Ratsgymnasium Münster wächst: Neuer Anbau schafft Platz für G9 und Musikunterricht

Am Ratsgymnasium Münster entsteht ein fünfgeschossiger Erweiterungsbau für G9, Musikräume und moderne Lernformate.
Schlugen gemeinsam den symbolischen letzten Nagel für den Erweiterungsbau am Ratsgymnasium ein (v.l.): Zimmermann Wolfgang Termühlen, Bezirksbürgermeisterin Tabea Borrmann, Schulleiter Hendrik Snethkamp, Projektleiterin Hanne Silies vom Amt für Immobilienmanagement, Architekt Kilian Kresing sowie die SV-Vertreterinnen Charlotte Langemeyer und Lea Maffenbeier. ©Stadt Münster / MünsterView

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Am Ratsgymnasium Münster ist ein wichtiger Bauabschnitt erreicht. Beim Richtfest für den Erweiterungsbau am Bohlweg wurde am Freitag, 12. Juni, der symbolische letzte Nagel eingeschlagen. Der fünfgeschossige Neubau soll nach den Herbstferien genutzt werden und zusätzliche Räume für Unterricht, Differenzierung, Verwaltung und musikalische Bildung schaffen. Die Stadt Münster investiert 13,4 Millionen Euro in das Projekt.

Fünf Etagen für moderne Lernräume

Der Erweiterungsbau entsteht direkt am bestehenden Haupttrakt des Ratsgymnasiums und wird auf allen fünf Etagen mit dem Altbau verbunden. Dadurch soll der Neubau nicht als getrenntes Gebäude wirken, sondern den Schulalltag räumlich ergänzen. Geplant sind Kursräume, Differenzierungsräume, Verwaltungsflächen und ein Selbstlernzentrum.

Besonders wichtig ist der zusätzliche Platz wegen der Umstellung auf G9. Durch die Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium steigt der Raumbedarf an vielen Schulen. Am Ratsgymnasium soll der Neubau dafür sorgen, dass Unterricht, individuelle Förderung und neue Lernformate besser organisiert werden können.

Musikunterricht bekommt schallgeschützte Räume

Ein Schwerpunkt des Erweiterungsbaus liegt auf der musikalischen Bildung. Im Neubau entstehen moderne Musikräume mit Schallschutz. Damit reagiert die Stadt auf die besonderen Anforderungen des Ratsgymnasiums, an dem Musikunterricht und musikalische Angebote eine wichtige Rolle spielen.

Die neuen Räume sollen nach den Herbstferien zur Verfügung stehen. Für die Schule bedeutet das mehr Flexibilität im Stundenplan und bessere Bedingungen für Unterrichtsformen, die kleinere Gruppen oder spezielle Ausstattung benötigen. Gleichzeitig entstehen mit dem Selbstlernzentrum zusätzliche Möglichkeiten für eigenständiges Arbeiten.

Neubau auf engem Schulgelände

Das Ratsgymnasium liegt auf einem begrenzten innerstädtischen Grundstück am Bohlweg. Die Erweiterung musste deshalb auf engem Raum geplant werden. Der Entwurf stammt vom Münsteraner Büro Kresings Architektur. Beim Richtfest würdigte die Stadt die Zusammenarbeit zwischen Schule, Verwaltung, Planern und beteiligten Firmen, weil Bauarbeiten und laufender Schulbetrieb parallel organisiert werden mussten.

Auch gestalterisch orientiert sich der Erweiterungsbau am Bestand. Die Fassade wird mit dem gleichen Klinker ausgeführt wie der Altbau. Im oberen Geschoss sind bodentiefe Fenster vorgesehen. So soll der Neubau funktional zusätzlichen Raum schaffen und zugleich in das bestehende Schulgebäude eingebunden werden.

Nachhaltigkeit mit Gründach und Photovoltaik

Beim Erweiterungsbau setzt die Stadt Münster auch auf nachhaltige Elemente. Das Flachdach wird begrünt und mit einer Photovoltaik-Anlage ausgestattet. Damit soll die neue Schulfläche nicht nur zusätzlichen Raum bringen, sondern auch energetisch sinnvoll ergänzt werden.

Das bestehende Gebäude wird nach Angaben der Stadt umweltfreundlich über Fernwärme beheizt. Die Kombination aus Dachbegrünung, Solarstrom und Fernwärme zeigt, dass Schulbau in Münster zunehmend auch unter Klima- und Energieaspekten geplant wird. Gerade bei großen öffentlichen Bauprojekten rücken solche Fragen stärker in den Vordergrund.

Alte Sternwarte wird wieder nutzbar gemacht

Neben dem Neubau läuft am Ratsgymnasium ein weiteres Projekt mit besonderem Charakter. Die seit Jahren nicht mehr genutzte Sternwarte wird saniert. Vorangebracht wurde das Vorhaben vom Förderverein der Schule, finanziert wird es unter anderem durch Spenden.

Nach der Fertigstellung soll das Teleskop per Fernbedienung aus Klassenräumen gesteuert werden können. Diese digitale Nutzung eröffnet neue Möglichkeiten für den naturwissenschaftlichen Unterricht. Über eine MINT-Kooperation soll die Sternwarte künftig auch anderen Gymnasien in Münster zur Verfügung stehen.

Ratsgymnasium soll nach den Herbstferien starten

Wenn der Zeitplan hält, kann das Ratsgymnasium nach den Herbstferien in den neuen Räumen starten. Für die Schule ist der Erweiterungsbau damit mehr als eine bauliche Ergänzung. Er schafft Platz für G9, stärkt moderne Lernformen und verbessert die Bedingungen für Musik und Naturwissenschaften.

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