„Migration tötet“: Holzkreuz in Ostbevern sorgt für Ermittlungen

Nach dem tödlichen Messerangriff in Coesfeld sitzt ein 43-Jähriger wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft.
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Warendorf. Ein Holzkreuz mit der Aufschrift „Migration tötet“ ist am Wochenende in Ostbevern zum Fall für die Polizei geworden. Nach dem vorliegenden Bericht wurde die Kreispolizeibehörde Warendorf am Samstagnachmittag, 15. August, auf das Kreuz aufmerksam und stellte es sicher. Mitglieder des Ortsverbands von Bündnis 90/Die Grünen erstatteten demnach Anzeige. Die Partei berichtet zugleich, dass in Ostbevern bereits zuvor ähnliche Kreuze aufgestellt worden seien. Wer hinter der Aktion steckt, ist bislang unbekannt.

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„Migration tötet“: Offenbar mehrere Kreuze in Ostbevern

Der konkrete Fund vom Samstag ist nach dem vorliegenden Bericht nicht der erste Vorfall dieser Art. Die Grünen Ostbevern bestätigen öffentlich, dass in der Gemeinde wiederholt Kreuze mit derselben Aufschrift aufgetaucht seien. Eine genaue Zahl der Funde nennen sie allerdings nicht.

In ihrer Stellungnahme schreiben die Grünen: „In unserer Gemeinde wurden wiederholt Kreuze mit der Aufschrift ‚Migration tötet‘ aufgestellt – teilweise an befahrenen Straßen und damit an Orten, an denen Kreuze auch dem Gedenken an Unfallopfer dienen.“ Gerade die Platzierung an Straßen stößt beim Ortsverband auf Kritik, weil dort Kreuze häufig mit dem Gedenken an tödlich Verunglückte verbunden werden.

Grüne sprechen von „politischer Instrumentalisierung“

Der Ortsverband hat seine Stellungnahme mit „Kreuze sind keine Wahlplakate“ überschrieben. Die Partei kritisiert nicht nur die migrationsfeindliche Aussage, sondern insbesondere die Verwendung des Kreuzes für eine politische Botschaft.

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„Wir halten die politische Instrumentalisierung eines christlichen Symbols für pietätlos und zutiefst problematisch“, heißt es in der Mitteilung. Eine solche Botschaft fördere aus Sicht der Grünen nicht das gesellschaftliche Miteinander, sondern Ausgrenzung und Spaltung. Gleichzeitig weist der Ortsverband selbst darauf hin, dass die juristische Bewertung des Slogans von der politischen Bewertung zu unterscheiden ist.

Landtagskandidatin Anja Beiers äußert sich

Auch Anja Beiers, Landtagskandidatin der Grünen für die kommende Wahl, nimmt in der Stellungnahme Bezug auf das Zusammenleben in Ostbevern. Sie erklärt: „In Ostbevern leben Menschen aus zahlreichen Ländern friedlich zusammen. Wir setzen uns dafür ein, dass das so bleibt und Menschen sich in Ostbevern weiterhin willkommen und sicher fühlen.“

Wer die Kreuze aufgestellt hat, ist bislang nicht bekannt. Ebenso gibt es nach dem derzeit veröffentlichten Informationsstand keinen belastbaren Hinweis auf eine bestimmte Partei oder Gruppierung. Auch ein Bekennerschreiben ist nicht bekannt.

Fast identische Kreuze im Juli in Rheinland-Pfalz

Auffällig ist, dass erst rund einen Monat zuvor nahezu identische Fälle aus Rheinland-Pfalz bekannt geworden waren. Am 17. Juli 2026 entdeckte die Polizei im Raum Konz drei Kreuze mit der Aufschrift „Migration tötet!“. Sie standen an der K112 bei Konz-Könen, vor Tawern sowie an der L136 vor Fellerich.

Anders als im Ostbeverner Fall äußerte sich die dortige Polizei auch zur strafrechtlichen Einordnung: Sie leitete ein Verfahren wegen des Verdachts der Volksverhetzung ein und suchte nach unbekannten Tätern. Ob zwischen den Fällen in Rheinland-Pfalz und den Kreuzen in Ostbevern ein Zusammenhang besteht, ist nicht belegt.

Ähnliche Kreuzaktionen aus rechtsextremer Szene bekannt

Auch sogenannte „Schwarze Kreuze“-Aktionen sind aus der rechtsextremen Szene seit Jahren bekannt. Verfassungsschutzbehörden haben entsprechende Kampagnen dokumentiert. Dabei werden Kreuze mit politischen Botschaften verbunden und in einen Zusammenhang mit Migration und vermeintlichen Opfern gestellt.

Daraus lässt sich jedoch keine Urheberschaft für Ostbevern ableiten. Es gibt bislang keinen Nachweis, dass die dort aufgestellten Kreuze Bestandteil einer bekannten rechtsextremen Kampagne sind. Eine solche Zuordnung wäre erst möglich, wenn Ermittlungsbehörden entsprechende Erkenntnisse vorlegen oder sich Verantwortliche zu der Aktion bekennen.

Slogan wurde bereits von der NPD verwendet

Die Formulierung „Migration tötet“ hat selbst eine längere politische Vorgeschichte. Die damalige NPD nutzte zur Europawahl 2019 Plakate mit der Aussage „Stoppt die Invasion: Migration tötet!“. Die Plakate beschäftigten anschließend die Verwaltungsgerichte.

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