentrale Fundarchiv und die Restaurierung der LWL-Archäologie um 12, 13.30 und 15 Uhr ist eine vorherige Anmeldung vorgesehen.
Zu den weiteren Zielen gehören Haus Coerde mit Führungen um 11 und 13 Uhr, das Leprosenhaus in Kinderhaus um 15 und 16.30 Uhr sowie die landwirtschaftliche Brennerei Ashölter, die um 15 Uhr Einblicke in den Betrieb gibt.
Konzerte, Märkte, Partys, Familienangebote und weitere Termine für Münster und Umgebung.
Im Westen ist das Haus Rüschhaus von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Um 14 Uhr gibt es dort einen Rundgang durch die neue Dauerausstellung „Droste Welten“. Das von Johann Conrad Schlaun im 18. Jahrhundert errichtete Landhaus gehört damit auch 2026 zum Programm des Denkmaltags.
Um 11 Uhr führt ein Rundgang über den ehemaligen Überwasserfriedhof. Später am Nachmittag stehen zwei weitere Orte der Erinnerungs- und Militärgeschichte im Mittelpunkt: Um 16 Uhr gibt es eine Führung am ehemaligen Standortlazarett an der Von-Esmarch-Straße sowie über die Kriegsgräberstätte am Haus Spital.
Eine Besonderheit gibt es beim Jüdischen Friedhof an der Einsteinstraße. Die eigentlich zum Denkmaltag gehörenden Führungen finden nicht am 13. September statt. Da der Tag des offenen Denkmals 2026 mit dem zweiten Tag von Rosch Haschana zusammenfällt, wurden sie auf Sonntag, 11. Oktober, verschoben. Dann sind Führungen um 11 und 13.30 Uhr vorgesehen.
Wer mehrere Denkmäler besuchen möchte, sollte bei seiner Planung außerdem den Verkehr berücksichtigen. Am 13. September findet gleichzeitig der Münster-Marathon statt. Die Stadt weist ausdrücklich darauf hin, mögliche Einschränkungen bei der Anreise zum Denkmaltag einzukalkulieren.
Als Orientierung ist das Münster Modell von 10 bis 16 Uhr in der Stadthausgalerie am Platz des Westfälischen Friedens zu sehen. Dort sind ausgewählte Veranstaltungsorte markiert. Das vollständige Programm stellt die Stadt zusätzlich online und als Programmbroschüre bereit.






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