Millionenförderung stärkt Immunforschung an der Universität Münster und Essen

Millionenförderung stärkt Immunforschung an der Universität Münster
Bild: Angelika Rambold

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Münster/Essen/Duisburg. Ein Forschungsverbund zur Rolle von Neutrophilen erhält erneut eine Millionenförderung. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft unterstützt den Sonderforschungsbereich/Transregio 332 „Neutrophile: Entwicklung, Verhalten und Funktion“ in einer zweiten Förderperiode mit rund 13 Millionen Euro. Beteiligt sind unter anderem die Medizinische Fakultät der Universität Duisburg-Essen, die Universität Münster und weitere Forschungseinrichtungen.

Warum Neutrophile für die Medizin so wichtig sind

Neutrophile gehören zu den häufigsten weißen Blutkörperchen und sind ein zentraler Bestandteil der Immunabwehr. Lange galten sie vor allem als kurzlebige Zellen, die Krankheitserreger bekämpfen und danach wieder abgebaut werden. Diese Sicht verändert sich jedoch zunehmend. Aktuelle Forschung zeigt, dass Neutrophile deutlich vielfältiger sind und im Körper unterschiedliche Aufgaben übernehmen können.

Genau daran arbeitet der Sonderforschungsbereich/Transregio 332. Die Forschenden untersuchen, wie Neutrophile entstehen, wie sie sich in Geweben verhalten und welche Funktionen sie bei Gesundheit und Krankheit übernehmen. Besonders relevant ist das für Erkrankungen, bei denen das Immunsystem eine wichtige Rolle spielt. Dazu zählen chronische Entzündungen, Infektionen und Krebs.

Für die medizinische Forschung in Essen und Münster ist die Verlängerung deshalb ein wichtiges Signal. Die Universität Duisburg-Essen ist maßgeblich am Verbund beteiligt, während die Koordination bei Prof. Dr. Dr. Oliver Söhnlein vom Institut für Experimentelle Pathologie der Universität Münster liegt. Damit verbindet das Projekt mehrere starke Forschungsstandorte und bündelt Expertise aus Immunologie, Tumorbiologie, Infektionsforschung und moderner Bildgebung.

Essen und Münster arbeiten in einem starken Forschungsverbund zusammen

In der ersten Förderphase haben Teams der Universität Duisburg-Essen, der Universität Münster und der Ludwig-Maximilians-Universität München gemeinsam grundlegende Mechanismen der Neutrophilen-Biologie untersucht. Ergänzt wurde der Verbund durch weitere Partnerinstitute. Dabei ging es vor allem um die Frage, wie diese Immunzellen reguliert werden, wie sie aktiviert werden und wann sie krankheitsfördernde Funktionen entwickeln können.

Ein wichtiger Fortschritt lag in der genaueren Analyse von Neutrophilen im Gewebe. Moderne Bildgebungstechnologien ermöglichten detailliertere Einblicke in das Verhalten dieser Zellen. Dadurch wurde sichtbar, dass Neutrophile nicht einfach nur schnelle Abwehrzellen sind, sondern je nach Umgebung unterschiedliche Rollen übernehmen können.

Die neue Förderperiode baut auf diesen Ergebnissen auf. Nun soll die Forschung stärker auf krankheitsrelevante Modelle übertragen werden. Im Mittelpunkt stehen unter anderem Gefäßentzündungen, Krebs und Infektionen. Damit rückt die Frage näher, ob Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung langfristig neue Ansätze für Diagnostik oder Therapie ermöglichen können.

Neue Förderperiode nimmt Krankheiten stärker in den Blick

Mit der zweiten Förderperiode erhält der Forschungsverbund die Möglichkeit, seine Arbeit weiter in Richtung medizinischer Anwendung zu entwickeln. Dabei geht es nicht um kurzfristige Behandlungsempfehlungen, sondern um ein genaueres Verständnis biologischer Prozesse. Gerade bei komplexen Erkrankungen kann dieses Wissen entscheidend sein, weil Immunzellen je nach Situation schützende oder schädigende Funktionen übernehmen können.

Unterstützt wird das Programm durch Technologien zur Einzelzell- und Gewebeanalyse. Diese Methoden helfen dabei, Unterschiede zwischen einzelnen Zellen sichtbar zu machen und ihre Rolle im Gewebe genauer einzuordnen. Ergänzend entsteht mit NeutroTrain eine Graduiertenschule für Forschende am Beginn ihrer wissenschaftlichen Laufbahn.

Neben der Universität Duisburg-Essen und der Universität Münster gehören unter anderem die Technische Universität Dresden, die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, das Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin in Münster und das Leibniz-Institut für Analytische Wissenschaften in Dortmund zum Verbund. Die erneute Förderung zeigt damit, dass die Forschung zu Neutrophilen inzwischen ein breites wissenschaftliches Netzwerk verbindet. Für Münster ist besonders die koordinierende Rolle der Universität wichtig, während Essen als maßgeblich beteiligter medizinischer Standort deutlich im Zentrum des Projekts steht.

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