Nach Tod in Polizeigewahrsam: Die Linke fordert unabhängige Aufklärung

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Foto: Markus Spiske

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Münster. Nach dem Tod eines 41-jährigen Mannes im Polizeigewahrsam in Münster fordert Die Linke Münster eine transparente und unabhängige Untersuchung des Vorfalls. Der Mann war am Samstagabend leblos in einer Zelle gefunden worden, nachdem er zuvor wegen des Verdachts eines versuchten Raubdelikts vorläufig festgenommen worden war. Die genaue Todesursache ist weiterhin offen.

Die Ermittlungen führt aus Neutralitätsgründen das Polizeipräsidium Bielefeld. Der Linken Münster reicht das jedoch nicht aus. Isaak Rose, Mitglied des Polizeibeirats Münster, erklärte: „Dass die Polizei aus der Nachbarstadt die Ermittlungen übernimmt, reicht für eine Unabhängigkeit nicht aus.“ Der tragische Vorfall erfordere eine respektvolle und neutrale Aufarbeitung.

Linke kritisiert bisherige Darstellung der Behörden

Die Linke Münster hat sich nach eigenen Angaben bereits an die neu gewählte Polizeibeauftragte des Landes gewandt. Sie soll sich mit dem Fall befassen. Rose kritisierte zudem die bisherige Darstellung der Staatsanwaltschaft Münster und des Polizeipräsidiums Bielefeld. Diese erwecke den Eindruck, „als ginge es in erster Linie um eine frühzeitige Schuldabwehr“.

Aus Sicht der Partei müsse der zentrale Punkt stärker im Mittelpunkt stehen: „Ein Mensch hat in einer Zelle, während er unter staatlicher Verantwortung stand, sein Leben verloren“, so Rose.

Anteilnahme und Gedenken an den Verstorbenen gefordert

Patricia Niehaus, Sprecherin von Die Linke Münster und stellvertretendes Mitglied des Polizeibeirats, betonte neben der juristischen Aufarbeitung auch die menschliche Dimension des Falls. Der Tod des Mannes dürfte nach ihrer Einschätzung viele Menschen erschüttern, auch beteiligte Polizisten.

Niehaus forderte von der Polizei Münster eine aufrichtige Anteilnahme. „Ein Mensch ist unter der direkten Aufsicht und Kontrolle der staatlichen Gewalt gestorben. Das darf unter keinen Umständen relativiert oder kleingeredet werden“, erklärte sie. Die Gedanken der Partei seien bei den Angehörigen und Freunden des Verstorbenen.

Todesursache ist weiterhin offen

Der 41-Jährige war am Vormittag des 30. Mai 2026 vorläufig festgenommen worden. Nach Behördenangaben hatte er keinen festen Wohnsitz und soll alkoholisiert gewesen sein. Am folgenden Tag sollte er einem Haftrichter vorgeführt werden. Dazu kam es nicht mehr.

Gegen 19 Uhr fanden Beamte den Mann leblos in seiner Zelle. Der verständigte Notarzt konnte nur noch den Tod feststellen. Eine Obduktion ergab zunächst keine eindeutige Todesursache. Hinweise auf äußere Fremdeinwirkung wurden nach Angaben der Ermittlungsbehörden nicht festgestellt. Zugleich gibt es Anhaltspunkte für eine mögliche Intoxikation. Ein chemisch-toxikologisches Gutachten soll weitere Erkenntnisse bringen.

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