Anlagebetrug in Münster: Polizei warnt vor falschen Finanzberatern

Fahrrad- und Rucksackdiebin in Münster auf frischer Tat erwischt
Foto: Markus Spiske

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Die Polizei Münster warnt vor einer Betrugsmasche, bei der ältere Menschen mit angeblich lukrativen Geldanlagen um hohe Summen gebracht werden. In den vergangenen Tagen sind der Polizei zwei Fälle bekannt geworden, bei denen Senioren auf falsche Gewinnversprechen hereingefallen sein sollen.

Nach Angaben der Polizei bringen unbekannte Täter ihre Opfer dazu, Geld auf neu angelegte Konten zu überweisen. Dabei geben sie sich häufig als Finanzberater aus und versprechen hohe Renditen. Besonders perfide: Die Betrüger bauen über mehrere Telefonate Vertrauen auf und begleiten ihre Opfer Schritt für Schritt durch die angebliche Geldanlage.

Falsche Werbung und angebliche KI-Gewinne

In einem Fall wurde ein 85-Jähriger im Internet auf vermeintlich hohe Gewinne durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz aufmerksam. Ihm soll suggeriert worden sein, dass der spätere Gewinn umso höher ausfalle, je mehr Geld er überweise. Nach Polizeiangaben überwies der Mann über mehrere Wochen verschiedene Geldbeträge.

In einem weiteren Fall erhielt ein 67-Jähriger den Anruf eines angeblichen Mitarbeiters eines Vergleichsportals. Dabei ging es um die Eröffnung eines Festgeldkontos mit festem Zinssatz. Im Verlauf des Kontakts eröffnete der Mann nach Darstellung der Polizei weitere Konten in den Niederlanden und überwies hohe Geldsummen.

So gehen die Täter beim Anlagebetrug vor

Die Betrugsmasche beginnt häufig mit Werbung im Internet. Dabei nutzen die Täter nach Angaben der Polizei falsche Prominentenwerbung oder angeblich besonders attraktive Anlageangebote. Wer auf solche Anzeigen klickt, wird oft auf Seiten geleitet, auf denen persönliche Kontaktdaten wie E-Mail-Adresse oder Telefonnummer abgefragt werden.

Anschließend melden sich die angeblichen Finanzberater telefonisch. Sie überreden die Geschädigten, Apps herunterzuladen, über die sie Zugriff auf Geräte erhalten können. Häufig folgt zunächst eine kleinere Überweisung. Um Vertrauen zu schaffen, zahlen die Täter Geld teilweise wieder zurück. Danach drängen sie auf immer höhere Transaktionen.

Kontrolle über Konten und Kryptowährungen

Besonders gefährlich wird die Masche, wenn Geschädigte unter Anleitung der Täter neue Konten anlegen. Nach Angaben der Polizei ändern die Täter im weiteren Verlauf Zugangsdaten und übernehmen so die Kontrolle. Anschließend transferieren sie das Geld auf andere Konten oder wandeln es in Kryptowährungen um.

Auffällig wird der Betrug oft erst spät. Viele Opfer bemerken den Schaden erst dann, wenn sie selbst wieder auf ihr Geld zugreifen möchten. Die Polizei warnt deshalb ausdrücklich vor Geldanlagen, bei denen Unbekannte telefonisch Druck ausüben oder technische Hilfe beim Einrichten von Konten und Apps anbieten.

Polizei Münster gibt Hinweise zum Schutz

Die Polizei rät, Geldanlagen im Internet besonders sorgfältig zu prüfen und Unbekannten keinen Zugriff auf Geräte zu gewähren. Links in E-Mails sollten nicht angeklickt werden, weil sie auf täuschend echt aussehende gefälschte Internetseiten führen können. Sicherer ist es, Internetadressen selbst in den Browser einzugeben.

Auch Anbieter von Geldanlagen sollten überprüft werden. Die Polizei verweist dabei auf die Unternehmensdatenbank der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Fehlt ein Anbieter dort, kann das ein Warnsignal sein. Gleichzeitig ist eine Prüfung allein keine Garantie für Seriosität.

Besondere Vorsicht bei Druck am Telefon

Ein zentrales Warnzeichen ist telefonischer Druck. Wer am Telefon zu einer schnellen Überweisung gedrängt wird, sollte misstrauisch werden. Das gilt auch dann, wenn das Zielkonto in Deutschland liegt. Nach Angaben der Polizei nutzen Betrüger solche Konten gezielt, um Seriosität vorzutäuschen.

Bei Überweisungen auf ausländische Konten ist zusätzliche Vorsicht geboten. Grundsätzlich gilt: Fremde sollten keine Apps auf Geräten installieren dürfen und keinen Zugriff auf Computer, Smartphone oder Tablet erhalten. Wer unsicher ist, sollte den Vorgang abbrechen, Angehörige einbeziehen oder direkt die Polizei kontaktieren.

Gemeinsame Anstrengungen von Stadt und Polizei

Die Stadtverwaltung und die Polizei werden die Entwicklung am Servatiiplatz eng begleiten und, wenn nötig, im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten eingreifen. Die Stadt wird immer dann als Ordnungsbehörde tätig, wenn geltende Regeln verletzt und die öffentliche Sicherheit durch konkrete Verhaltensweisen von Personen gefährdet wird.

Wiederholte Polizeieinsätze am Servatiiplatz

Am Servatiiplatz kommt es immer wieder zu Zwischenfällen. Erst kürzlich gerieten dort zwei Männer in einen Streit, der in einer körperlichen Auseinandersetzung endete. Die Polizei konnte die Kontrahenten trennen und hat ein Strafverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung gegen den 17-jährigen Tatverdächtigen eingeleitet.

Ermittlungskommission der Polizei im Einsatz

Eine spezielle Ermittlungskommission der Polizei kümmert sich um den Servatiiplatz. In den vergangenen acht Wochen hat diese bereits 25 Strafverfahren eingeleitet. Zudem wurde ein 22-jähriger Tatverdächtiger festgenommen, der im Verdacht steht, über einen längeren Zeitraum am Servatiiplatz mit Marihuana und Kokain gehandelt zu haben

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