Früher Start für Erdbeeren aus Münster: Warum die Saison schon Ende April angelaufen ist

Frische Erdbeeren auf dem Feld, Erdbeeren aus Münster
Symbolbild

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Münster. Die Erdbeerernte Münster ist in diesem Jahr ungewöhnlich früh angelaufen. Erste Früchte konnten bereits Ende April geerntet werden. Der Saisonstart auf dem Betrieb Lütke Laxen in Gelmer zeigt, was sich auch landesweit abzeichnet: Durch milde Witterung, sonnige Frühjahrswochen und geschützten Anbau sind Erdbeeren aus Nordrhein-Westfalen wieder früher im Verkauf als in vielen klassischen Erntejahren.

Münsteraner Betriebe bringen erste Erdbeeren in den Verkauf

Auf dem Betrieb Lütke Laxen in Gelmer wurde der Saisonstart für Münster offiziell begleitet. Beteiligt waren die Erzeuger Burkhard Lütke Laxen, Stephan Bäcker und Wilhelm Spielbrink. Ihre Erdbeeren gelangen nach Angaben der Betriebe direkt vom Feld in Hofläden und in den Lebensmitteleinzelhandel.

Für Kundinnen und Kunden bedeutet der frühe Beginn, dass regionale Erdbeeren in Münster bereits an Verkaufsständen und in Hofläden erhältlich sind. Auch Selbstpflückangebote werden in der Saison wieder eine Rolle spielen. Wilhelm Spielbrink plant nach der erfolgreichen Premiere im vergangenen Jahr erneut ein Selbstpflückangebot in Handorf-Dorbaum.

Der frühe Start betrifft allerdings nicht alle Anbauformen gleichzeitig. Während Früchte aus geschütztem Anbau bereits früher reif werden können, beginnt die klassische Freilandernte häufig etwas später. Die Landwirtschaftskammer NRW geht davon aus, dass Erdbeeren ab Anfang Mai flächendeckend in Nordrhein-Westfalen erhältlich sein werden. Im Freiland wird der Start voraussichtlich in der ersten Maihälfte liegen.

Warum die Erdbeersaison in NRW früher angelaufen ist

Der frühe Beginn der Erdbeersaison hängt nicht allein mit dem milden Winter zusammen. Nach Angaben der Landwirtschaftskammer NRW war vor allem die warme und sonnenreiche erste Märzhälfte entscheidend. Sie ließ die Pflanzen früh wachsen und blühen. Hinzu kommt, dass viele Betriebe inzwischen mit Folientunneln, Gewächshäusern und anderen Schutzsystemen arbeiten. Dadurch können Erdbeeren früher reifen und besser vor wechselhaftem Wetter geschützt werden.

Dieser Wandel ist auch in Münster sichtbar. Die genannten Betriebe setzen auf Anbauformen, die die Saison planbarer machen und zugleich die Arbeit erleichtern sollen. Dazu gehören rückenschonende Stellagen ebenso wie Folientunnel und Gewächshäuser. Für Verbraucherinnen und Verbraucher heißt das: Erdbeeren aus regionalem Anbau sind früher in der Auslage, während die Hauptmengen je nach Wetter später folgen.

Landwirt Stephan Bäcker rechnet bei günstigen Bedingungen mit einer Ernte bis in den Spätsommer. Neben Erdbeeren kommen in den nächsten Wochen weitere Beeren hinzu. Erste Himbeeren werden ab der zweiten Maihälfte erwartet, Brombeeren und Heidelbeeren sollen im Juni folgen.

NRW gehört zu den wichtigsten Erdbeerregionen Deutschlands

Die Entwicklung in Münster ist Teil eines größeren Trends. Nordrhein-Westfalen gehört beim Erdbeeranbau zu den wichtigsten Bundesländern. Nach Angaben der Landwirtschaftskammer bauten im vergangenen Jahr rund 335 Betriebe in NRW Erdbeeren auf etwa 2.380 Hektar an. Damit liegt das Land bundesweit hinter Niedersachsen und etwa auf Höhe von Baden-Württemberg in der Spitzengruppe.

Auch die Zahlen des Statistischen Landesamtes IT.NRW zeigen die Bedeutung des Anbaus. Im Jahr 2025 wurden in Nordrhein-Westfalen rund 30.700 Tonnen Erdbeeren geerntet. Das waren 5,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Rund 54,9 Prozent der Erntemenge stammten aus dem Freiland. Zugleich ging die gesamte Anbaufläche um 3,0 Prozent zurück.

Auffällig ist der wachsende Anteil des geschützten Anbaus. 2025 kamen rund 13.800 Tonnen Erdbeeren aus Anlagen unter hohen begehbaren Schutzabdeckungen einschließlich Gewächshäusern. Die geschützte Anbaufläche ist in NRW in den vergangenen zehn Jahren deutlich ausgeweitet worden. Das erklärt, warum Erdbeeren inzwischen früher im Jahr aus heimischer Produktion verfügbar sind, obwohl die Freilandflächen unter Druck stehen.

Selbstpflücken bleibt wetterabhängig

Für viele Familien gehört das Selbstpflücken zur Erdbeersaison dazu. In Münster und Umgebung öffnen entsprechende Felder allerdings je nach Sorte, Lage und Wetter nicht immer zeitgleich mit den ersten Verkaufsständen. Landesweit wird der Beginn solcher Angebote häufig ab Mitte Mai erwartet, wenn ausreichend reife Früchte im Freiland verfügbar sind.

Die Direktvermarktung bleibt für viele Betriebe ein wichtiger Baustein. Kurze Wege zwischen Feld, Hofladen und Verkaufsstand sorgen für frische Ware und stärken zugleich die regionale Landwirtschaft. Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband verweist in diesem Zusammenhang auf die Bedeutung regionaler Produkte für Qualität, Geschmack und heimische Betriebe.

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