Wenn Bürger mitforschen: Universität Münster prämiert zwei besondere Projekte

Die Universität Münster prämiert zwei Citizen-Science-Projekte zu Festmusik und Klimawandel mit jeweils 7.500 Euro.
© Universitätsstiftung - Julian Meyer

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Münster. Die Universitätsstiftung Münster hat zwei Citizen-Science-Projekte ausgezeichnet, die unterschiedlicher kaum sein könnten und doch ein gemeinsames Ziel verfolgen: Wissenschaft soll nicht nur in Hörsälen und Archiven stattfinden, sondern gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern entstehen. Die beiden prämierten Projekte erhalten jeweils 7.500 Euro Preisgeld. Im Mittelpunkt stehen historische Festmusik des westfälischen Adels aus dem 18. Jahrhundert und die Folgen des Klimawandels für eine indigene Gemeinschaft auf den Philippinen.

Wissenschaft wird zur Gemeinschaftsaufgabe

Unter dem Motto „Mitdenken – mitmachen – mitforschen“ wurden die Preise in der Studiobühne der Universität Münster vergeben. Die Stiftung will damit Projekte stärken, bei denen Bürgerinnen und Bürger nicht nur zuschauen, sondern aktiv an Forschung beteiligt sind.

Kuratoriumsvorsitzender Dr. Mathias Kleuker machte deutlich, dass bürgerwissenschaftliche Projekte neue Perspektiven eröffnen können. Auch Prorektor Prof. Dr. Michael Quante betonte die gesellschaftliche Bedeutung von Citizen Science. Wissenschaftliches Arbeiten mit Daten, Fakten und klaren Argumenten sei ein wichtiges Gegengewicht zu faktenarmen Debatten.

Alte Festmusik aus Westfalen wird wieder lebendig

Eines der prämierten Projekte trägt den Titel „Glamour, Glanz und Gloria? Festmusik des westfälischen Adels im 18. Jahrhundert“. Dabei geht es um historische Werke aus der „Fürst zu Bentheimschen Musikaliensammlung“, die heute in der Universitäts- und Landesbibliothek Münster liegt.

Die Sammlung umfasst rund 1.900 Bände. Forschende, Studierende sowie Bürgerinnen und Bürger werten alte Noten, Briefe und Dokumente aus. Vier groß besetzte Werke aus der Zeit zwischen 1776 und 1804 sollen erforscht und vom „Pro Musica Orchester“ aus Münster in Konzerten wieder aufgeführt werden.

Klimawandel wird aus Sicht der Betroffenen erforscht

Das zweite ausgezeichnete Projekt untersucht auf der philippinischen Insel Mindoro, wie Klimawandel, Ernährungsunsicherheit und die Zukunft junger Menschen zusammenhängen. Im Mittelpunkt steht die Hanunoo-Mangyan-Gemeinschaft.

In Workshops arbeiten Bewohnerinnen und Bewohner mit Karten und Luftbildern ihrer Region. Sie markieren Wege, Ressourcen, wichtige Orte und Veränderungen, die sie im Alltag erleben. So fließt lokales Wissen in die Forschung ein, das in reinen Messdaten oft nicht sichtbar wird.

Universität Münster stärkt Citizen Science

Der Citizen-Science-Wettbewerb wird von der Universitätsstiftung Münster mit insgesamt 20.000 Euro gefördert. Ziel ist es, Forschung und Gesellschaft enger zu verbinden. Die beiden ausgezeichneten Projekte zeigen, wie unterschiedlich Bürgerwissenschaft sein kann: von westfälischer Musikgeschichte bis zur Klimaforschung auf den Philippinen.

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