Münster verändert sich: Wo viele Menschen allein leben und Familien wohnen

Münster verändert sich: Wo viele Menschen allein leben und Familien wohnen
Foto: Caroline Muffert

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Münster. Mehr als jeder zweite Haushalt in Münster besteht inzwischen aus nur einer Person, während Familien mit minderjährigen Kindern weiterhin stärker in den Außenbezirken vertreten sind. Neue Zahlen der Stadt Münster zeigen, wie unterschiedlich sich die Haushaltsstrukturen im Stadtgebiet entwickeln.

Besonders deutlich wird der Gegensatz zwischen zentralen Vierteln wie Bahnhof, Hafen und Dom sowie Stadtteilen wie Sprakel, Albachten und Amelsbüren. Insgesamt haben sich die Anteile seit 2021 zwar nur leicht verändert, auf Ebene einzelner Stadtteile zeigen sich dennoch auffällige Unterschiede.

Single-Haushalte prägen besonders die zentralen Stadtteile

Der Anteil der Einpersonenhaushalte ist in Münster in den vergangenen Jahren leicht gestiegen. Ende 2021 bestanden 54,29 Prozent aller Haushalte aus nur einer Person, zum 31. Dezember 2025 waren es 55,14 Prozent. Damit lebt rechnerisch in deutlich mehr als jedem zweiten Münsteraner Haushalt nur ein Mensch.

Besonders ausgeprägt ist diese Entwicklung in zentral gelegenen Stadtteilen. 2021 überschritt lediglich der Stadtteil Bahnhof die Marke von 75 Prozent. Damals waren dort 76,60 Prozent aller Haushalte Einpersonenhaushalte. Vier Jahre später trifft das bereits auf drei Stadtteile zu. Im Dom lag der Anteil Ende 2025 bei 75,36 Prozent, im Hafen bei 77,83 Prozent und am Bahnhof sogar bei 78,91 Prozent.

Damit bestehen am Bahnhof fast vier von fünf Haushalten aus nur einer Person. Die Zahlen zeigen, wie stark sich die Haushaltsstruktur innerhalb Münsters unterscheidet. Gerade in innenstadtnahen Quartieren spielen kleinere Haushalte eine besonders große Rolle. Grundlage der Auswertung sind Daten der Statistikdienststelle der Stadt Münster.

Familien mit Kindern bleiben in den Außenbezirken stärker vertreten

Bei Haushalten mit minderjährigen Kindern zeigt sich ein anderes Bild. Ihr Anteil ist stadtweit leicht zurückgegangen. Ende 2021 lebten in 15,77 Prozent aller Münsteraner Haushalte Kinder, Ende 2025 lag der Anteil bei 15,44 Prozent. Deutlich höhere Werte erreichen mehrere Stadtteile außerhalb des Zentrums.

2021 lag der Anteil der Haushalte mit Kindern in Coerde bei 25,81 Prozent, in Albachten bei 27,12 Prozent, in Amelsbüren bei 27,95 Prozent und in Sprakel bei 27,99 Prozent. Bis Ende 2025 hat sich dieses Bild etwas verändert. Nur noch drei Stadtteile überschritten die Marke von 25 Prozent. In Albachten sank der Anteil auf 25,38 Prozent, in Amelsbüren auf 25,09 Prozent.

Eine gegenläufige Entwicklung zeigt Sprakel. Dort stieg der Anteil der Haushalte mit minderjährigen Kindern innerhalb von vier Jahren auf 29,37 Prozent. Damit lebt dort inzwischen in fast drei von zehn Haushalten mindestens ein minderjähriges Kind. Die Statistik macht deutlich, dass Familien mit Kindern weiterhin stärker in den Außenbezirken wohnen, während Einpersonenhaushalte besonders in den zentralen Stadtteilen dominieren.

Haushaltsstruktur liefert Hinweise für die Stadtentwicklung

Die Unterschiede zwischen den Stadtteilen sind nicht nur statistisch interessant, sondern auch für die weitere Entwicklung Münsters relevant. Wo viele Menschen allein leben, kann der Bedarf an kleineren Wohnungen größer sein. Stadtteile mit einem hohen Familienanteil benötigen dagegen häufiger größere Wohnungen sowie eine passende Infrastruktur mit Kitas, Schulen und weiteren Angeboten.

Die Stadt stellt die Daten zu Haushalten und weiteren Bevölkerungsindikatoren in der Reihe „Statistik für Münsters Stadtteile“ bereit. Nach Angaben der Verwaltung sind die Informationen als PDF, als Open Data und im Statistikportal Münster verfügbar. Dort lassen sich rund 130 Merkmale für einzelne Stadtteile vergleichen und interaktiv darstellen.

Die aktuellen Haushaltsdaten beziehen sich auf den Stand vom 31. Dezember 2025. Insgesamt zeigen sie eher eine langsame Verschiebung als einen grundlegenden Strukturwandel. Gleichzeitig treten die Unterschiede zwischen Innenstadt und Außenbezirken deutlich hervor.

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