Taxi-Gutscheine für Frauen: Münster nimmt sichere Heimwege in den Blick

Sichere Heimwege nachts: Münster soll Taxi-Gutscheine für Frauen prüfen
Foto: Caroline Muffert

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Sichere Heimwege in Münster rücken erneut auf die politische Tagesordnung. Die CDU-Ratsfraktion beantragt, die Einführung von Nachttaxi-Gutscheinen für Frauen und weitere schutzbedürftige Personengruppen prüfen zu lassen. Grundlage ist ein Ratsantrag vom 26. August 2025, der ausdrücklich auf Modelle aus Osnabrück, Dortmund und Köln verweist.

Über die bisherige politische Debatte und das bestehende Frauen-Nacht-Taxi in Münster hatte ms-aktuell.de bereits berichtet. Der Artikel ist hier abrufbar: Nachts sicher nach Hause: Münster erwägt Taxi-Gutscheine für Frauen.

CDU beantragt Prüfung von Nachttaxi-Gutscheinen in Münster

Die CDU-Ratsfraktion will klären lassen, ob Münster ein eigenes Gutscheinmodell für nächtliche Taxifahrten einführen kann. Ziel des Antrags ist eine sichere und zugleich kostengünstige Heimfahrt in den Abend und Nachtstunden. Dabei richtet sich der Vorschlag vor allem an Frauen, aber auch an weitere schutzbedürftige Personengruppen. Nach dem Antrag soll die Verwaltung prüfen, welches Modell für Münster geeignet wäre und welche Kosten dadurch entstehen könnten.

Politisch geht es damit nicht um eine sofortige Einführung, sondern zunächst um einen Prüfauftrag. Die Verwaltung soll Erfahrungen aus anderen Städten auswerten, diese mit der Situation in Münster vergleichen und anschließend den zuständigen politischen Gremien berichten. Gerade weil Münster eine weitläufige Stadt mit vielen Stadtteilen ist, spielt die Frage sicherer Wege in der Nacht eine besondere Rolle. Wer spät abends unterwegs ist, steht häufig vor der Entscheidung zwischen Fußweg, ÖPNV, Fahrrad oder Taxi. Ein Zuschussmodell könnte deshalb vor allem dort greifen, wo sich Menschen auf dem Heimweg unsicher fühlen oder Verbindungen nicht mehr attraktiv sind.

Osnabrück, Dortmund und Köln dienen als Beispiele

Der Antrag nennt drei Städte, deren Konzepte ausdrücklich geprüft werden sollen. Osnabrück arbeitet mit einem Festpreis von sieben Euro pro Person. Die Bestellung ist dort telefonisch oder per App möglich. Außerdem sind die Einsatzzeiten je nach Jahreszeit geregelt. Fahrten führen ausschließlich zu Wohnadressen im Stadtgebiet, zudem sollen geschulte Fahrer eingesetzt werden. Dieses Modell setzt also weniger auf Gutscheine, sondern stärker auf einen festen, kalkulierbaren Eigenanteil.

Dortmund und Köln verfolgen hingegen Gutscheinmodelle. In Dortmund werden Gutscheine im Wert von acht Euro über Kundencenter ausgegeben. Sie können täglich zwischen 22 und 6 Uhr genutzt werden, sofern die Fahrt im Stadtgebiet beginnt. Außerdem ist das Angebot auf geprüfte sogenannte Plus-Taxis beschränkt. Köln gab Gutscheine im Wert von zehn Euro aus, die ebenfalls in städtischen Kundenzentren erhältlich waren. Auch dort galt der Zeitraum von 22 bis 6 Uhr. Zusätzlich nennt der Antrag eine begrenzte Stückzahl und eine feste Gültigkeitsdauer. Für Münster müsste daher geklärt werden, ob eher ein Festpreis, ein klassischer Gutschein oder eine Kombination beider Ansätze sinnvoll wäre.

Frauen-Nacht-Taxi in Münster besteht bereits als Anschlussangebot

Münster hat beim Thema sichere Heimwege nicht bei null angefangen. Bereits jetzt gibt es das Frauen-Nacht-Taxi der Stadtwerke Münster. Dieses Angebot ist jedoch an den Busverkehr gekoppelt. Weibliche Fahrgäste ab 14 Jahren sowie Kinder in deren Begleitung können das Taxi während der Busfahrt beim Fahrpersonal bestellen. Das Taxi wartet anschließend an der gewünschten Ausstiegshaltestelle und bringt die Fahrgäste bis zur Haustür. Die Anfahrt wird über einen Gutschein übernommen, während die Fahrgäste den eigentlichen Fahrpreis ab der Haltestelle zahlen.

Genau an diesem Punkt setzt der neue politische Vorstoß an. Während das bestehende Frauen-Nacht-Taxi als Ergänzung zum Bus funktioniert, würde ein Gutscheinmodell möglicherweise unabhängiger vom ÖPNV nutzbar sein. Deshalb soll die Verwaltung auch die bisherigen Erfahrungen der Stadtwerke mit einbeziehen. Für die politische Bewertung ist dieser Unterschied wichtig, denn ein frei nutzbarer Taxi-Gutschein hätte vermutlich andere Kosten, andere Nutzergruppen und andere organisatorische Anforderungen als ein Anschlussangebot an den Nahverkehr.

Warum das Thema sichere Heimwege Münster weiter beschäftigt

Der Antrag begründet den Vorstoß mit dem Unsicherheitsgefühl vieler Frauen in der Dunkelheit. Taxi-Gutscheine sollen demnach helfen, nächtliche Heimwege sicherer und bezahlbarer zu machen. Für Münster wäre ein solches Modell allerdings nicht nur eine soziale Maßnahme, sondern auch eine organisatorische Aufgabe. Geklärt werden müsste unter anderem, wo Gutscheine erhältlich wären, wie Missbrauch verhindert werden kann, welche Taxiunternehmen teilnehmen und wie hoch der Zuschuss ausfallen sollte.

Auch die Finanzierung dürfte eine zentrale Rolle spielen. Je niedriger der Eigenanteil für Fahrgäste wäre, desto attraktiver wäre das Angebot. Gleichzeitig würden dadurch die Kosten für die Stadt steigen. Deshalb verlangt der Antrag ausdrücklich eine Kostenschätzung. Erst danach könnten die politischen Gremien entscheiden, ob Münster ein solches Modell tatsächlich einführt. Bis dahin bleibt offen, ob es künftig neben dem bestehenden Frauen-Nacht-Taxi auch allgemeiner nutzbare Taxi-Gutscheine für Frauen geben wird. Klar ist aber schon jetzt, dass die Debatte um sichere Heimwege in Münster weitergeführt wird.

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