RENK baut Werk in Rheine aus: Rüstungsgeschäft wird wichtiger

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Foto: Anamul Rezwan

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RENK baut seinen Standort in Rheine deutlich aus und richtet die Produktion stärker auf das Rüstungsgeschäft aus. Am 31. August nahm das Unternehmen drei neue Bearbeitungszentren offiziell in Betrieb. Nach eigenen Angaben wachsen die Produktionskapazitäten am Standort seit 2025 jährlich um mehr als 30 Prozent. Bis 2030 will RENK offiziell mehr als 20 Millionen Euro in Rheine investieren. Beim Werkstermin wurden zusätzlich bereits getätigte Investitionen von rund 20 Millionen Euro genannt.

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Rheine produziert Teile für Puma-Getriebe

In Rheine werden inzwischen Bauteile für das militärische Getriebe HSWL 256 gefertigt, das unter anderem im Schützenpanzer Puma der Bundeswehr eingesetzt wird. Die Endmontage bleibt im RENK-Stammwerk Augsburg. Zu den in Rheine gefertigten Komponenten gehören sogenannte Planetenträger. Durch die neuen Maschinen soll sich deren Bearbeitungszeit nach Angaben vom Werkstermin um rund 60 Prozent verkürzen.

Hinter dem Ausbau steht auch ein größerer Auftrag. RENK meldete im März 2026 die Bestellung von 188 zusätzlichen HSWL-256-Getrieben für den Puma. Zusammen mit 25 bereits im Dezember 2025 bestellten Einheiten umfasst die Erweiterung 213 Getriebe. Die zusätzlichen 188 Getriebe sollen zwischen Juni 2027 und voraussichtlich November 2030 ausgeliefert werden.

Anteil des Rüstungsgeschäfts soll deutlich steigen

Der Produktionsmix in Rheine verändert sich damit erheblich. Bislang fertigt das Werk vor allem zivile Komponenten, etwa für große Schiffsgetriebe. Nach Angaben vom Werkstermin stammen derzeit rund fünf Prozent der Produktion aus Geschäften mit militärischen Kunden. Bis 2030 soll dieser Anteil auf bis zu 30 Prozent steigen.

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Auch die Zahl der Beschäftigten soll wachsen. Derzeit arbeiten gut 450 Menschen am Standort, bis 2030 sollen es mehr als 500 sein. RENK rechnet dabei vor allem mit zusätzlichem Bedarf an Fachkräften.

RENK will Produktion massiv ausweiten

Konzernweit plant RENK eine starke Ausweitung der Produktion. In Augsburg soll die Fertigung von Getrieben bis 2030 auf deutlich mehr als 2.000 Einheiten pro Jahr steigen. 2023 waren es nach Angaben von COO Emmerich Schiller noch weniger als 600, 2026 sollen es bereits mehr als 800 sein. RENK setzt dabei zunehmend auf standardisierte Produktionsmethoden aus der Automobilindustrie.

Der Ausbau in Rheine ist Teil eines größeren Investitionsprogramms. Bis 2028 will RENK bis zu 325 Millionen Euro in Deutschland in Digitalisierung, Innovation und zusätzliche Produktionskapazitäten investieren. Hintergrund ist die starke Nachfrage im Verteidigungsgeschäft. Im ersten Halbjahr 2026 stieg der Auftragseingang um 29,7 Prozent auf knapp 1,2 Milliarden Euro, der Auftragsbestand erreichte 7,4 Milliarden Euro.

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