Nach 39 Grad in Münster: Jetzt rücken Gewitter näher

Blitzschlag in Osnabrück trifft Kirche während einer Taufe
Foto: Abel Escobar

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Münster. Dieser Freitag hat Münster an die Grenze des Erträglichen gebracht. Bis zu 39 Grad wurden für die Stadt erreicht oder erwartet. Damit war der 26. Juni einer der extremsten Hitzetage dieses Sommers. In Nordrhein-Westfalen wurde zugleich der bisherige Juni-Hitzerekord gleich mehrfach übertroffen. Noch ist die heiße Luft aber nicht ausgeräumt. Erst am Wochenende steigt die Chance, dass Gewitter aus Westen auch Münster erreichen und die Hitzewelle allmählich beenden.

Freitag war der vorläufige Höhepunkt der Hitzewelle

Der Freitag war in Münster kein normaler Sommertag, sondern ein meteorologischer Extremtag. Die Luft war trocken-heiß, Straßen und Gebäude heizten sich stark auf, Schatten brachte nur begrenzt Entlastung. Besonders belastend ist die Lage in dicht bebauten Bereichen, weil Asphalt, Fassaden und Innenhöfe die Wärme speichern. Genau davor warnt auch der Deutsche Wetterdienst. Für Münster gilt weiterhin eine amtliche Warnung vor extremer Hitze. Die Nacht bringt nur wenig echte Erholung, weil die Stadtwärme langsam abgegeben wird.

NRW erlebt neuen Juni-Hitzerekord

Auch landesweit war der Freitag außergewöhnlich. Nach Angaben der WDR-Wetterredaktion wurde der bisherige NRW-Rekord für den heißesten Junitag mehrfach gebrochen. Der alte Wert lag bei 38,3 Grad und stammte aus dem Juni 2002. Am Freitag lagen mehrere Wetterstationen darüber, unter anderem Tönisvorst, Duisburg-Baerl, Nörvenich, Geilenkirchen, Weeze und Weilerswist. Für Münster ist damit vor allem klar: Die Stadt lag am Rand einer historischen Hitzelage, die weite Teile Nordrhein-Westfalens erfasst hat.

Samstag bleibt Münster noch in der heißen Luft

Auch der Samstag bringt noch keine vollständige Entspannung. In Münster sind erneut sehr hohe Temperaturen möglich. Die Luft kann sich zunehmend schwüler anfühlen, weil von Westen feuchtere Luft näher rückt. Genau diese Mischung ist für Gewitter wichtig: Hitze liefert Energie, Feuchtigkeit liefert den Brennstoff, eine Störung aus Westen kann die Luft dann zum Aufsteigen bringen. Das bedeutet aber auch: Gewitter entstehen nicht flächendeckend. Sie können wenige Kilometer weiterziehen und einzelne Orte komplett auslassen.

Ab Samstagabend steigt das Gewitterrisiko

Für Münster wird vor allem der Samstagabend interessant. Nach aktueller Einschätzung kann sich aus Richtung Belgien, Eifel und Niederrhein eine Linie mit Schauern und Gewittern entwickeln. Diese Linie könnte weiter in Richtung Westmünsterland und Tecklenburger Land ziehen. Münster liegt damit nicht im sichersten Trefferbereich, aber nah genug an der möglichen Zugbahn. Ein direktes Gewitter ist also möglich, aber noch nicht garantiert. Wer am Abend draußen unterwegs ist, sollte die Warnlage eng verfolgen.

Sonntag könnte der Wetterumschwung ankommen

Am Sonntag kann die Gewitterzone weiter nach Osten vorankommen. Für Münster ist dann vor allem der Zeitraum vom Vormittag bis in den Nachmittag relevant. Die Temperaturen gehen voraussichtlich zurück, bleiben aber zunächst noch hochsommerlich. Wenn die Gewitter Münster direkt treffen, sind kräftiger Regen, starke Böen und lokal auch Hagel möglich. Bleibt die Linie westlich oder nördlich der Stadt, bekommt Münster vor allem mehr Wolken, auffrischenden Wind und eine spürbar weniger heiße Luftmasse.

Warum Gewitter die Hitze beenden können

Entscheidend ist nicht der einzelne Regenschauer, sondern der Luftmassenwechsel dahinter. Die sehr heiße Luft wird aus Westen nach und nach verdrängt. Dadurch sinken die Temperaturen in der neuen Woche deutlich. Nach dem Extremtag am Freitag und einem weiteren heißen Samstag dürfte sich das Wetter in Münster wieder einem normaleren Sommerniveau annähern. Ganz trocken verläuft dieser Übergang aber wahrscheinlich nicht. Die Gewitter sind deshalb nicht nur Risiko, sondern auch das Signal für das Ende der extremen Hitzewelle.

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