
Kim Yo-jong hat kurz vor dem erwarteten Besuch des chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Nordkorea den Atomkurs Pjöngjangs bekräftigt. Die Schwester von Machthaber Kim Jong-un erklärte über nordkoreanische Staatsmedien, Nordkorea werde von seinem Status als Atomwaffenstaat nicht abrücken.
Auslöser der Erklärung waren US-Aussagen, wonach Washington und Peking weiter das Ziel einer Denuklearisierung Nordkoreas verfolgen. Kim Yo-jong wies diese Darstellung zurück. Sie bezeichnete entsprechende Angaben aus den USA als falsch und stellte die nukleare Abschreckung Nordkoreas als endgültige Linie dar.
Offiziell bestätigt war zunächst nur, dass Nordkorea diese Erklärung über staatliche Medien verbreitete. Unabhängig prüfen lassen sich die nordkoreanischen Angaben zu internen Entscheidungen oder strategischen Zielen nicht.
Die Äußerung kommt zu einem politisch sensiblen Zeitpunkt. Chinas Präsident Xi Jinping wird zu Gesprächen mit Kim Jong-un in Pjöngjang erwartet. Es wäre sein erster Besuch in Nordkorea seit sieben Jahren.
China gilt als wichtigster wirtschaftlicher und diplomatischer Partner Nordkoreas. Zugleich hat Peking offiziell wiederholt erklärt, eine atomwaffenfreie koreanische Halbinsel anzustreben. Nordkorea setzt dem nun demonstrativ die eigene Position entgegen.
Für Pjöngjang ist die Botschaft auch international gerichtet. Nordkorea will deutlich machen, dass mögliche Gespräche mit China, den USA oder Südkorea nicht auf eine Aufgabe seines Atomprogramms hinauslaufen sollen.
Die Erklärung Kim Yo-jongs steht in einer Reihe jüngster nordkoreanischer Signale. Staatsmedien hatten zuvor über einen Besuch Kim Jong-uns in einer Anlage zur Produktion von Nuklearmaterial berichtet. Außerdem wurde ein Ausbau der Raketenproduktion angekündigt.
Belastbar ist daran vor allem, dass Nordkorea diese Schritte öffentlich inszeniert. Nicht unabhängig bestätigt war zunächst, welche tatsächlichen Kapazitäten die genannten Anlagen haben.
Trotz internationaler Sanktionen treibt Nordkorea sein Atom- und Raketenprogramm seit Jahren voran. Nach dem Scheitern der Gespräche zwischen Kim Jong-un und Donald Trump im Jahr 2019 hat Pjöngjang Verhandlungen über sein Atomprogramm wiederholt abgelehnt.
Die jüngste Erklärung Kim Yo-jongs bestätigt diese Linie. Sie kommt zu einem Zeitpunkt, in dem diplomatische Bewegung auf der koreanischen Halbinsel möglich erscheint. Nordkorea stellt jedoch bereits im Vorfeld klar, dass der Atomstatus dabei nicht zur Disposition steht.
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