
Münster. Die Ludgerusschule Albachten steht vor einem grundlegenden Wechsel: Während die Grundschule zum Schuljahr 2026/2027 in den Neubau in Albachten-Ost umziehen soll, plant die Stadt Münster für das bisherige Gebäude an der Hohen Geist eine neue Nutzung. Ab dem 1. September 2026 sollen zunächst Vereine Räume übernehmen. Langfristig könnte aus der alten Schule ein Ort für Bildung, Kultur, Bewegung und Begegnung entstehen.
Der Auslöser für die neue Planung liegt in Albachten-Ost. Dort baut die Stadt Münster eine neue dreizügige Grundschule. Das Gebäude soll im Sommer 2026 fertig sein und Platz für rund 300 Kinder bieten. Die Kosten werden von der Stadt mit rund 25,1 Millionen Euro angegeben. Geplant sind zwölf Unterrichtsräume, Differenzierungs- und Betreuungsräume sowie Lerninseln. Auch ein Forum im Zentrum des Gebäudes soll für schulische und stadtteilbezogene Veranstaltungen nutzbar sein.
Ursprünglich war der Neubau mit dem erwarteten Wachstum im Baugebiet Albachten-Ost verbunden. Weil sich die Entwicklung dort verzögert hat, sieht die Stadt nach der Schulentwicklungsplanung derzeit keinen zusätzlichen Bedarf für eine weitere Grundschule. Stattdessen soll die Ludgerusschule aus ihrem bisherigen, räumlich beengten Standort in den Neubau wechseln. Das alte Schulgebäude bleibt damit nicht einfach übrig, sondern wird zu einer strategischen Reserve und zugleich zu einer Chance für Albachten.
Für die Zeit nach dem Umzug plant die Stadt zunächst eine Interimsnutzung. Ab dem 1. September 2026 sollen die Musikschule Albachten, Musikkultur Albachten und Concordia Albachten Räume in der bisherigen Ludgerusschule nutzen können. Besonders die Musikschule hat nach Angaben der Verwaltung unmittelbaren Raumbedarf für ihren Unterricht. Auch Musikkultur Albachten will Räume übernehmen. Der Schulhof bleibt zunächst in städtischer Regie, die Fertigbauklassen auf dem Gelände sollen zurückgebaut und an anderer Stelle eingesetzt werden.
Die Initiative, die inzwischen unter dem Namen „Alte Schule Albachten 4.0“ auftritt, ist selbst kein eingetragener Verein. Deshalb sollen die drei beteiligten Vereine Vertragspartner der Stadt werden. Für das kommende Schuljahr ist zunächst ein Mietvertrag vorgesehen. Die konkreten Konditionen werden in einer nichtöffentlichen Vorlage behandelt. Öffentlich ist aber bereits erkennbar: Die Stadt will Leerstand vermeiden und zugleich neue Räume für das Vereinsleben im Stadtteil schaffen.
Die Nachnutzung ist allerdings nicht grenzenlos möglich. Nach aktuellem Stand will die Stadt den neueren östlichen Gebäudeteil zunächst als Schulraumreserve erhalten. Der Grund: Je nach Entwicklung des Baugebiets und der Zuzüge könnten die Schülerzahlen in den kommenden Jahren wieder steigen. Dann wäre eine zeitweise Auslagerung von Klassen in die alte Ludgerusschule nicht ausgeschlossen. Größere bauliche Veränderungen sind in diesem Gebäudeteil deshalb vorerst nicht vorgesehen.
Anders sieht es beim älteren Gebäudeteil aus. Dort rechnet die Verwaltung absehbar nicht mehr mit schulischen Bedarfen. Dieser Bereich könnte deshalb mittel- bis langfristig stärker für die Initiative geöffnet und baulich angepasst werden. Geplant sind multifunktionale Nutzungen, Angebote für Musik, Kultur und Bewegung sowie ein Stadtteilarchiv von Musikkultur Albachten. Concordia Albachten plant zudem ein Bewegungs- und Physioangebot, das privat organisiert und nicht nur auf Vereinsmitglieder beschränkt sein soll.
Wie teuer die dauerhafte Umnutzung wird, ist noch offen. Die Stadt prüft die notwendigen baulichen Maßnahmen derzeit in einer Machbarkeitsstudie. Erst danach sollen Kosten, Nutzungsmodell und Betreiberkonzept politisch beraten werden. Die Verwaltung will dem Rat dazu in der zweiten Jahreshälfte 2026 eine Vorlage vorlegen. Damit bleibt der aktuelle Schritt zunächst ein Einstieg, aber noch keine endgültige Entscheidung über den dauerhaften Umbau der alten Ludgerusschule.
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