
Münster. Soll die Innenstadt in Münster weitgehend autofrei werden? Diese Frage prägt den Kommunalwahlkampf 2025 stärker als jede einzelne Straßendebatte. Wir haben die acht Oberbürgermeisterkandidierende
Ich setze auf ein Miteinander aller Verkehrsteilnehmer – nicht auf Verbote. Eine komplett autofreie Innenstadt wäre zu exklusiv, es gibt zu viele Menschen in der Innenstadt, die auf ein Auto angewiesen sind, insbesondere auch Ältere. Stattdessen will ich, dass Mobilität in Münster sicher, zuverlässig, bezahlbar und für alle zugänglich bleibt. Dazu gehören attraktive ÖPNV Angebote, gute Radwege und ein funktionierender Verkehrsfluss – gerade auch für Handwerksbetriebe, Pendler und Familien. Es geht um intelligente Lösungen, nicht um Ideologie.
Wir GRÜNE setzen uns für eine konsequente Verkehrswende in Münster und eine Umverteilung des Straßenraums zugunsten von Fuß-, Rad- und Busverkehr ein, um unsere Klimaziele zu erreichen und die Lebensqualität aller Bürger*innen zu verbessern.
Dieses Ziel entspricht dem mehrheitlichen Wunsch der Menschen in Münster: In der
repräsentativen Bürger*innenbefragung 2023 sagten 60,7 Prozent der Befragten,
dass sie sich eine Neuaufteilung des Straßenraums zugunsten des Fuß- und
Radverkehrs wünschen.
Wir arbeiten weiter für eine autofreie Altstadt, das heißt eine Altstadt ohne Durchgangs- und Parksuchverkehr und ohne Parkplätze am Fahrbahnrand – allerdings selbstverständlich mit Zufahrt für Menschen mit Behinderung, Handwerker*innen- und Lieferverkehre, sowie Rettungs- und Pflegedienste. Hier haben wir in der Vergangenheit bereits die Autofreiheit des Domplatzes und eine temporäre Zugangsbeschränkung zur Königsstraße bei voll belegtem Parkhaus erreichen können.
Wir stehen grundsätzlich hinter dem Ausbau des Fahrradwegenetzes und der Schaffung autofreier Zonen in der Innenstadt. Um die Mobilität nachhaltiger zu gestalten, werden wir Metrobuslinien schaffen, um die Anbindung zwischen Außen- und Innenstadt deutlich zu verbessern. Die erste Linie wird zwischen Uniklinik, Hauptbahnhof und Gievenbeck entstehen, um den öffentlichen Nahverkehr attraktiver und effizienter zu machen. Außerdem wollen wir das Busangebot insgesamt ausbauen und verbessern. Dazu gehört die Weiterentwicklung des Nachtbusnetzes, die Nutzung flexibler On-Demand-Systeme sowie die Ausweitung des Fahrplantakts. Wir werden den eingeschlagenen Weg zur Reduzierung des Autoverkehrs in der Innenstadt weiter verfolgen, um die Lebensqualität zu erhöhen, die Umwelt zu schützen und die Stadt lebenswerter zu machen.
Verschiedene Städte in Europa, z.B. Barcelona, haben bereits gezeigt, wie stark die Lebensqualität durch autofreie Zonen steigt. Daher setzte ich mich für eine Ausweitung des Fahrradwegenetzes und autofreie Zonen in der Innenstadt ein. Wir brauchen eine konsequente Neuaufteilung der Verkehrsflächen zugunsten von Rad- und Fußverkehr und alle werden von einer „Stadt der kurzen Wege“ profitieren. Breitere Radwege, mehr Abbiegespuren, bessere Ampelschaltungen und zusätzliche Fahrradabstellmöglichkeiten sind zentrale Maßnahmen. Die autofreie Innenstadt, beginnend innerhalb des Promenadenrings und perspektivisch auch innerhalb des zweiten Tangentenrings, soll schnellstmöglich realisiert werden, um mehr Aufenthaltsqualität, bessere Luft und weniger Lärm zu schaffen. Und natürlich sind Sonderregelungen für ÖPNV, Lieferverkehr, Einsatzkräfte, Menschen mit Handicaps einzuplanen.
Ich stehe zur Innenfreien Autostadt!
Wir brauchen einen stärkeren Ausbau des Fahrradwegenetzes und der autofreien Zonen. Wir müssen die Raumordnung zugunsten des Rades und der Fußgänger in der Innenstadt umstrukturieren.
Ich wünsche mir eine autoarme Innenstadt, nicht nur innerhalb der Promenade, sondern möglichst bis zu den Ringen. Natürlich müssen Anlieger, Dienstleister sowie Menschen mit Beeinträchtigungen weiterhin die Innenstadt auch mit dem PKW erreichen können.
ünster steckt bei diesen Themen noch im Dauerstau – Lärm, schlechte Luft und zu
wenig Platz zum Leben sind Alltag. Als Volt möchten wir das Fahrrad zur schnellsten und bequemsten Wahl machen – mit vernetzten Velorouten, breiten Fahrradstraßen und grünen Ampelwellen für Radfahrende. Gleichzeitig möchten wir in der Altstadt mehr Platz für Menschen schaffen, statt für Fahrzeuge – mit weniger Durchgangsverkehr und autofreien Zonen. Unter anderem die Windthorststraße könnte dies gut vertragen. Das macht unsere Stadt leiser, gesünder und lebenswerter – für Familien, Kinder und alle, die sich entspannt und klimafreundlich fortbewegen wollen.
Bemerkenswert ist weniger der Dissens als die Schnittmenge. Sieben der acht Kandidierenden wollen eine autoarme bis autofreie Innenstadt, abgestuft und mit klaren Ausnahmen für Liefer- und Rettungsverkehr, Handwerk und Menschen mit Behinderung. Gestritten wird also nicht über das Ob, sondern über Tempo und Reichweite.
Die Pole markieren Lunemann und Martinewski. Der CDU-Kandidat warnt vor Ausschlüssen und will Mobilität „für alle zugänglich“ halten, gerade für Ältere und Pendler. Die Linke-Kandidatin will die autofreie Zone „schnellstmöglich“ umsetzen, erst innerhalb des Promenadenrings, dann bis zum zweiten Tangentenring. Dazwischen liegen die Akzente: SPD und Volt betonen den Ausbau von Bus und Velorouten, die Grünen verweisen auf bereits Erreichtes wie den autofreien Domplatz, die ÖDP will „autoarm“ bis zu den Ringen. Roland Scholle (Die PARTEI) bleibt mit seinem Bekenntnis zur „Innenfreien Autostadt“ erwartbar im Satiremodus.
Entscheidend wird damit nicht, ob die Innenstadt umgebaut wird, sondern wie viel davon die nächste Ratsmehrheit in der ersten Amtszeit tatsächlich durchsetzt. Genau daran wird sich die Wahl im Rückblick messen lassen.
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