
Münster. Ein fehlender Drogeriemarkt in Amelsbüren wird erneut zum politischen Thema. Die CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung Hiltrup will die Verwaltung beauftragen, konkrete Standorte im bestehenden Ortskern zu prüfen. Der Vorstoß ist mehr als eine Standortdebatte. Er berührt eine zentrale Frage für den wachsenden Stadtteil: Wie bleibt die Nahversorgung erreichbar, wenn zusätzliche Flächen knapp sind und der Ortskern zugleich gestärkt werden soll?
Amelsbüren verändert sich spürbar. Die Stadt Münster beschreibt den Stadtteil selbst als „in Bewegung“: Das Baugebiet Am Dornbusch nimmt Gestalt an, die neue Dreifachsporthalle soll zusätzliche Nutzungsmöglichkeiten schaffen, im Hansa-Business-Park entsteht die Batterieforschungsfabrik, und nach längerem Leerstand hat ein neuer Discounter im Ortszentrum eröffnet. Damit wächst nicht nur der Stadtteil, sondern auch der Druck auf eine alltagstaugliche Versorgung vor Ort.
Genau an dieser Stelle setzt der politische Antrag an. Nach dem fortgeschriebenen Einzelhandels- und Zentrenkonzept gibt es im Zentrum und im gesamten Stadtteil derzeit keinen Drogeriemarkt. Zugleich sind größere Neuansiedlungen wegen begrenzter Flächen schwierig. Die CDU leitet daraus ab, dass nicht zuerst über neue Einzelhandelsstandorte am Rand gesprochen werden sollte, sondern über vorhandene Möglichkeiten im Ortskern.
Der Antrag nennt zwei Ansatzpunkte. Geprüft werden sollen die Flächen des früheren Getränkemarkts, die heute teilweise durch die Zahnarztpraxis Dr. Bossler genutzt werden, einschließlich möglicher Brachflächen und Anbaupotenziale. Außerdem soll die Verwaltung das Erweiterungspotenzial am K+K-Markt an der Davertstraße 100 betrachten.
Damit zielt der Antrag nicht auf eine abstrakte Wunschliste, sondern auf eine Machbarkeitsprüfung im Bestand. Die Verwaltung soll darstellen, ob in Amelsbüren ein klassischer Drogeriemarkt oder zumindest ein kleineres drogerienahes Angebot realistisch vorbereitet werden kann. Dazu sollen Gespräche mit Eigentümern, möglichen Betreibern und gegebenenfalls Projektentwicklern geführt werden. Ergebnisse erwartet die CDU spätestens bis Januar 2027.
Besonders deutlich ist der Antrag beim Lailly-en-Val-Platz. Dieser soll nicht weiter als Standort für einen Drogeriemarkt oder anderen strukturprägenden Einzelhandel verfolgt werden. Die CDU verweist dabei auf eine fachliche Einschätzung, wonach der Platz für diese Funktion ungeeignet sei.
Das ist auch deshalb relevant, weil der Lailly-en-Val-Platz in städtischen Überlegungen zur Ortsmitte eine andere Rolle spielt. Im Beteiligungsprozess zur Gestaltung der Ortsmitte gehörte der Bereich um die St.-Sebastian-Kirche mit dem Lailly-en-Val-Platz zu den drei wichtigen Orten, für die Bürgerinnen und Bürger Ideen entwickeln konnten. Ziel war dort unter anderem eine bessere Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum. Mehr als 150 Ideen und Hinweise gingen in der Beteiligung ein.
Der politische Kern liegt in der Abwägung zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Ein Drogeriemarkt würde die Nahversorgung in Amelsbüren deutlich ergänzen. Gleichzeitig macht der Antrag selbst deutlich, dass eine Ansiedlung nicht einfach über eine freie große Fläche gelöst werden kann. Entscheidend wird deshalb sein, ob Umbau, Erweiterung oder Umnutzung im bestehenden Zentrum wirtschaftlich und städtebaulich tragfähig sind.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu