
Münster. Immer mehr Menschen in Westfalen-Lippe nehmen die gesetzlichen Angebote zur Krebsfrüherkennung wahr. Die Teilnahmequoten stiegen 2025 sowohl bei Männern als auch bei Frauen erneut. Besonders bei Männern sehen die Krankenkassen jedoch weiterhin deutlichen Nachholbedarf.
Von den Männern ab 45 Jahren nutzten 2025 insgesamt 24,3 Prozent eine entsprechende Früherkennungsuntersuchung. Im Vorjahr waren es 23,6 Prozent. Die Quote erhöhte sich damit um 0,7 Prozentpunkte beziehungsweise rund drei Prozent. Bei den Frauen ab 20 Jahren stieg die Teilnahme von 38,7 auf 39,3 Prozent. Damit lag ihre Quote weiterhin deutlich höher als bei den Männern. Der Abstand zwischen den Geschlechtern betrug 2025 rund 15 Prozentpunkte.
Die Entwicklung zeigt bereits seit 2022 nach oben. Bei Männern stieg die Teilnahmequote von 20,9 Prozent im Jahr 2022 über 22,4 Prozent 2023 und 23,6 Prozent 2024 auf nun 24,3 Prozent. Bei Frauen erhöhte sie sich im gleichen Zeitraum von 36,6 auf 39,3 Prozent. Das Vor-Corona-Niveau ist damit allerdings noch nicht vollständig erreicht. Im Jahr 2016 hatten bereits rund 40 Prozent der Frauen die Früherkennung genutzt.
AOK-Nordwest-Chef Tom Ackermann bewertet den Anstieg positiv. Vor allem Männer sollten die kostenlosen Untersuchungen nach Einschätzung der Krankenkasse jedoch noch häufiger wahrnehmen. Werden Tumoren oder deren Vorstufen früh erkannt, können sich die Behandlungs- und Heilungschancen verbessern.
Männer ab 45 Jahren haben einmal jährlich Anspruch auf eine Anamnese sowie Tastuntersuchungen der Prostata, der äußeren Geschlechtsorgane und der regionalen Lymphknoten. Frauen können ab dem Alter von 20 Jahren jährlich die inneren und äußeren Geschlechtsorgane untersuchen lassen. Ab 30 Jahren kommen die Untersuchung und das Abtasten von Brust und Achselhöhlen hinzu. Die gesetzlichen Angebote zur Krebsfrüherkennung werden von den Krankenkassen bezahlt.
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