Mehr Wohnungen genehmigt: Entspannung auf Münsters Wohnungsmarkt?

Münster legt fest, wie der sogenannte Bauturbo angewendet wird. Ziel sind schnellere Genehmigungen und mehr Wohnraum.
Foto: Caroline Muffert

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Münster. Die Stadt Münster hat im Jahr 2025 deutlich mehr Wohnungen genehmigt als in den Vorjahren. Insgesamt 1.831 Wohneinheiten erhielten grünes Licht. Das sind rund 20 Prozent mehr als 2024, als 1.525 Einheiten genehmigt wurden. Auch im Vergleich zu 2023 mit 1.450 Wohnungen und 2022 mit 1.550 zeigt sich nun ein klarer Ausschlag nach oben. Nach mehreren Jahren der Stagnation wirkt das wie ein positives Signal für den angespannten Wohnungsmarkt.

Doch die entscheidende Frage lautet: Bedeutet das tatsächlich eine Trendwende?

Deutlicher Anstieg nach Jahren der Seitwärtsbewegung

Zwischen 2022 und 2024 bewegten sich die Genehmigungszahlen in Münster in einer vergleichsweise engen Spanne. Zwar blieb das Niveau insgesamt hoch, ein echter Aufwärtstrend war jedoch nicht erkennbar. Mit 1.831 genehmigten Wohnungen im Jahr 2025 liegt der aktuelle Wert nun spürbar über den Vorjahreszahlen.

Rein statistisch ist das ein deutliches Plus von 306 Einheiten gegenüber 2024. Für Projektentwickler und Bauherren signalisiert das zunächst Planungssicherheit. Für Wohnungssuchende weckt es Hoffnung.

Allerdings sind Genehmigungen nur der erste Schritt.

Genehmigt heißt noch nicht gebaut

Eine Baugenehmigung bedeutet, dass ein Projekt rechtlich umgesetzt werden darf. Ob und wann tatsächlich gebaut wird, hängt von vielen weiteren Faktoren ab. Finanzierungskosten, Baupreise, Materialverfügbarkeit und wirtschaftliche Risiken spielen eine zentrale Rolle.

Gerade in den vergangenen Jahren wurden bundesweit zahlreiche Projekte trotz erteilter Genehmigung verschoben oder nicht realisiert. Auch in Münster gibt es einen erheblichen Bauüberhang. Das sind Wohnungen, die zwar genehmigt wurden, aber noch nicht fertiggestellt sind oder bei denen der Bau noch nicht begonnen hat.

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Die aktuelle Zahl von 1.831 genehmigten Einheiten zeigt daher zunächst eine planerische Dynamik. Ob daraus tatsächlich zusätzlicher Wohnraum entsteht, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen.

Hoher Druck auf dem Markt bleibt bestehen

Der Wohnungsmarkt in Münster gilt seit Jahren als angespannt. Die Nachfrage übersteigt das Angebot deutlich. Steigende Mieten, lange Wartelisten im geförderten Wohnungsbau und eine hohe Zahl an Bewerbungen pro Wohnung prägen das Bild.

Selbst wenn alle 1.831 genehmigten Einheiten zeitnah realisiert würden, wäre damit noch nicht automatisch eine spürbare Entlastung verbunden. Entscheidend ist auch, welche Art von Wohnungen entsteht. Besonders gefragt sind bezahlbare Mietwohnungen, studentischer Wohnraum sowie familiengerechte Wohnungen.

Ohne eine ausreichende Quote an gefördertem Wohnungsbau bleibt die Wirkung auf breite Teile der Bevölkerung begrenzt.

Struktur der Genehmigungen entscheidend

Für eine fundierte Bewertung kommt es auf die Zusammensetzung der Genehmigungen an. Handelt es sich überwiegend um Mehrfamilienhäuser oder um kleinere Projekte? Entstehen Neubauten oder werden bestehende Gebäude umgebaut und aufgestockt? Wie hoch ist der Anteil geförderter Wohnungen?

Diese Differenzierung entscheidet darüber, ob der Anstieg tatsächlich als strukturelle Wende zu bewerten ist oder lediglich als kurzfristiger Ausschlag.

Auch der Vergleich mit den tatsächlichen Fertigstellungen wird maßgeblich sein. Erst wenn die Zahl neu gebauter Wohnungen ebenfalls deutlich steigt, lässt sich von einer echten Entspannung sprechen.

Politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Der Anstieg der Genehmigungszahlen fällt in eine Phase, in der sich die Bau- und Finanzierungsbedingungen teilweise stabilisiert haben. Nach starken Zinsanstiegen in den Jahren zuvor hat sich das Umfeld zuletzt etwas beruhigt. Gleichzeitig bemühen sich Kommunen und Bund um beschleunigte Planungsverfahren und neue Instrumente zur Wohnraumschaffung.

Ob diese Maßnahmen bereits Wirkung zeigen oder ob es sich um Nachholeffekte handelt, ist derzeit noch offen. Klar ist jedoch: Die Bauwirtschaft bleibt sensibel gegenüber wirtschaftlichen Schwankungen.

Zwischen Hoffnung und Realität

Die 1.831 genehmigten Wohneinheiten im Jahr 2025 markieren für Münster den höchsten Wert seit mehreren Jahren. Das ist ein positives Signal in einem hart umkämpften Markt. Von einer gesicherten Trendwende zu sprechen, wäre jedoch verfrüht.

Erst wenn aus Genehmigungen tatsächlich bezugsfertige Wohnungen werden und insbesondere bezahlbarer Wohnraum entsteht, wird sich die Lage für viele Wohnungssuchende spürbar verbessern.

Die Zahlen liefern also Anlass zur Hoffnung – aber noch keinen Beweis für eine nachhaltige Entspannung auf Münsters Wohnungsmarkt.

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