Urzeit-Meere werden im LWL-Museum Münster digital erlebbar

Urzeit-Meere werden im LWL-Museum Münster digital erlebbar
Aus den wissenschaftlichen Daten entsteht die fertige Visualisierung: Der Ammonit Parapuzosia seppenradensis wird digital rekonstruiert und als lebensgroßes Tier in die animierte Unterwasserwelt des Paläoaquariums eingebunden. So wird sichtbar, wie aus einem Fossil ein anschauliches Bild urzeitlichen Lebens entsteht. Grafiken: Die Infografen

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Münster. Urzeitliche Meereswelten sollen ab dem 10. Juli 2026 im LWL-Museum für Naturkunde in Münster besonders anschaulich werden. Ein neues digitales Paläoaquarium zeigt ausgestorbene Tiere in Lebensgröße und bildet einen zentralen Bestandteil der Paläontologischen Landesausstellung Nordrhein-Westfalen.

Digitales Paläoaquarium zeigt ausgestorbene Tiere in Lebensgröße

Das Paläoaquarium Münster ist Teil der Ausstellung „Überleben zwischen Dinos und Schuppenbäumen“, die im LWL-Museum für Naturkunde eröffnet wird. Wie der Landschaftsverband Westfalen-Lippe mitteilt, werden darin Meeresbewohner aus verschiedenen Erdzeitaltern digital rekonstruiert. Besucherinnen und Besucher können unter anderem urzeitliche Meeresreptilien, riesige Knochenfische und Ammoniten beobachten.

Die Darstellung erfolgt auf einer rund 13 mal 4 Meter großen, gebogenen Projektionsfläche. Sie soll den Eindruck einer großen Aquariumsscheibe erzeugen. Gezeigt werden die Tiere in einem oberflächennahen Bereich offener Urzeit-Meere. Durch die gebogene Form entsteht eine räumliche Wirkung, die das Publikum näher an die dargestellte Unterwasserwelt heranführt.

Ein besonderer technischer Aspekt ist die nicht-lineare Szenenfolge. Die Animation läuft also nicht einfach als kurze Dauerschleife ab. Stattdessen sollen sich immer wieder neue Bewegungen und Begegnungen ergeben. Dadurch bleibt das Paläoaquarium auch für Menschen interessant, die länger vor der Projektionsfläche verweilen.

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Sparkasse Münsterland Ost unterstützt neues Ausstellungselement

Möglich wurde das digitale Ausstellungselement durch eine Spende der Sparkasse Münsterland Ost. Neben dem Paläoaquarium weist eine Plakette auf die Förderung hin. Angebracht wurde sie von Peter Scholz, stellvertretender Vorsitzender der Sparkasse Münsterland Ost, und LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger.

Der LWL stellt das Paläoaquarium als Verbindung von wissenschaftlicher Forschung und niedrigschwelliger Wissensvermittlung dar. Die Ausstellung soll Fossilien nicht nur als Fundstücke zeigen, sondern auch rekonstruieren, wie die Tiere in ihrer früheren Umwelt gewirkt haben könnten. Damit setzt das Museum auf eine Form der Vermittlung, die klassische Exponate mit digitaler Visualisierung verbindet.

Für das Paläoaquarium wurden jurassische und kreidezeitliche Meeresbewohner als lebensgroße 3D-Animationen rekonstruiert. Zu sehen sind unter anderem Tiere aus dem Unteren und Mittleren Jura sowie die Oberkreide mit einem Riesenammoniten. Die Rekonstruktionen sollen verschiedene Abschnitte der Erdgeschichte sichtbar machen.

Riesenammonit aus Seppenrade dient als Beispiel

Ein Beispiel für die digitale Arbeit ist der Riesenammonit Parapuzosia seppenradensis. Das Museum zeigt, wie aus einem fossilen Objekt Schritt für Schritt ein animiertes Tier entsteht. Grundlage dafür ist ein detaillierter 3D-Scan des Originalfossils. Anschließend wird die Schale digital rekonstruiert, wobei Verformungen des Fossils korrigiert werden können.

Im weiteren Prozess werden Form, Proportionen und Körpermaße überprüft. Danach erhält das digitale Modell ein virtuelles Skelett, damit Bewegungen animiert werden können. Farben und Oberflächen orientieren sich laut LWL an heutigen Meerestieren wie Muscheln, Schnecken und Perlbooten. So entsteht eine wissenschaftlich begründete Visualisierung, die den Ammoniten als lebensgroßes Tier in einem Kreide-Meer zeigt.

Die Paläontologische Landesausstellung Nordrhein-Westfalen ist ein gemeinsames Projekt des Ruhr Museums in Essen, des LWL-Museums für Naturkunde in Münster und des Lippischen Landesmuseums Detmold. Von April 2026 bis September 2027 erzählen die drei Häuser in unterschiedlichen Ausstellungen vom Wandel des Lebens über große Zeiträume hinweg.

Landesausstellung ist Teil eines größeren Kulturprogramms

Die Ausstellung im LWL-Museum für Naturkunde wird von der LWL-Kulturstiftung gefördert. Sie gehört außerdem zum Kulturprogramm rund um das Jubiläum „1.250 Jahre Westfalen“, das 2025 unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier gefeiert wurde und bis in das Jahr 2026 hineinwirkt. Zusätzlich wird die Ausstellung von der Sparkasse Münsterland Ost unterstützt.

Mit dem Paläoaquarium bekommt die Landesausstellung in Münster ein Element, das Forschung, Technik und Museumserlebnis zusammenführt. Für das LWL-Museum ist es zugleich ein neuer Zugang zu einer Zeit, aus der nur Fossilien erhalten sind. Die digitale Rekonstruktion soll zeigen, wie vielfältig das Leben in früheren Erdzeitaltern gewesen sein könnte.

Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe, Pressemitteilung vom 20.06.2026.

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