Familien in Münster zahlen mehr als 30 Prozent ihres Einkommens fürs Wohnen

Münster erhält 2025 einen neuen Mietspiegel. Die verpflichtende Befragung von Mietern und Vermietern schafft Transparenz und Fairness auf dem Mietmarkt. Mieten Münster
Foto: Sephelonor

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Münster. Die Mietbelastung in Münster liegt für Familien über einer wichtigen Orientierungsmarke. Laut einer Auswertung von immowelt müssen dreiköpfige Familien in Münster rechnerisch 31,4 Prozent ihres verfügbaren Einkommens für die Warmmiete einer 90-Quadratmeter-Wohnung einplanen. Damit zählt Münster zu den Städten, in denen Wohnen den finanziellen Spielraum vieler Familien deutlich einschränkt.

Für Münster setzt immowelt eine Warmmiete von 1.258 Euro an. Das verfügbare Familieneinkommen liegt demnach bei 4.007 Euro. Münster gehört damit zwar nicht zu den teuersten Städten Deutschlands, liegt aber klar über vielen anderen Städten in Nordrhein-Westfalen.

Viele Ruhrgebietsstädte sind günstiger

Besonders auffällig ist der Vergleich innerhalb von NRW. Duisburg kommt laut immowelt auf eine Mietbelastung von 22,9 Prozent, Gelsenkirchen auf 23,3 Prozent und Herne auf 23,8 Prozent. Auch Dortmund mit 25,5 Prozent, Essen und Bochum mit jeweils 25,9 Prozent sowie Bonn mit 27,1 Prozent liegen deutlich unter Münster.

Stärker belastet sind Familien dagegen in Düsseldorf mit 33,2 Prozent und Köln mit 34,3 Prozent. Münster befindet sich damit zwischen den günstigeren Ruhrgebietsstädten und den teureren Rheinmetropolen.

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Immowelt vergleicht 107 Städte

Für das Ranking hat immowelt die Wohnkostenbelastung einer dreiköpfigen Familie in den 107 kreisfreien Städten Deutschlands berechnet. Grundlage ist ein Modellhaushalt mit einem Vollverdiener, einem Teilverdiener und einem Kind. Angesetzt wurden 1,5 Durchschnittseinkommen und eine 90 Quadratmeter große Wohnung.

Berechnet wurde die Warmmiete. Dazu zählen die Angebotsmiete und Nebenkosten. Die Nebenkosten wurden mit 2,67 Euro pro Quadratmeter angesetzt.

München und Wolfsburg zeigen die Extreme

Am stärksten belastet sind Familien laut Ranking in München. Dort kostet die angenommene 90-Quadratmeter-Wohnung 2.146 Euro warm. Bei einem verfügbaren Familieneinkommen von 5.094 Euro entspricht das einer Mietbelastung von 42,1 Prozent.

Am günstigsten schneidet Wolfsburg ab. Dort liegt die Warmmiete bei 978 Euro, das verfügbare Familieneinkommen bei 5.529 Euro. Die Belastung beträgt nur 17,7 Prozent. Nach der Miete bleiben Familien dort rechnerisch rund 1.603 Euro mehr als in München.

Wohnkosten werden bundesweit zum Problem

In 48 der 107 untersuchten Städte liegt die Mietbelastung über 30 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens. Damit ist fast jede zweite kreisfreie Stadt betroffen. Weniger als 25 Prozent Mietbelastung gibt es nur noch in 16 Städten.

Die 30-Prozent-Marke ist keine amtliche Grenze, wird aber häufig als Orientierung genutzt. Amtlich gilt eine Wohnkostenüberbelastung meist ab mehr als 40 Prozent des verfügbaren Einkommens. Laut Statistischem Bundesamt lebten 2025 in Deutschland 11,2 Prozent der Bevölkerung in Haushalten, die mehr als 40 Prozent ihres Einkommens fürs Wohnen ausgeben mussten.

Nebenkosten verschärfen die Lage

Ein zusätzlicher Faktor sind die Betriebskosten. Der Deutsche Mieterbund weist für 2024 durchschnittliche Betriebskosten von 2,67 Euro pro Quadratmeter und Monat aus. Genau diesen Wert nutzt immowelt in der Berechnung.

Für Familien zählt deshalb nicht nur die Kaltmiete. Auch Heizkosten, Wasser, Müllgebühren und weitere Nebenkosten entscheiden darüber, wie viel Geld am Monatsende bleibt. In Münster zeigt das Ranking deutlich: Wohnen ist für Familien bereits zu einer spürbaren Belastung geworden.

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