
Münster. Regionale Zutaten, saisonale Rezepte und alltagstaugliche Abläufe in Großküchen stehen in dieser Woche im Mittelpunkt der Aktion „Münster is(s)t gut!“. Von Dienstag, 9. Juni, bis Donnerstag, 11. Juni 2026, beteiligen sich sieben Betriebsrestaurants in Münster an der zweiten Auflage des Projekts. Auf den Speiseplänen stehen Gerichte, die zeigen sollen, wie nachhaltige und gesunde Ernährung auch in Kantinen praktisch umgesetzt werden kann.
Nach der Premiere im November 2025 wird die Aktion nun ausgeweitet. Damals machten fünf Betriebsrestaurants mit und gaben rund 1.000 Portionen aus. In diesem Jahr rechnen die Organisatoren mit bis zu 2.500 Portionen. Damit soll die regionale Wertschöpfung gestärkt und das Thema nachhaltige Ernährung stärker im Arbeitsalltag sichtbar werden.
Beteiligt sind unter anderem die Küchen der LWL-Klinik, des HWK-Bildungszentrums, der LVM, der LWL-Verwaltung, der Sparkasse Münsterland-Ost und der Provinzial-Versicherung. Auch städtische Einrichtungen machen mit, darunter das Stadthaus 2, das Theater und die Abfallwirtschaftsbetriebe Münster.
Für die Aktion haben sich die beteiligten Küchen auf gemeinsame Rezeptideen verständigt. Die Gerichte orientieren sich an heimischen Produkten, bleiben aber flexibel genug, damit jede Küche sie an die eigenen Abläufe anpassen kann.
Zur Auswahl stehen Hähnchen mit Rhabarber auf buntem Reis, eine Juni-Bowl mit Gerste und Gemüse sowie eine cremige Gerstensuppe mit Spargel. Damit verbindet die Aktion klassische Saisonprodukte mit Rezepten, die auch in größeren Mengen zubereitet werden können.
Ein neuer Baustein der zweiten Auflage ist die Möglichkeit, vorverarbeitete regionale Produkte zu beziehen. Dazu gehören etwa geschältes, geschnittenes oder portioniertes Gemüse. Für Kantinen kann das ein wichtiger Faktor sein, weil nachhaltige Zutaten nur dann dauerhaft eingesetzt werden können, wenn sie auch in den Arbeitsrhythmus großer Küchen passen.
Nach Angaben der Stadt soll dieser Ansatz regionale und nachhaltige Lieferketten stärken und zugleich die praktische Umsetzung erleichtern. Gerade in Betriebsrestaurants zählt neben Qualität und Herkunft auch, dass die Zubereitung zuverlässig planbar bleibt.
Das Netzwerk der beteiligten Erzeuger wurde für die zweite Auflage erweitert. Insgesamt 13 Betriebe liefern frische Zutaten aus der Region. Dazu gehören unter anderem Gemüse vom Hof Schulze Buschhoff aus Handorf, Gerste und Brot von Cibaria sowie Geflügel vom Kleehof aus Ostbevern und vom Hof Klöpper aus Velen.
Die Aktion macht damit sichtbar, wie eng Kantinen, regionale Landwirtschaft und nachhaltige Stadtentwicklung miteinander verbunden sein können. Gleichzeitig bekommen die teilnehmenden Küchen die Möglichkeit, regionale Produkte im laufenden Betrieb stärker zu erproben.
Wer die Gerichte zu Hause nachkochen möchte, findet im Haus der Nachhaltigkeit an der Hammer Straße 1 weitere Informationen. Dort liegen Rezeptkarten zu den drei Aktionsgerichten bereit. Außerdem gibt es einen Flyer mit Hofläden und Wochenmärkten sowie den regionalen Saisonkalender der Öko-Modellregion Münsterland.
Der Saisonkalender ist in einer Variante für Kinder und einer Version für Erwachsene erhältlich. Damit soll die Aktion nicht nur in Betriebsrestaurants wirken, sondern auch Impulse für den privaten Einkauf und das Kochen zu Hause geben.
„Münster is(s)t gut!“ ist ein gemeinsames Projekt der städtischen Fachstelle Nachhaltigkeit, des Gesundheits- und Veterinäramtes sowie des Verbundprojekts Öko-Modellregion Münsterland unter Leitung des Münsterland e.V. Die Aktion ist Teil der städtischen Nachhaltigkeitsstrategie.
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