Schlaganfall in Münster: Todeszahlen sinken, doch das Risiko bleibt

In Münster sinkt die Zahl der Schlaganfall-Todesfälle. Die Stadt liegt 2024 klar unter dem NRW-Durchschnitt.
Foto: Caroline Muffert

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Münster/NRW. Weniger Menschen sterben in Münster an einem Schlaganfall als noch vor zehn Jahren. Die aktuelle Todesursachenstatistik von IT.NRW zeigt für 2024 insgesamt 138 Schlaganfall-Todesfälle in Münster. 2014 waren es noch 157. Auch gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl leicht gesunken. Damals wurden 140 Todesfälle gezählt. Der Rückgang wirkt auf den ersten Blick klein, ist aber Teil einer Entwicklung, die sich landesweit zeigt: Schlaganfälle bleiben eine der großen Gesundheitsgefahr im Alter, verlieren in der Todesursachenstatistik aber leicht an Gewicht.

Münster liegt deutlich unter dem NRW-Durchschnitt

Besonders aussagekräftig wird der Befund, wenn man die Zahl der Todesfälle auf die Bevölkerung bezieht. In Münster kamen 2024 rund 44,9 Schlaganfall-Todesfälle auf 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Der Landeswert für Nordrhein-Westfalen lag bei 54,3. Auch der Regierungsbezirk Münster lag mit rund 52,2 höher als die Stadt.

Damit steht Münster im landesweiten Vergleich vergleichsweise günstig da. Aus der Statistik allein lässt sich allerdings nicht ableiten, woran das liegt. Möglich sind viele Faktoren: Altersstruktur, medizinische Versorgung, Notfallketten, Prävention, Lebensstil und Zufallsschwankungen können eine Rolle spielen. Die Todesursachenstatistik zeigt zunächst nur das Ergebnis: In Münster sterben gemessen an der Bevölkerung weniger Menschen an einem Schlaganfall als im NRW-Durchschnitt.

Landesweit wurden 2024 insgesamt 9.789 Todesfälle durch Schlaganfall oder dessen Folgen registriert. Das waren knapp zwei Prozent weniger als im Jahr zuvor. Im Zehnjahresvergleich fällt der Rückgang deutlicher aus. 2014 hatte IT.NRW noch 11.006 Schlaganfall-Todesfälle gezählt. Der Anteil an allen Todesfällen sank in Nordrhein-Westfalen von 5,7 Prozent im Jahr 2014 auf 4,4 Prozent im Jahr 2024.

Der Rückgang ist kein Entwarnungssignal

Trotz sinkender Zahlen bleibt der Schlaganfall eine Erkrankung mit hoher Tragweite. Die Statistik zeigt vor allem, wie stark tödliche Verläufe mit dem Alter verbunden sind. Zwei Drittel der Menschen, die 2024 in Nordrhein-Westfalen an einem Schlaganfall oder an dessen Folgen starben, waren mindestens 80 Jahre alt. Nur 4,9 Prozent waren jünger als 60 Jahre.

Das durchschnittliche Sterbealter lag in NRW bei 81,7 Jahren. Frauen waren im Schnitt 83,8 Jahre alt, Männer 79,0 Jahre. Auch bei den Fallzahlen zeigt sich ein Unterschied zwischen den Geschlechtern: Von den 9.789 registrierten Todesfällen entfielen 5.414 auf Frauen und 4.375 auf Männer. Der höhere Frauenanteil hängt auch damit zusammen, dass Frauen im Durchschnitt älter werden und Schlaganfälle besonders häufig in hohen Altersgruppen tödlich enden.

Für Münster bedeutet das: Die niedrigere Rate ist eine gute Nachricht, aber keine Entwarnung. Denn mit einer älter werdenden Bevölkerung bleibt der Schlaganfall ein zentrales Thema für Notfallmedizin, Pflege, Rehabilitation und Prävention. Entscheidend ist im Ernstfall vor allem Zeit. Je schneller Symptome erkannt und medizinisch abgeklärt werden, desto größer sind die Chancen, schwere Folgen zu begrenzen.

Die Statistik zeigt Fortschritt, aber auch Abhängigkeit vom Faktor Alter

Die Daten von IT.NRW beruhen auf Todesbescheinigungen, die von den Gesundheitsämtern an das Statistische Landesamt übermittelt werden. Erfasst werden Fälle, bei denen ein Schlaganfall als zum Tod führendes Grundleiden kodiert wurde. Damit bildet die Statistik nicht alle Schlaganfälle ab, sondern nur jene Fälle, in denen die Erkrankung am Ende als Todesursache festgestellt wurde.

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