
In den Mensen in Münster und Steinfurt soll die Kartoffel in den kommenden Monaten deutlich sichtbarer werden. Das Studierendenwerk Münster beteiligt sich an der Initiative „Rettet die Knolle“, die Teil einer bundesweiten Aktion der Studierendenwerke ist. Ziel ist es, überschüssige, aber weiterhin essbare Kartoffeln stärker in die Hochschulgastronomie zu bringen, damit sie nicht aus dem Lebensmittelkreislauf fallen. Das Studierendenwerk kündigt dafür Kartoffel-Aktionsgerichte und Kartoffelwochen an.
Hintergrund ist die große Kartoffelernte des Jahres 2025. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden in Deutschland 13,9 Millionen Tonnen Kartoffeln geerntet. Das waren 9 Prozent mehr als 2024. Zugleich stieg die Anbaufläche um 7 Prozent auf 301.800 Hektar. Das Studierendenwerk Münster verweist darauf, dass Markt und Nachfrage diese Mengen nicht vollständig aufnehmen konnten, Lager schnell voll waren und dadurch auch wirtschaftlicher Druck entstand.
Die Aktion ist nicht auf Münster beschränkt. Das Deutsche Studierendenwerk und die nordrhein-westfälischen Studierendenwerke stellen die Initiative ausdrücklich als bundesweiten Beitrag gegen Lebensmittelverschwendung und für regionale Landwirtschaft dar. Der offizielle Start wurde bewusst ins erste Halbjahr 2026 gelegt, bevor Lagerbestände kritisch werden. Begleitet wird die Kampagne durch ein gemeinsames Design und eine einheitliche Kennzahl, mit der die Wirkung an den einzelnen Standorten messbar gemacht werden soll.
Nach Angaben des Studierendenwerks Münster sollen in den nächsten Monaten spezielle Kartoffelgerichte und thematische Kartoffelwochen in Mensen und Cafeterien angeboten werden. Dazu kommen Informationen über regionale Landwirtschaft, verschiedene Kartoffelsorten und Möglichkeiten der Resteverwertung. Die Initiative soll damit nicht nur zusätzliche Kartoffelmengen in die Verpflegung bringen, sondern das Thema nachhaltige Ernährung auch im Hochschulalltag sichtbarer machen.
Für Münster ist die Aktion schon wegen der Größe des Gastronomie-Netzes relevant. Das Studierendenwerk betreibt die Mensa am Ring, die Mensa am Aasee, die Mensa Da Vinci, die Mensa Bispinghof sowie die Mensa Steinfurt. In diesen fünf Mensen wurden im Jahr 2024 zusammen 1.670.234 Essen verkauft. Allein auf die Mensa am Ring entfielen 656.627, auf die Mensa am Aasee 439.185 Essen. Damit kann die Kampagne an vielen Hochschulstandorten im Alltag tatsächlich sichtbar werden.
Wie stark der Markt unter Druck geraten war, zeigt auch der Blick auf die Erzeugerpreise. Destatis meldete für Speisekartoffeln im März 2025 einen Preisrückgang von 38,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Das passt zu der Begründung der Kampagne, wonach ein Teil der überschüssigen Kartoffelmengen wirtschaftlich nur schwer als Lebensmittel absetzbar war. Die Mensen sollen nun helfen, einen Teil dieses Potenzials sinnvoll zu nutzen.
Das Studierendenwerk Münster beschreibt die Initiative auch als Versuch, die Kartoffel im Hochschulalltag wieder präsenter zu machen. Es geht also nicht nur um die Verwertung großer Erntemengen, sondern auch um die Frage, wie regionale Produkte, nachhaltige Verpflegung und weniger Lebensmittelverschwendung praktisch zusammengebracht werden können. In den kommenden Monaten dürfte sich deshalb auf den Speiseplänen in Münster häufiger zeigen, wie ernst es den Mensen mit der Rettung der Knolle ist.
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