
Eine Ende April in Westerkappeln getötete Milchkuh ist nachweislich von einem Wolf gerissen worden. Eine genetische Untersuchung ordnete die Spuren dem männlichen Wolf GW4687m zu, der zuvor bereits in der niederländischen Drents-Friese Region nachgewiesen worden war. Hinweise auf einen dauerhaften Aufenthalt des Tieres im Kreis Steinfurt gibt es bislang nicht.
Der Vorfall ereignete sich nach Angaben des NRW-Wolfsportals am 29. April 2026 auf einem Hof im Westerkappelner Ortsteil Westerbeck. Die Milchkuh befand sich in der Nacht allein in einem Auslauf in der Nähe des Stallgebäudes. Am folgenden Morgen wurde das tote Tier entdeckt.
Ein Wolfsberater untersuchte und dokumentierte den Fund. Zudem wurden Proben entnommen und anschließend genetisch ausgewertet. Die Untersuchung bestätigte eindeutig, dass die Kuh von einem Wolf getötet worden war. Damit wird der Fall offiziell als Wolfsriss geführt.
Die genetischen Spuren stammen von einem männlichen Wolf mit der Kennung GW4687m und dem Haplotyp HW02. Das NRW-Wolfsmonitoring führt das Tier mit Bezug zum Rudel der Drents-Friese Regio in den Niederlanden. Auch im niederländischen Monitoring war GW4687m bereits im Jahr 2025 genetisch nachgewiesen worden.
Seine genaue Abstammung ist aufgrund einer genetischen Besonderheit jedoch nicht vollständig geklärt. Möglicherweise stammt der Wolf vom dortigen Elternpaar GW2090f und GW2397m ab. Sicher belegt ist lediglich, dass das Tier in der Drents-Friese Region vorkam und vom NRW-Wolfsportal dem dortigen Rudel zugeordnet wird.
Nach dem Riss in Westerbeck wurden bislang keine weiteren Spuren von GW4687m in der Region bekannt. Deshalb könnte es sich um einen durchziehenden Wolf gehandelt haben. Ein dauerhafter Aufenthalt oder die Bildung eines neuen Rudels im Kreis Steinfurt ist nicht nachgewiesen.
Junge Wölfe verlassen häufig ihr bisheriges Gebiet und legen auf der Suche nach einem eigenen Revier weite Strecken zurück. Einzelne genetische Nachweise oder Nutztierrisse bedeuten daher nicht automatisch, dass sich das betreffende Tier dauerhaft in der Umgebung angesiedelt hat.
Der aktuelle Fall ist der dritte eindeutig bestätigte Wolfsriss in Westerkappeln. Bereits am 14. und 27. März 2019 waren Tiere in Damwildgehegen von Wölfen getötet worden. Beim zweiten Vorfall konnte die Wölfin GW965f aus dem niedersächsischen Rudel „Die Lucie“ identifiziert werden.
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