19:0-Lauf und 57 Rebounds: Uni Baskets feiern starken Neustart

Münster Baskets gewinnen ein packendes Derby gegen Phoenix Hagen mit 67:65. Spannender Spielverlauf, dramatische Schlussphase und ein wichtiger Erfolg im Playoff-Rennen.
Symbolbild von PDPics auf Pixabay

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Münster. 182 Tage nach dem letzten Heimerfolg haben die Uni Baskets wieder ein Pflichtspiel am Berg Fidel gewonnen. Uni Baskets Münster gegen Itzehoe endete am Samstagabend mit 98:79 – und hinter dem deutlichen Ergebnis steckt mehr als ein gelungener Start in die neue ProB-Saison. Münster dominierte die Bretter, fand nach einem zunächst engen Spiel immer mehr Tempo und entschied die Partie mit einem Lauf über zwei Viertel hinweg. Vor 1.625 Zuschauern setzte sich die neu formierte Mannschaft von Trainer Götz Rohdewald insbesondere nach der ersten Viertelpause deutlich ab.

Ein 19:0-Lauf verändert das Spiel komplett

Dass der Abend so deutlich enden würde, war nach den ersten zehn Minuten keineswegs absehbar. Münster hatte zwar mit 6:0 begonnen, Itzehoe hielt jedoch dagegen und führte nach dem ersten Viertel knapp mit 25:24.

Dann kippte das Spiel.

Die Gastgeber erhöhten den Druck in der Verteidigung, kamen zu Ballgewinnen und beschleunigten nach Rebounds immer wieder das Tempo. Ein 11:0-Lauf brachte Münster im zweiten Abschnitt erstmals deutlich nach vorne. Zur Halbzeit führten die Baskets mit 54:43.

Die stärkste Phase folgte rund um die Pause. Halbzeitübergreifend erzielte Münster 19 Punkte in Serie. Adam Touray stellte in der 24. Minute auf 68:43 – aus einer ausgeglichenen Partie war innerhalb kurzer Zeit eine 25-Punkte-Führung geworden. Itzehoe kam anschließend noch einmal auf 14 Punkte heran, eine echte Wende gelang den Eagles aber nicht mehr. Nach drei Vierteln stand es 80:62, am Ende 98:79.

Die Viertelzahlen zeigen dabei ziemlich genau, wann Münster das Spiel an sich riss: Auf das 24:25 zum Auftakt folgten ein 30:18 und ein 26:19. Selbst das Schlussviertel ging mit 18:17 noch knapp an die Gastgeber.

57:28 Rebounds: Unter den Körben ist Münster überlegen

Die vielleicht auffälligste Zahl des Abends lautet 57:28. So deutlich gewann Münster das Rebound-Duell. Die Baskets holten damit mehr als doppelt so viele Abpraller wie die Gäste und verschafften sich immer wieder zusätzliche Ballbesitze.

Besonders bemerkenswert: Von außen war Münster keineswegs überragend. Nur 29 Prozent der Dreipunktewürfe fanden ihr Ziel, während Itzehoe auf 40 Prozent kam. Auch von der Freiwurflinie hatten die Eagles mit 85 gegenüber 62 Prozent die bessere Quote.

Dennoch gewann Münster mit 19 Punkten Vorsprung.

Der Unterschied entstand vor allem näher am Korb. Bei den Zweipunktewürfen trafen die Uni Baskets 58 Prozent, Itzehoe lediglich 37 Prozent. Dazu kam die enorme Überlegenheit beim Rebound. Selbst 21 Münsteraner Ballverluste konnten das Kräfteverhältnis deshalb nicht entscheidend verändern. Itzehoe leistete sich mit 22 Turnovern sogar einen Ballverlust mehr. Bei den Assists lagen beide Teams mit 18:17 nahezu gleichauf.

So ergibt sich ein klares statistisches Bild: Münster gewann den Auftakt nicht aufgrund eines außergewöhnlichen Abends von der Dreierlinie, sondern durch Präsenz am Brett, effiziente Abschlüsse innerhalb der Dreierlinie und die dominante Phase rund um die Halbzeit.

Bandoumel mit 25 Punkten – Touray schafft Double-Double

Auch offensiv verteilte sich die Last auf mehrere Schultern. Emmanuel Bandoumel führte Münster mit 25 Punkten an. Neuzugang Bo Nguidjol kam auf 22 Zähler. Robert Merz, Thore Dilschmann und Adam Touray erzielten jeweils zwölf Punkte. Damit kamen gleich fünf Münsteraner auf eine zweistellige Ausbeute. Alle elf eingesetzten Spieler trugen sich in die Punkteliste ein.

Touray lieferte zudem das erste Double-Double der neuen Saison: Zu seinen zwölf Punkten kamen elf Rebounds. Dilschmann zeigte gegen seinen früheren Verein eine besonders vielseitige Vorstellung und sammelte neben zwölf Punkten auch acht Rebounds und sechs Assists.

Dass Münster trotz dieser breiten Produktion nicht den besten Werfer des Spiels stellte, gehört ebenfalls zu den interessanten Zahlen des Abends. Itzehoes Jamahri Harvey erzielte 28 Punkte und war damit Topscorer der Begegnung. Für den Ausgang reichte seine individuelle Ausbeute allerdings nicht.

Erster Heimsieg seit Ende März

Der Erfolg beendet zugleich eine lange Wartezeit am Berg Fidel. Zuletzt hatten die Uni Baskets am 28. März 2026 ein Heimspiel gewonnen. Damals schlugen sie in der ProA die PS Karlsruhe Lions mit 89:64. Zwischen diesem Erfolg und dem Sieg gegen Itzehoe liegen 182 Tage.

Nun beginnt für Münster nach dem Abstieg ein neues Kapitel in der ProB. Schon die Vorbereitung war mit vier Siegen aus vier Testspielen ohne Niederlage verlaufen. Gegen Itzehoe folgte der erste Erfolg, bei dem es erstmals um Punkte ging.

Der nächste Prüfstein wartet auswärts. Am Samstag, 3. Oktober, treten die Uni Baskets bei den EN Baskets Schwelm an. Spielbeginn ist um 19.30 Uhr. Am 10. Oktober folgt gegen BBA Hagen das nächste Heimspiel am Berg Fidel.

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