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Münsterland persönlich: Manuela Borgschulte von den Tierfreunden Münster

Manuela Borgschulte von Tierfreunde Münster
Manuela Borgschulte

Mit Leidenschaft und Einsatz engagieren sich die Tierfreunde Münster e.V. für den Schutz und das Wohl von Tieren in der Region. Der gemeinnützige Verein betreibt ein Tierheim, in dem durchschnittlich 65 Vierbeiner wie Hunde, Katzen, Kaninchen, Meerschweinchen sowie Vögel und Kleintiere wie Chinchillas artgerecht untergebracht sind. Täglich sind mindestens sechs ehrenamtliche Helfer im Einsatz, um die Tiere zu füttern, ihre Unterkünfte zu reinigen, Medikamente zu verabreichen und sie zu beschäftigen.

 

Hier geht es zum Podcast: SpotifyDeezer

Artgerechtigkeit als oberste Prämisse der Tierfreunde Münster

Für die Vorsitzende der Tierfreunde Münster Manuela Borgschulte ist die artgerechte Unterbringung der Schützlinge oberste Priorität. „Die klassische Zwingerhaltung stört das soziale Empfinden der Tiere und kann zu Verhaltensstörungen wie Ängsten und Aggression führen“, erklärt sie. Stattdessen setzen die Tierfreunde auf großzügige Gehege und Räumlichkeiten mit Klettermöglichkeiten, Verstecken und mehreren Ebenen. So können die Tiere ihr natürliches Verhalten ausleben und sich bei Bedarf zurückziehen. Die Katzenbereiche sind mit Außengehegen ausgestattet, während die Vögel in großen Volieren sowie Freiflugbereichen untergebracht sind.

Kampf gegen das Streunerkatzenproblem

Eine der größten Herausforderungen für den Tierschutzverein ist das wachsende Problem der Streunerkatzenpopulation – nicht nur in Münster, sondern bundesweit. „Die Politik hat es versäumt, eine einheitliche Regelung zu finden“, kritisiert Borgschulte. Gemeinsam mit befreundeten Tierschutzvereinen im Netzwerk Münsterland  haben die Tierfreunde Münster einen Antrag auf eine Katzenschutzverordnung für Münster gestellt. Nur durch die verpflichtende Kastration von Freigängerkatzen lässt sich die unkontrollierte Vermehrung effektiv eindämmen. In Städten wie Paderborn und Osnabrück, die solche Verordnungen bereits umgesetzt haben, hat sich die Situation nach einigen Jahren deutlich entspannt.

Veranstaltungen und Mitgliedschaften als Einnahmequellen

Neben der Tierpflege organisieren die Tierfreunde regelmäßig Veranstaltungen wie das Osterkaffeetrinken oder das Sommerfest auf dem Tierheimgelände in Münster-Handorf. Hier können sich Besucher nicht nur über die Vereinsarbeit informieren, sondern auch den Second-Hand-Basar für günstigen Tierbedarf nutzen. Ein besonderes Anliegen ist es dem Verein, bei solchen Anlässen zunehmend vegane und vegetarische Alternativen anzubieten. „Als Tierschutzverein wollen wir Vorbild sein und den Besuchern aufzeigen, dass fleischlose Ernährung schmackhaft und leicht umsetzbar ist“, so Manuela Borgschulte.

Die Haupteinnahmequelle sind jedoch die Mitgliedschaften. Bereits ab 1,50 Euro monatlich können Tierfreunde dem Verein beitreten und damit die langfristige Planung der Tierschutzarbeit unterstützen. „Wir brauchen viele engagierte Helfer für unsere Projekte“, betont die Vorsitzende. Das reicht von der Tierpflege über Infostände bis hin zu Dienstleistungen von Unternehmen. Potenzielle Interessenten werden bei den Tierfreunden intensiv eingearbeitet, einzige Voraussetzung sind der Wunsch zu helfen und bestenfalls keine Allergien.

Tiere aus dem In- und Ausland

Neue Mitbewohner für das Tierheim kommen meist als Abgabetiere von Privatpersonen, jedoch mit langen Wartezeiten von bis zu zwei Jahren. Die Gründe für die Aufgabe sind vielfältig: Arbeitsplatzwechsel, neue Partnerschaften, Allergien oder finanzielle Schwierigkeiten. Der Verein berät Interessenten für eine Adoption ausführlich, schließlich bedeutet ein Tier eine jahrelange Verpflichtung. Auch die Aufnahme eines älteren Hundes oder einer Katze ist bei Vorhandensein eines sozialen Netzwerkes möglich.

Ein weiteres Engagement der Tierfreunde ist die Aufnahme von Streunerhunden aus Rumänien. In dem osteuropäischen Land gibt es im Gegensatz zu Deutschland ein großes Problem mit Straßenhunden. In enger Kooperation mit Partnertierheimen werden von dort immer wieder Hundestaffeln nach Münster geholt, kastriert, untersucht und an neue Familien vermittelt.

Operationen und Therapien für die Schützlinge

Die steigenden Tierarztkosten stellen eine finanzielle Herausforderung für die Tierfreunde Münster dar. Bei Operationen und länger andauernder Medikation für Schützlinge übernehmen die Tierfreunde die Kosten, solange sich die Tiere im Heim befinden. Doch auch im Anschluss bei einer Adoption unterstützen sie die neuen Halter tatkräftig beispielsweise durch die Kostenübernahme für Physiotherapien.

Es bleibt eine immense, aber sinnstiftende Aufgabe, die von den Tierfreunden mit Herzblut und großem Einsatz getragen wird: Der Schutz von Tieren, die Bewusstseinsbildung in der Öffentlichkeit und die Förderung des Tierschutznachwuchses durch Kinder- und Jugendgruppen. Wer sich diesem wertvollen Ziel anschließen möchte, ist herzlich eingeladen sich unter www.tierfreunde-ms.de zu informieren oder den Verein bei einem der zahlreichen Events kennenzulernen.