
Münster. Zwischen Weseler Straße, Von-Stauffenberg-Straße und Sperlichstraße hat Münster einen neuen Ort für Naturerlebnis, Umweltbildung und Erholung bekommen. Auf rund 19.000 Quadratmetern ist ein Naturlehrgarten entstanden, der zeigt, wie vielfältig Stadtnatur sein kann. Oberbürgermeister Tilman Fuchs eröffnete das Areal am Donnerstag, 7. Mai.
Der neue Naturlehrgarten verbindet verschiedene Lebensräume auf einer großen innerstädtischen Grünfläche. Besucherinnen und Besucher finden dort unter anderem eine Wildblumenwiese, einen Naschgarten, Ruhebereiche sowie Informationsstationen. Ziel ist es, Natur nicht nur zu erklären, sondern direkt erfahrbar zu machen. Die Anlage richtet sich damit an Familien, Schulklassen, Naturinteressierte und Menschen, die im Stadtgebiet einen ruhigen Aufenthaltsort suchen.
Ein Schwerpunkt liegt auf der Artenvielfalt. In der Wildblumenwiese lassen sich Insekten beobachten, ergänzt durch Nisthilfen und ein Sandarium. Solche offenen Sandflächen sind wichtige Lebensräume für Wildbienen und andere Insektenarten. Der Naturlehrgarten macht damit sichtbar, welche Strukturen Tiere in der Stadt benötigen und wie kleine Lebensräume zum Schutz der Artenvielfalt beitragen können.
Im Naschgarten wachsen Obstbäume und Beerensträucher, die zum Entdecken und Probieren einladen. Die Waldmeile gibt Einblicke in Baumarten, Tierwelt und die Bedeutung des Waldes. Infotafeln und interaktive Elemente erklären ökologische Zusammenhänge auf verständliche Weise. Damit wird der Naturlehrgarten auch zu einem Lernort für nachhaltige Entwicklung.
Ein besonderer Bereich ist die „Wilde Ecke“. Dort darf sich Natur weitgehend ohne menschliche Eingriffe entwickeln. Totholz, Steinhaufen und unaufgeräumte Strukturen zeigen, wie wertvoll solche Flächen für Tiere, Pflanzen und Pilze sind. Gerade diese scheinbar wilden Bereiche sind wichtige Rückzugsorte und machen deutlich, dass Artenvielfalt nicht immer gepflegte Ordnung braucht.
Neben dem Bildungsangebot spielt auch die Aufenthaltsqualität eine wichtige Rolle. Bänke, Relax-Liegen, Massagebäume und ein Kreativraum mit spielerischen Elementen wie einem Waldxylophon sollen den Naturlehrgarten zu einem Ort machen, an dem Lernen und Erholung ineinandergreifen. Die Stadt erweitert damit ihr Angebot an naturnahen Freiräumen im urbanen Umfeld.
Das Areal war bis 2007 eine Waldfläche, wurde durch den Sturm Kyrill jedoch stark beschädigt. Anschließend wurde die Fläche nicht vollständig wieder aufgeforstet, sondern teilweise als Wiesenfläche weiterentwickelt. Im westlichen Bereich ist bis heute ein älterer, waldartiger Baumbestand erhalten geblieben, vor allem mit Rotbuchen. Die Neugestaltung erfolgte durch das Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit nach Plänen des Landschaftsarchitekturbüros Pronatour. Unterstützt wurde die Umsetzung unter anderem durch eine Spende der LVM-Versicherung.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu