
Georg Lunemann steht künftig an der Spitze des Kommunalen Arbeitgeberverbandes Nordrhein-Westfalen. Der Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, der 2025 als CDU-Kandidat für das Amt des Oberbürgermeisters in Münster antrat und in der Stichwahl Tilman Fuchs von den Grünen unterlag, übernimmt damit eine Schlüsselrolle in der kommunalen Arbeitgeberpolitik. Der Vorstand des KAV NW wählte Lunemann einstimmig aus seiner Mitte zum neuen Präsidenten. Auf ihn warten schwierige Aufgaben: angespannte kommunale Haushalte, Fachkräftemangel, Digitalisierung und das absehbar anspruchsvolle Tarifjahr 2027.
Lunemann ist seit dem 1. Juli 2022 Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe. Der gebürtige Jahrgang 1967 wuchs in Olfen im Kreis Coesfeld auf und war vor seiner Wahl zum LWL-Direktor in mehreren Führungspositionen des Verbandes tätig. Unter anderem leitete er die Finanzabteilung, war Erster Landesrat und Kämmerer. Von 2010 bis 2015 arbeitete Lunemann zudem als Kämmerer der Stadt Gelsenkirchen und verantwortete dort unter anderem Finanzen, Personal, Organisation, Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz. Diese Erfahrung dürfte für seine neue Aufgabe zentral sein, denn der KAV NW bewegt sich an der Schnittstelle von Personalpolitik, Tariffragen und kommunaler Finanzlage.
Eine der wichtigsten Aufgaben für Lunemann wird das Tarifjahr 2027. Dann stehen mehrere große Tarifrunden an. Verhandelt wird unter anderem für den öffentlichen Dienst von Kommunen und Bund, für den Sozial- und Erziehungsdienst, für Ärztinnen und Ärzte an kommunalen Krankenhäusern sowie für Beschäftigte des Bodenverkehrsdienstes. Der aktuelle Tarifabschluss für Bund und Kommunen läuft bis Ende März 2027. Danach dürfte erneut über Einkommen, Arbeitsbedingungen und Belastungen im öffentlichen Dienst gerungen werden.
Lunemann verweist in seiner ersten Einordnung auf die Schlüsselfunktion der Beschäftigten im öffentlichen Dienst. Ohne sie könne der Staat seine Aufgaben nicht erfüllen. Gleichzeitig stehen kommunale Arbeitgeber vor der Frage, wie bessere Arbeitsbedingungen und finanzierbare Tarifabschlüsse zusammengebracht werden können. Gerade defizitäre kommunale Haushalte machen diese Abwägung schwieriger.
Der Kommunale Arbeitgeberverband Nordrhein-Westfalen hat seinen Sitz in Wuppertal und ist nach eigenen Angaben der größte der 16 kommunalen Arbeitgeberverbände in Deutschland. Ihm gehören Kreise, Städte und Gemeinden in NRW sowie zahlreiche kommunale Einrichtungen und Unternehmen an. Dazu zählen unter anderem Landschaftsverbände, Flughäfen, Ver- und Entsorgungsbetriebe, Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Sparkassen, Nahverkehrsbetriebe und Hafenbetriebe.
Insgesamt geht es um rund 610.000 Beschäftigte. Damit ist der Verband ein wichtiger Akteur in der kommunalen Arbeitgeberlandschaft. Seine Positionen wirken sich nicht nur auf Verwaltungen aus, sondern auch auf viele Bereiche der öffentlichen Daseinsvorsorge, vom Nahverkehr über Kliniken bis zur Energie- und Abfallwirtschaft.
Die neue Aufgabe ist auch deshalb politisch bedeutsam, weil viele Kommunen ihre Leistungen ausbauen oder modernisieren müssen, während Personal und Geld knapper werden. Die geburtenstarken Jahrgänge verlassen zunehmend den öffentlichen Dienst. Gleichzeitig erwarten Bürgerinnen und Bürger digitale Verwaltungsangebote, verlässliche Betreuung, funktionierende Infrastruktur und gute kommunale Dienstleistungen.
Für Lunemann bedeutet das: Der KAV NW muss Arbeitgeberinteressen vertreten, ohne die Belastung der Beschäftigten aus dem Blick zu verlieren. 2027 dürfte sich zeigen, wie konfliktträchtig dieser Spagat wird.
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