
Münster. Der Autokorso am Ludgeriplatz in Münster hat in der Nacht zu Sonntag für mehrere Polizeieinsätze gesorgt. Nach dem WM-Fußballspiel zwischen Deutschland und der Elfenbeinküste versammelten sich nach Angaben der Polizei rund 400 Feiernde und knapp 200 Fahrzeuge im Bereich des Kreisverkehrs. Der Verkehr am Ludgeriplatz und auf angrenzenden Straßen kam zeitweise zum Erliegen. Die meisten Menschen hätten friedlich gefeiert, zugleich registrierte die Polizei mehrere Vorfälle, darunter Unfälle, Fahrerfluchten, Pyrotechnik und eine Fahrt unter erheblichem Alkoholeinfluss. Grundlage ist die Mitteilung der Polizei Münster.
Der Ludgeriplatz wurde nach dem Spiel zu einem zentralen Treffpunkt für Fans. Nach Polizeiangaben bildete sich dort in der Nacht zum 21. Juni ein Autokorso. Rund 400 Menschen und knapp 200 Fahrzeuge kamen im Bereich des Kreisverkehrs zusammen. Dadurch wurde der Verkehr zeitweise erheblich beeinträchtigt.
Aus der Menge heraus wurde nach Angaben der Polizei auch Pyrotechnik gezündet. Verletzte durch Pyrotechnik nennt die Mitteilung nicht. Polizeipräsidentin Alexandra Dorndorf bewertete den Großteil der Feiernden als friedlich und verantwortungsbewusst, machte aber zugleich deutlich, dass einzelne Personen durch ihr Verhalten andere gefährdet hätten.
Ein Vorfall ereignete sich gegen 00:30 Uhr im Kreisverkehr. Ein bislang unbekannter Mann war dort laut Polizei mit einem gelben Leih-E-Scooter unterwegs. Auf Höhe eines verkehrsbedingt haltenden Kia stürzte er. Dabei kollidierte der E-Scooter mit dem Auto und beschädigte den Wagen.
Der Mann soll dem Fahrer des Kia gesagt haben, dass er sich leicht an der Hüfte verletzt habe. Anschließend entfernte er sich nach Polizeiangaben, ohne sich um den entstandenen Schaden zu kümmern. Die Polizei wertet den Vorfall als Unfallflucht und sucht den bislang unbekannten Fahrer.
Wenige Minuten später kam es auf der Hammer Straße zu einem weiteren Unfall. Gegen 00:38 Uhr fuhr ein 32-Jähriger mit einem VW in Richtung Ludgeriplatz. Kurz vor dem Kreisverkehr kollidierte sein Wagen mit einem am Straßenrand geparkten Peugeot. Der Mann flüchtete zunächst.
Einsatzkräfte stoppten ihn anschließend im Kreisverkehr. Ein freiwilliger Atemalkoholtest ergab nach Polizeiangaben einen Wert von mehr als 2,4 Promille. Außerdem besaß der 32-Jährige keine gültige Fahrerlaubnis. Gegen ihn wurde ein umfangreiches Strafverfahren eingeleitet. Zusätzlich meldete die Polizei im Zusammenhang mit dem Autokorso einen Auffahrunfall im Kreisverkehr. Dabei wurde niemand verletzt.
Die Polizei Münster zieht nach dem Autokorso eine gemischte Bilanz. Einerseits hätten viele Menschen ausgelassen und friedlich gefeiert. Andererseits seien Verkehrsunfälle, Fahrerfluchten, erheblicher Alkoholeinfluss am Steuer und unsachgemäßer Umgang mit Pyrotechnik keine harmlosen Begleiterscheinungen einer Feier.
Die Behörde kündigte an, Straftaten und Ordnungswidrigkeiten konsequent zu verfolgen. Zugleich appellierte sie an Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer, auch in solchen Situationen Rücksicht zu nehmen. Wer Alkohol trinke, müsse das Fahrzeug stehen lassen. Sicherheit und gegenseitige Rücksichtnahme hätten auch bei Feiern Vorrang.
Bereits am Samstagabend hatte die Polizei einen weiteren Einsatz in der Innenstadt. Gegen 22:25 Uhr meldete ein Zeuge eine Person mit einem Messer im Bereich der Kreuzstraße. Einsatzkräfte trafen den Mann nach Polizeiangaben in einem Hauseingang an.
Bei dem 34-Jährigen stellten die Beamten ein Gemüsemesser und Amphetamin sicher. Gegen den Mann wurde eine Anzeige wegen des Verdachts auf einen Verstoß gegen das Waffengesetz sowie wegen des Besitzes von Betäubungsmitteln gefertigt. Polizeipräsidentin Dorndorf betonte in diesem Zusammenhang, dass Messer dort, wo viele Menschen zusammenkommen, tabu seien.
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