
Münster. Beim A1-Ausbau Münster-Hiltrup ist ein wichtiger Schritt geschafft. Die Autobahn Westfalen hat auf dem nördlichen Teil des Abschnitts zwischen Münster-Hiltrup und Ascheberg die letzten Meter Asphaltdeckschicht aufbringen lassen. Damit steht ein großer Teil der Arbeiten auf den nördlichen 4,7 Kilometern kurz vor dem Abschluss. Insgesamt umfasst das Ausbauprojekt 9,5 Kilometer. Ziel ist es, die A1 zwischen der Anschlussstelle Ascheberg und der Dortmund-Ems-Kanal-Brücke südlich von Münster-Hiltrup auf sechs Fahrstreifen zu erweitern. Die vollständige Nutzung des nördlichen Abschnitts wird nach Angaben der Autobahn Westfalen voraussichtlich im September möglich sein.
Der nun weitgehend fertiggestellte Bereich betrifft die nördliche Hälfte des Ausbauabschnitts. In den vergangenen Jahren wurden beide Richtungsfahrbahnen jeweils um einen zusätzlichen Fahrstreifen erweitert. Nach Angaben der Autobahn Westfalen wurden in diesem bisherigen Abschnitt rund 125.000 Tonnen Asphalt verbaut. Hinzu kamen etwa 40.000 Kubikmeter Frostschutzschicht. Diese wurde aus zerkleinerten Teilen der alten Betonfahrbahn hergestellt und direkt vor Ort wiederverwendet. Für die viel befahrene Verbindung südlich von Münster ist der Fortschritt deshalb ein sichtbarer Meilenstein, auch wenn die Strecke noch nicht vollständig freigegeben ist.
Der sechsstreifige Ausbau der A1 war in diesem Abschnitt nicht nur eine reine Fahrbahnerweiterung. Um Platz für die zusätzlichen Spuren zu schaffen, mussten drei Brücken über die Autobahn abgerissen und neu gebaut werden. Sechs weitere Brücken wurden breiter ersatzneugebaut. Dabei geht es um Bauwerke, auf denen die Autobahn verschiedene Straßen sowie den Emmerbach und den Bönnebach überquert. Auch der Emmerbach wurde im Zuge der Arbeiten naturnäher gestaltet. Außerdem wurden die ehemaligen Rastanlagen Davert und Weißes Venn zurückgebaut und renaturiert.
Trotz des abgeschlossenen Asphalteinbaus bleibt die Baustelle zunächst bestehen. Bevor der Verkehr voraussichtlich im September alle sechs Fahrstreifen im nördlichen Abschnitt nutzen kann, stehen noch mehrere Restarbeiten an. Geplant sind unter anderem Stahlschutzplanken, Betonschutzwände, Fahrbahnmarkierungen und neue Beschilderung. Erst danach kann der Abschnitt vollständig in Betrieb gehen. Für Autofahrer bedeutet das: Der größte Teil der baulichen Arbeit ist sichtbar geschafft, Einschränkungen rund um die Baustelle können aber bis zur endgültigen Freigabe weiter auftreten.
Abgeschlossen ist der gesamte A1-Ausbau Ascheberg damit noch nicht. Parallel bereitet die Autobahn Westfalen die Ausschreibung für den südlichen Abschnitt zwischen Münster-Hiltrup und Ascheberg vor. Dort sollen die Arbeiten voraussichtlich im kommenden Jahr beginnen. Das Ausbauprojekt bleibt also auch nach der geplanten Freigabe des nördlichen Abschnitts ein Thema für die Region. Nach der Projektbeschreibung der Autobahn Westfalen wird die Hansalinie auf insgesamt 9,5 Kilometern ausgebaut. Verkehrsprognosen gehen für das Jahr 2030 von fast 73.000 Fahrzeugen pro Tag aus.
Die A1 gehört zu den wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen in Nordrhein-Westfalen. Südlich von Münster ist sie Teil der sogenannten Hansalinie und verbindet das Münsterland mit dem Ruhrgebiet, dem Kamener Kreuz und dem weiteren Autobahnnetz. Der Bereich südlich von Münster bis zum Kamener Kreuz ist nach Angaben der Autobahn Westfalen bislang überwiegend nur vierstreifig ausgebaut. Mit dem sechsstreifigen Ausbau soll die Strecke leistungsfähiger werden. Für Pendler, den regionalen Verkehr und den überregionalen Güterverkehr ist der Abschnitt zwischen Münster-Hiltrup und Ascheberg deshalb von besonderer Bedeutung.
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