Münsters Sommernächte leuchten: Jetzt sind Glühwürmchen unterwegs

Münsters Sommernächte leuchten: Jetzt sind Glühwürmchen unterwegs
Foto Tony Phan phanchutoan / unsplash

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Münster. Sommernächte bringen auch rund um Münster ein besonderes Naturschauspiel mit sich: Glühwürmchen sind derzeit wieder aktiv. Wie der NABU mitteilt, beginnt die kurze Leuchtphase der Tiere rund um die Sommersonnenwende und dauert meist nur wenige Wochen.

Glühwürmchen beobachten in Münster: Jetzt beginnt die kurze Leuchtzeit

Rund um die längsten Tage des Jahres beginnt in der Natur eine besondere Phase. Glühwürmchen werden aktiv, weil die Tageslänge für viele Tiere ein wichtiger Taktgeber ist. Laut NABU fällt der Beginn der Schwärmzeit häufig in die Zeit um die Sommersonnenwende. Deshalb lohnt sich der Blick in naturnahe Grünbereiche jetzt besonders.

Auch in Münster können Naturfreunde in geeigneten Lebensräumen nach Leuchtkäfern Ausschau halten. Die Tiere mögen feuchte, eher naturnahe Orte. Dazu zählen Wiesen, Uferbereiche, Waldränder, Parks und Gärten mit wenig Störung. Besonders gute Chancen bestehen an warmen, windstillen Abenden. Das Leuchten beginnt meist spät, häufig gegen 22 Uhr, und kann bis Mitternacht zu sehen sein.

Allerdings ist die Zeit knapp. Nach Angaben des NABU endet das Schauspiel spätestens Mitte Juli meist wieder. Wer Glühwürmchen beobachten möchte, sollte deshalb nicht zu lange warten. Die fertig entwickelten Käfer leben nur wenige Tage. Genau deshalb ist die Leuchtphase so eng mit der Partnersuche verbunden.

Warum Glühwürmchen eigentlich Käfer sind

Der Name führt leicht in die Irre. Glühwürmchen sind keine Würmer, sondern Leuchtkäfer. Laut NABU gibt es in Deutschland drei heimische Leuchtkäferarten. Besonders auffällig ist der Kleine Leuchtkäfer. Bei dieser Art senden nicht nur die Weibchen Lichtsignale aus, sondern auch die Männchen während ihres Suchflugs.

Das Leuchten dient vor allem der Fortpflanzung. Die Weibchen sitzen meist am Boden oder an Grashalmen. Die Männchen fliegen durch die Dunkelheit und suchen nach passenden Signalen. Dadurch wirkt es in manchen Sommernächten so, als würden kleine Lichtpunkte durch die Luft schweben.

Die eigentliche Käferzeit ist sehr kurz. Vorher leben die Tiere mehrere Jahre als Larven. In dieser Zeit ernähren sie sich von Schnecken. Erst am Ende ihres Lebenszyklus werden sie zu den leuchtenden Käfern, die viele Menschen mit warmen Sommernächten verbinden. Weil Paarung und Eiablage in wenigen Tagen gelingen müssen, ist das Leuchten biologisch genau getaktet.

Natur Münster: Wo Leuchtkäfer gute Bedingungen finden

Für Glühwürmchen sind naturnahe Lebensräume wichtig. Trockene und stark gestörte Flächen meiden sie eher. Laut NABU kommen Leuchtkäfer vor allem in Wiesen, an Ufern, an Rändern von Auwäldern sowie in naturnahen Parks und Gärten vor. Deshalb können auch Grünflächen in und um Münster interessant sein, wenn sie strukturreich und nicht zu hell sind.

Künstliches Licht kann die Beobachtung erschweren. Zudem passt es schlecht zu einem Tier, das auf feine Lichtsignale angewiesen ist. Wer Glühwürmchen sehen möchte, sollte daher dunklere Bereiche wählen, Abstand halten und keine Taschenlampen direkt auf die Tiere richten. Auch laute Störungen sind unnötig, denn das Erlebnis lebt gerade von der Ruhe der Sommernacht.

Der NABU weist außerdem darauf hin, dass es bundesweit geführte Glühwürmchen-Spaziergänge gibt. Viele dieser Angebote sind beliebt und schnell ausgebucht. Für die kommenden Wochen hat der Verband nach eigenen Angaben bundesweit Termine gesammelt, bei denen zuletzt noch Plätze frei waren. Einen konkreten Münster-Termin nennt die Mitteilung nicht.

Kaltes Licht macht die Sommernacht sichtbar

Das Leuchten der Glühwürmchen entsteht nicht durch Hitze. Laut NABU erzeugen die Tiere ihr Licht auf biochemischem Weg. Dabei spielen unter anderem Sauerstoff, Luciferin und Enzyme eine Rolle. Weil bei dieser Reaktion kaum Wärme entsteht, spricht man von kaltem Licht.

Die heimischen Arten unterscheiden sich deutlich. Beim Großen Leuchtkäfer leuchten die Weibchen, während die Männchen dunkel bleiben. Beim Kleinen Leuchtkäfer senden beide Geschlechter Lichtsignale aus. Der Kurzflügel-Leuchtkäfer nutzt sein Licht dagegen vor allem in Gefahrensituationen. Damit zeigt sich, dass nicht jedes Glühwürmchen auf dieselbe Weise leuchtet.

Die bundesweite Rote Liste bewertet die heimischen Leuchtkäfer laut NABU derzeit als ungefährdet. Dennoch gibt es langfristig leichte Rückgänge. Deshalb bleibt naturnahe Umgebung wichtig. Wer in Münster einen Garten besitzt, kann mit weniger Licht, wilden Ecken und schonender Pflege dazu beitragen, dass Leuchtkäfer geeignete Lebensräume finden.

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