
Münster. Das Docklands Festival Münster hat den Hawerkamp am Samstag wieder in ein großes Areal für elektronische Musik verwandelt. Rund 15.000 Gäste wurden erwartet, dazu kamen nationale und internationale Acts, fünf Open-Air-Bühnen und ein Nachtprogramm in den umliegenden Clubs.
Das Docklands unterscheidet sich von vielen anderen Festivals vor allem durch seinen zweigeteilten Aufbau. Der erste Teil lief tagsüber auf dem Gelände rund um Hawerkamp und Kanal. Ab 22 Uhr verlagerte sich das Programm in die Clubs am Hawerkamp und am Stadthafen. Dort ging es auf mehreren Floors weiter.
Damit bleibt das Festival eng mit der Clubkultur in Münster verbunden. Statt nach dem letzten Open-Air-Set zu enden, führt das Konzept direkt vom Festivalgelände in die Nacht. Der Zugang zu den Clubs war an das Festivalticket gebunden. Eine separate Abendkasse für die Clubnacht war nach Angaben der Veranstalter nicht vorgesehen.
Das Wetter spielte am Nachmittag und Abend nicht durchgehend mit. Leichter Regen setzte ein, später kam kurz noch einmal die Sonne heraus. Auf dem Gelände blieb die Stimmung dennoch stabil. Viele Gäste waren vorbereitet, trugen Regencapes oder suchten zeitweise Schutz an überdachten Bereichen.
Vor den Bühnen wurde weiter getanzt. Besonders die überdachte Canal Stage bot bei Regen einen naheliegenden Rückzugsort, während die offenen Bühnen weiter bespielt wurden. Der Ablauf des Festivals wurde dadurch nach den vorliegenden Informationen nicht grundlegend beeinträchtigt.
Musikalisch setzte das Docklands 2026 auf eine breite Auswahl elektronischer Stile. Im Line-up standen unter anderem Marlon Hoffstadt, Cinthie, DJ Gigola, Âme b2b Henrik Schwarz, Adrián Mills, Alba Franch, Syreeta, Desiree b2b Jimi Jules, Kalte Liebe, Juliet Sikora und Schrotthagen.
Auffällig waren mehrere Back-to-Back-Sets. Dabei treten zwei DJs gemeinsam auf und wechseln sich während des Sets ab. Für das Publikum entsteht dadurch kein klassischer Soloauftritt, sondern ein gemeinsamer musikalischer Verlauf, bei dem beide Acts ihren Sound einbringen.
Die Bandbreite des Programms reichte von House über Techno bis zu härteren und trancigen Spielarten. Damit sprach das Festival nicht nur ein klassisches Clubpublikum an, sondern auch Gäste, die gezielt wegen einzelner Subgenres oder bestimmter Acts nach Münster kamen.
Auf dem Festivalgelände gab es 2026 eine Neuerung. Neben Main-, Kamp-, Rail- und Canal-Stage kam die Backyard-Stage hinzu. Sie ergänzte die bestehenden Open-Air-Bereiche und vergrößerte die Auswahl zwischen den Bühnen.
Für die Umsetzung wurde erheblicher technischer Aufwand betrieben. Nach Angaben aus der Berichterstattung waren mehr als 200 Lautsprecher, 80 DJ-Pulte und rund 100 Tonnen Material im Einsatz. Das zeigt, wie stark das Docklands inzwischen als Großveranstaltung geplant wird.
Auch die Bezahlung auf dem Gelände wurde verändert. Statt eines Tokensystems wurde bargeldlos bezahlt. Für Besucher bedeutete das weniger Umrechnung und eine direktere Abwicklung an den Ständen.
Das Docklands ist seit 2010 Teil der elektronischen Musikszene in Münster. Für die Stadt hat das Festival vor allem deshalb Bedeutung, weil es nicht auf ein abgeschottetes Gelände außerhalb setzt, sondern den Hawerkamp mit seinen Clubs, Freiflächen und Industrieflächen nutzt.
Der Ort prägt den Charakter der Veranstaltung. Alte Gewerbestrukturen, Clubräume, offene Flächen und die Nähe zum Kanal bilden eine Kulisse, die sich deutlich von klassischen Festivalplätzen unterscheidet. Genau daraus entsteht der besondere Reiz des Docklands: Es ist Tagesfestival, Clubnacht und Szenetreffpunkt zugleich.
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