Raphaelsklinik Münster sucht Helfer für Besuchsdienst

Die Ehrenamtlichen in der Raphaelsklinik bieten den Patientinnen und Patienten auf den Stationen das Gespräch an und bieten begleitende Hilfe an.
Fotos: Alexianer

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Die Raphaelsklinik in Münster sucht neue Ehrenamtliche für ihren ökumenischen Besuchsdienst. Die Freiwilligen sollen Patientinnen und Patienten während des Krankenhausaufenthalts begleiten, ihnen zuhören und bei kleineren alltäglichen Anliegen helfen.

Wie die Raphaelsklinik mitteilt, richtet sich das Angebot an Frauen und Männer, die regelmäßig Zeit für Menschen in belastenden Lebenssituationen aufbringen möchten. Eine umfassende Qualifizierung bereitet die künftigen Ehrenamtlichen auf ihre Aufgabe vor. Der nächste Kurs beginnt Mitte Oktober in Coesfeld.

Ehrenamtliche besuchen Patienten auf den Stationen

Der Besuchsdienst ergänzt die medizinische und pflegerische Versorgung in der Raphaelsklinik. Dabei geht es vor allem darum, Patientinnen und Patienten persönliche Gespräche anzubieten. Viele Menschen erleben einen Krankenhausaufenthalt als belastend, weil gesundheitliche Sorgen, Unsicherheit oder Einsamkeit den Alltag bestimmen.

Die Ehrenamtlichen nehmen sich deshalb Zeit, hören zu und geben den Betroffenen die Möglichkeit, offen über Ängste, Trauer oder Hilflosigkeit zu sprechen. Auf Wunsch können auch religiöse Themen oder ein gemeinsames Gebet Teil der Begegnung sein. Eine bestimmte Konfession ist für die Gespräche jedoch nicht entscheidend, da der Besuchsdienst ökumenisch ausgerichtet ist.

Die Freiwilligen sind derzeit montags und donnerstags am Vormittag in der Klinik im Einsatz. Sie gehen auf die Stationen und bieten den Patientinnen und Patienten ein Gespräch an. Außerdem können sie kleinere praktische Hilfen übernehmen, sofern diese im Rahmen des Besuchsdienstes möglich sind.

Ein Einsatz dauert nach Angaben der Klinik etwa 90 Minuten. Anschließend treffen sich die Ehrenamtlichen in festen Gruppen, um ihre Erfahrungen zu besprechen. Dieser Austausch soll dabei helfen, schwierige Situationen einzuordnen und Erlebnisse aus den Gesprächen gemeinsam zu verarbeiten.

Unterstützt wird der Besuchsdienst von der Krankenhausseelsorge. Zum Team gehören zwei katholische Seelsorger und eine evangelische Seelsorgerin. Damit stärkt die Raphaelsklinik ein Angebot, das sich bewusst auf persönliche Nähe und menschliche Begleitung konzentriert.

Mehrteilige Ausbildung bereitet auf Gespräche vor

Interessierte beginnen nicht unmittelbar mit selbstständigen Besuchen. Stattdessen durchlaufen sie zunächst eine Qualifizierung, die vom Bischöflichen Generalvikariat Münster und vom Evangelischen Kirchenkreis Münster organisiert wird.

Die Ausbildung besteht aus vier Kursblöcken, die jeweils drei Tage dauern. Dabei beschäftigen sich die Teilnehmenden unter anderem mit Gesprächsführung, den Grundlagen der Seelsorge und ihrer eigenen Rolle im Krankenhaus. Außerdem lernen sie, persönliche Grenzen zu erkennen und mit emotional belastenden Situationen umzugehen.

Nach dem zweiten Kursblock beginnt bereits der begleitete praktische Einsatz in der Raphaelsklinik. Der Start ist für Anfang 2027 vorgesehen. Die Teilnehmenden sammeln dadurch früh Erfahrungen auf den Stationen, bleiben jedoch weiterhin fachlich begleitet.

Zusätzlich gehören verbindliche Supervisionsgruppen zur Ausbildung. Dort können die Ehrenamtlichen schwierige Begegnungen besprechen und ihr eigenes Verhalten reflektieren. Gerade bei Gesprächen über Krankheit, Verlust oder Ängste soll diese Begleitung Sicherheit geben.

Eine frühere Teilnehmerin schilderte laut Mitteilung der Raphaelsklinik, dass sie zu Beginn unsicher gewesen sei, ob sie für eine seelsorgerliche Begleitung geeignet sei. Während des Kurses habe sie jedoch viel über Gesprächsführung und über sich selbst gelernt. Besonders hilfreich seien die Verbindung von Theorie und Praxis sowie die gemeinsame Arbeit in der Gruppe gewesen.

Vorkenntnisse werden in der Mitteilung nicht als Voraussetzung genannt. Entscheidend sind vielmehr Offenheit, Zuverlässigkeit und die Bereitschaft, sich auf unterschiedliche Menschen und Lebensgeschichten einzulassen.

Qualifizierung beginnt im Oktober in Coesfeld

Der nächste Ausbildungskurs startet Mitte Oktober in Coesfeld. Nach dem zweiten Ausbildungsabschnitt sollen die neuen Ehrenamtlichen Anfang kommenden Jahres ihren begleiteten Dienst in der Raphaelsklinik aufnehmen.

Interessierte können sich direkt an Klinikseelsorger Frank Schüssleder wenden. Er ist telefonisch unter 0251 5007-2282 sowie per E-Mail an f.schuessleder@alexianer.de erreichbar.

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