Jens Spahn im Umfeld von Peter Thiel: Datenleck enthüllt Treffen

Datenleck zur Dialog Society: Jens Spahn bestätigte fünf Teilnahmen an Treffen des Thiel-Netzwerks.
Michael Lucan, CC BY-SA 3.0 DE, via Wikimedia Commons

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Ein Datenleck zur „Dialog Society“ des US-Tech-Milliardärs Peter Thiel sorgt auch in Deutschland für politische Aufmerksamkeit. Nach Medienberichten taucht in den offengelegten Unterlagen auch Jens Spahn auf, der frühere Bundesgesundheitsminister und heutige Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Seine Sprecherin bestätigte demnach fünf Teilnahmen an Treffen des vertraulich arbeitenden Netzwerks.

Spahn nahm nach diesen Angaben 2018 in Irland, 2019 in Italien, 2022 in Portugal, 2023 in Spanien und 2024 in Deutschland an Veranstaltungen teil. Die ersten beiden Treffen fielen damit in seine Zeit als Bundesgesundheitsminister. Für ein weiteres Treffen im August 2026 bei Dublin habe Spahn eine Einladung erhalten, seine Teilnahme aber abgesagt.

Was über die Dialog Society bekannt ist

Die „Dialog Society“ wird als privates, einladungsbasiertes Netzwerk beschrieben, das mit Peter Thiel verbunden ist. Thiel ist PayPal-Mitgründer, Palantir-Mitgründer und einer der bekanntesten Tech-Investoren der USA. Palantir steht wegen seiner Datenanalyse-Software für Sicherheitsbehörden und Geheimdienste immer wieder in der Kritik.

Nach Berichten von Wired und Correctiv soll das Netzwerk internationale Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Militär und Kultur zusammenbringen. Öffentlich sichtbar war es bislang kaum. Unklar bleibt, ob die geleakten Namen Mitglieder der Organisation oder Teilnehmer einzelner Treffen sind.

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Warum Spahns Teilnahme politisch brisant ist

Politisch relevant ist der Vorgang vor allem wegen Spahns früherer Regierungsfunktion. Zwei der bestätigten Teilnahmen fanden 2018 und 2019 statt, als Spahn Bundesgesundheitsminister war. Damit stellt sich die Frage, in welchem Rahmen Regierungsmitglieder an vertraulichen internationalen Netzwerktreffen teilnehmen und wie solche Termine transparent gemacht werden.

Nach Angaben aus Spahns Umfeld seien Spahn und Thiel sich bei den Treffen nicht persönlich begegnet. Offen blieb nach Medienberichten jedoch, ob Spahn lediglich Gast einzelner Veranstaltungen war oder darüber hinaus enger mit dem Format verbunden war.

Datenleck nennt internationale Namen

Die offengelegten Daten wurden von der Hackerin und Aktivistin Maia Arson Crimew öffentlich gemacht. Zuerst berichtete das US-Medium Wired über das Datenleck. Neben Jens Spahn sollen in den Unterlagen auch bekannte internationale Namen auftauchen, darunter Kaja Kallas, Scott Bessent, Jared Kushner, Elon Musk und Reema Al-Saud.

Wired berichtete außerdem, dass die internen Daten nicht nur Namen enthielten. Demnach fanden sich dort auch Registrierungsdaten, persönliche Kontaktdaten, politische Selbsteinschätzungen und teils Angaben, die für interne Vernetzung oder Sitzordnungen genutzt worden sein sollen.

Unterschiedliche Angaben zu Kosten der Treffen

Ein weiterer Punkt betrifft mögliche Teilnahmegebühren. t-online berichtete unter Berufung auf Teilnehmerkreise von rund 15.000 Euro pro Veranstaltung. Aus Spahns Umfeld hieß es dagegen, er habe anfallende Teilnahmegebühren in niedrig dreistelliger Höhe selbst getragen.

Reisekosten könnten je nach Funktion auf Antrag von Ministerium, Bundestag oder Fraktion übernommen worden sein. Teilnahmegebühren würden nach den einschlägigen Richtlinien nicht übernommen. Die unterschiedlichen Angaben zeigen, dass die finanziellen Details der Treffen weiter erklärungsbedürftig bleiben.

Thiels Rolle macht das Netzwerk besonders umstritten

Das Format vertraulicher Konferenzen ist für sich genommen nicht ungewöhnlich. Brisant wird die Debatte vor allem durch die Person Peter Thiel. Der Tech-Milliardär gilt als einflussreicher rechter Netzwerker, war Unterstützer von Donald Trump und wird immer wieder wegen seiner Haltung zur liberalen Demokratie kritisch diskutiert..

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