Anti-Merz-Plakate in Münster: Gruppe DIES IRAE bekennt sich zu Aktion

Am Hauptbahnhof Münster ist ein satirisches Plakat im CDU-Stil aufgetaucht. Es greift Friedrich Merz und die Debatte über Sozialkürzungen auf.

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Münster. Erst hingen am Hauptbahnhof Münster satirische Anti-Merz-Plakate im Stil der CDU, dann waren sie schnell wieder verschwunden. Jetzt ist klar: Die Aktionsgruppe DIES IRAE bekennt sich zu der Aktion. Nach Darstellung der Gruppe wurden die Schaukästen am frühen Morgen des 28. Mai 2026 geöffnet, mit eigenen Plakaten bestückt und anschließend wieder verschlossen. Eine Stellungnahme von Ströer beziehungsweise RBL lag zunächst nicht vor, telefonisch war dort niemand zu erreichen. Auch ob die CDU Strafantrag gestellt hat oder weitere Schritte prüft, ist derzeit unklar.

Gruppe kritisiert Merz und die Sozialpolitik der Union

DIES IRAE verbindet die Aktion in dem Schreiben mit scharfer Kritik an Friedrich Merz und der CDU. Im Zentrum steht der Vorwurf, die Union schone große Vermögen, während zugleich über Einsparungen in sozialen Bereichen diskutiert werde.  Hintergrund sind Berichte über ein Arbeitspapier der Unionsfraktion mit möglichen Einsparvorschlägen bei Leistungen für Kinder, Jugendliche, Familien und Menschen mit Behinderung.

„Streichliste“ als Schlagwort der Aktion

Ein zentraler Bezugspunkt des Bekennerschreibens ist die sogenannte „Streichliste“, die in den vergangenen Wochen zum politischen Reizwort geworden ist. DIES IRAE wirft der CDU vor, Geldmangel als Begründung für mögliche Kürzungen anzuführen, während an anderer Stelle hohe Summen mobilisiert würden. Zugleich fordert die Gruppe eine stärkere Belastung großer Vermögen, etwa über eine Vermögensteuer oder höhere Steuern auf Kapitalerträge.

Zweites Motiv nimmt die Rentendebatte auf

Neben der Kritik an möglichen Sozialkürzungen greift DIES IRAE auch die Rentendebatte auf. Ein weiteres Plakat nimmt die Idee aufs Korn, den Renteneintritt stärker an Lebenserwartung oder Lebensarbeitszeit zu koppeln. Die satirische Zuspitzung stellt die Sorge in den Mittelpunkt, dass Beschäftigte künftig immer länger arbeiten müssten, während die politische Debatte über die Finanzierbarkeit des Rentensystems weiterläuft.

Aktion passt zur Protestform des Adbusting

Die Plakataktion lässt sich in den Kontext des sogenannten Adbusting einordnen. Dabei werden Werbeplakate im öffentlichen Raum verfremdet, umgestaltet oder durch eigene Motive ersetzt. Häufig greifen solche Aktionen die Gestaltung von Parteien, Unternehmen oder Marken auf, um deren Botschaften satirisch zu brechen und politische Kritik sichtbar zu machen.

DIES IRAE ist in diesem Umfeld als Aktionsgruppe bekannt. Das Kollektiv nutzt immer wieder Motive, die zunächst wie offizielle Werbung erscheinen, dann aber eine gegenteilige oder entlarvende Botschaft transportieren sollen.

Nach eigener Darstellung wurde bei der Aktion kein Sachschaden verursacht. Die Gruppe erklärt, die Werbevitrine sei mit einfachem Werkzeug geöffnet, das Plakat sachgerecht eingehängt und anschließend wieder verschlossen worden. Das ursprüngliche Plakat sei nicht entwendet worden und im Werbekasten verblieben. Diese Angaben stammen allerdings aus dem Bekennerschreiben und sind bislang nicht unabhängig überprüft.

Rechtliche Bewertung bleibt offen

Ob die Aktion rechtliche Folgen haben könnte, lässt sich derzeit nicht abschließend beurteilen. Entscheidend wären die konkreten Umstände vor Ort, etwa ob die Werbeflächen unbefugt geöffnet wurden, ob Sicherungen betroffen waren oder ob Rechte Dritter verletzt wurden. Dass die Gruppe selbst erklärt, es sei kein Schaden entstanden, ersetzt keine rechtliche Prüfung.

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