
Ahaus. Der Streit um den Castor-Transport nach Ahaus geht in die nächste Runde. Anti-Atomkraft-Initiativen erwarten für Dienstag, 19. Mai 2026, den vierten Transport eines Castor-Behälters vom Forschungszentrum Jülich ins Zwischenlager Ahaus. Offiziell werden Termine und Routen aus Sicherheitsgründen vorab nicht bestätigt. Geplant sind Proteste in Jülich und Ahaus, darunter Mahnwachen, Kundgebungen und Fahrrad-Demonstrationen.
Nach bisherigem Stand sind drei Castor-Behälter aus Jülich in Ahaus angekommen. Die Anlieferungen erfolgten am 25. März, 22. April und 6. Mai 2026. Insgesamt sollen 152 Behälter vom Typ CASTOR THTR/AVR aus Jülich nach Ahaus gebracht werden. Die Genehmigung zur Lagerung in Jülich ist bereits 2013 ausgelaufen, 2014 ordnete die NRW-Atomaufsicht die Räumung des Jülicher Zwischenlagers an. Das BASE genehmigte den Transport im August 2025.
Die Transporte erfolgen per Lkw über eine rund 170 Kilometer lange Strecke durch Nordrhein-Westfalen. Zuständig für die Durchführung ist nach Angaben des NRW-Wirtschaftsministeriums die Orano NCS GmbH im Auftrag der Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen. Die Polizei entscheidet über Zeitpunkt, Route und Sicherung der Transporte. Die Transportgenehmigung ist bis Ende August 2027 befristet.
In Jülich soll am Dienstag ab 18 Uhr eine Dauermahnwache vor dem Forschungszentrum beginnen. In Ahaus ist um 18.30 Uhr eine Fahrrad-Demo ab Bahnhof geplant. Anschließend soll es ab 19 Uhr eine Kundgebung an der Kreuzung Schorlemerstraße und Schöppingerstraße geben. Eine weitere Fahrrad-Demo soll um 19.30 Uhr zur Autobahnbrücke über die A31 an der Schöppinger Straße führen. Dort ist ein Aktions-Picknick angekündigt.
Die Initiativen kritisieren die Verlagerung des Atommülls grundsätzlich. Sie verweisen auf die begrenzte Genehmigung des Zwischenlagers Ahaus und werfen den Verantwortlichen vor, das Problem der Endlagerung lediglich zu verschieben. Die Betreiberseite betont dagegen, dass die Einlagerung in Ahaus atomrechtlich genehmigt ist und die Behälter für Transport und Lagerung zugelassen sind. Die bisherigen drei Transporte erreichten Ahaus nach Polizeiangaben ohne größere Zwischenfälle.
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