Stadt Münster setzt sich neues Ziel für mehr Frauen in Führungspositionen

Eine Petition kritisiert massive Verzögerungen bei Einbürgerungen in Münster. Tausende Anträge liegen demnach unbearbeitet vor. Forderung nach Transparenz.
Foto: Caroline Muffert

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Obwohl Frauen in der Stadtverwaltung Münster insgesamt leicht in der Mehrheit sind, zeigt sich auf höheren Führungsebenen weiterhin ein anderes Bild. Nach Angaben der Stadt liegt der Frauenanteil unter den Führungskräften derzeit bei 43 Prozent, bis 2029 soll er auf 50 Prozent steigen. Dieses Ziel ist Teil des neuen Gleichstellungsplans, den der Rat am 20. Mai für die Jahre 2026 bis 2029 beschlossen hat. Das Programm umfasst 39 Maßnahmen und soll unter anderem Verwaltungskultur, Führung sowie die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Pflege weiterentwickeln.

Gleichstellung als Teil moderner Verwaltung

Personaldezernent Wolfgang Heuer ordnet den neuen Gleichstellungsplan nicht nur als gesetzliche Pflicht ein. Aus Sicht der Stadt ist er zugleich ein Instrument, um Münster als moderne und attraktive Arbeitgeberin weiterzuentwickeln. Gerade im öffentlichen Dienst spielt diese Frage eine wachsende Rolle, weil Verwaltungen um qualifizierte Fachkräfte konkurrieren.

Gleichstellungspläne sind in Nordrhein-Westfalen ein zentrales Steuerungsinstrument im öffentlichen Dienst. Sie sollen nicht nur Benachteiligungen abbauen, sondern auch die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Pflege fördern. Dazu gehören konkrete Ziele, Maßnahmen und eine regelmäßige Überprüfung der Entwicklung.

Frauenanteil in Führungspositionen soll auf 50 Prozent steigen

Ein wichtiges Ziel des neuen Gleichstellungsplans ist eine ausgewogenere Besetzung von Führungspositionen. Derzeit liegt der Frauenanteil unter den Führungskräften der Stadtverwaltung Münster bei 43 Prozent. Bis 2029 soll er auf 50 Prozent steigen.

Die Entwicklung zeigt bereits eine Veränderung. Im Jahr 2016 war nur etwa jede dritte Führungskraft bei der Stadt Münster eine Frau. Auf der untersten Führungsebene ist inzwischen fast eine ausgewogene Verteilung erreicht. Auf höheren Ebenen sieht das jedoch anders aus. Dort sind Männer weiterhin deutlich stärker vertreten. Ihr Anteil liegt nach Angaben der Stadt noch bei mehr als 60 Prozent.

Deshalb setzt der Gleichstellungsplan nicht überall dieselben Maßnahmen an. Je nach Führungsebene sollen gezielt passende Instrumente eingesetzt werden, um Entwicklungschancen für Frauen zu verbessern und Aufstiegsmöglichkeiten gerechter zu gestalten.

Führung in Teilzeit rückt stärker in den Fokus

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Führung in Teilzeit. Dieses Modell ist für die Gleichstellung besonders relevant, weil es Führungsverantwortung mit familiären Aufgaben oder Pflegeverantwortung vereinbarer machen kann. Nach Angaben der Stadt sind mehr als 70 Prozent der städtischen Führungskräfte in Teilzeitmodellen Frauen.

Damit zeigt sich zugleich, warum Teilzeitführung nicht nur eine organisatorische Frage ist. Sie beeinflusst auch, wer überhaupt realistische Chancen auf Führungsverantwortung hat. Wenn Leitungsaufgaben dauerhaft vor allem an Vollzeitmodelle gebunden bleiben, können Beschäftigte mit Sorgearbeit strukturell benachteiligt werden.

Große Unterschiede zwischen einzelnen Berufsfeldern

In der Gesamtbelegschaft der Stadtverwaltung sind Frauen bereits leicht in der Mehrheit. Ihr Anteil liegt bei 54 Prozent. Der entscheidende Punkt liegt jedoch nicht allein in dieser Gesamtzahl, sondern in der Verteilung nach Hierarchieebenen und Berufsfeldern.

Besonders hoch ist der Frauenanteil in den Bereichen Soziales, Lehre und Erziehung. Dort sind fast 80 Prozent der Beschäftigten weiblich. Ganz anders sieht es in Handwerks- und Fertigungsberufen aus. In diesen Bereichen liegt der Frauenanteil bei unter 10 Prozent.

Die Stadt will solche Unterschiede langfristig abbauen. Dazu soll unter anderem das Personalmarketing weiterentwickelt werden. Ziel ist es, stereotype Berufsbilder aufzubrechen und geschlechtsuntypische Berufswege sichtbarer zu machen. Damit sollen mehr Menschen für Tätigkeiten gewonnen werden, die bislang stark weiblich oder stark männlich geprägt sind.

Evaluation nach zwei Jahren vorgesehen

Der Gleichstellungsplan wird alle vier Jahre erstellt. Federführend ist das Personal- und Organisationsamt, eng eingebunden ist außerdem das Amt für Gleichstellung. Nach zwei Jahren soll überprüft werden, wie weit die Maßnahmen umgesetzt wurden und ob sie die gewünschte Wirkung entfalten.

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