Münsters Fotopionier neu entdeckt: Seltene Originale im Stadtmuseum

Bei dem Bild der beiden Mädchen handelt es sich um eine Daguerreotypie von Friedrich Hundt. Daguerreotypie © Stadtmuseum Münster

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Münster. Mehr als 180 Jahre alte Fotografien bekommen im Stadtmuseum Münster einen neuen Auftritt. Teile des Nachlasses von Friedrich Hundt, dem ersten Fotografen Westfalens, werden dort ab sofort unter besonderen Lichtbedingungen gezeigt. Darunter befinden sich sechs seltene Daguerreotypien, die wegen ihrer empfindlichen Oberfläche nicht wie gewöhnliche Fotografien präsentiert werden können.

Sechs seltene Daguerreotypien von Friedrich Hundt

Im zweiten Obergeschoss des Stadtmuseums sind sechs Porträt-Daguerreotypien von Friedrich Hundt zu sehen. Dabei handelt es sich um frühe fotografische Einzelstücke auf versilberten Kupferplatten. Anders als spätere fotografische Verfahren ließen sich diese Bilder nicht beliebig vervielfältigen, jedes erhaltene Exemplar ist deshalb ein Unikat.

Das Verfahren geht auf den französischen Fotopionier Louis Daguerre zurück. Seine Technik wurde 1839 erstmals einer größeren Öffentlichkeit in Paris vorgestellt und verbreitete sich anschließend international. Allerdings wurde die Daguerreotypie nur vergleichsweise kurze Zeit verwendet. Entsprechend selten sind heute erhaltene Aufnahmen aus dieser frühen Phase der Fotografie.

Historische Vitrine bekommt spezielle Beleuchtung

Die besondere Oberfläche der Aufnahmen macht ihre Präsentation anspruchsvoll. Da sich das Motiv auf einer spiegelnden Metallfläche befindet, muss das Licht genau abgestimmt werden. Gleichzeitig dürfen die empfindlichen Originale nicht dauerhaft einer starken Beleuchtung ausgesetzt sein.

Das Stadtmuseum hat deshalb eine historische Vitrine aus dem 19. Jahrhundert speziell umbauen lassen. Die Fotografien werden dort bei kontrolliertem und stark reduziertem Raumlicht präsentiert. Nach Angaben von Museumsdirektorin Dr. Barbara Rommé werden Daguerreotypien in Münster damit erstmals auf diese Weise gezeigt.

Friedrich Hundt eröffnete 1841 sein Atelier in Münster

Friedrich Hundt wurde 1808 geboren und zählt zu den frühen Wegbereitern der Fotografie in Deutschland. Bereits 1841 eröffnete er in Münster ein eigenes Atelier. Nach Angaben des Stadtmuseums war er damit der erste Fotograf in Westfalen und zugleich einer der ersten professionellen Fotografen im damaligen Deutschen Reich.

Seine Arbeiten dokumentieren eine Zeit, in der Fotografie noch eine technische und gesellschaftliche Neuerung war. Porträtaufnahmen entstanden damals nicht innerhalb weniger Sekunden wie heute. Die aufwendige Herstellung machte sie zu besonderen Gegenständen, die häufig sorgfältig aufbewahrt wurden.

Stadtmuseum Münster bewahrt Hundts fotografischen Nachlass

Das Stadtmuseum Münster besitzt Teile des Nachlasses von Friedrich Hundt und kann damit wichtige Zeugnisse der frühen Fotografiegeschichte zeigen. Neben den Porträts gehört auch ein Selbstbildnis des Fotografen zu den überlieferten Aufnahmen.

Mit der neuen Präsentation rückt das Museum nicht nur die Werke Hundts stärker in den Mittelpunkt, sondern auch die technischen Anfänge eines Mediums, das sich seit dem 19. Jahrhundert grundlegend verändert hat. Die neu ausgestattete Vitrine soll dabei ermöglichen, die seltenen Originale sichtbar zu machen und sie gleichzeitig möglichst schonend zu bewahren.

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