
An der Hammer Straße entsteht der erste Hybridplatz von Preußen Münster. Seit Montag wird der Trainingsplatz der Profis umgebaut. In der Länderspielpause im September soll dann auch der Rasen im LVM-Preußenstadion folgen.
Der Verein reagiert damit auf die besonderen Bedingungen am Stadion. Zwar präsentieren sich der Rasen im Stadion und der Trainingsplatz nach der Sommerpause derzeit in gutem Zustand. Doch mit der Belastung in Vorbereitung, Spielbetrieb, Herbst und Winter geraten die Flächen regelmäßig unter Druck. Hinzu kommen die Verschattung durch das Stadiondach und die Ost-West-Ausrichtung des Geländes, die das Wachstum zusätzlich erschweren.
Beim Trainingsplatz wird nun ein Hybridrasen eingebaut. Im Stadion ist der Eingriff umfangreicher geplant. Dort soll zunächst ein komplett neuer Platzaufbau inklusive Rasentragschicht entstehen. In diesem Zuge werden auch die beschädigte Muldensteinrinne für die Entwässerung und die veraltete Beregnungsanlage erneuert.
Markus Sass, Geschäftsführer Stadion, Finanzen und Organisation, sieht in der Umstellung trotz hoher Investitionen langfristige Vorteile. Die Rasenflächen müssten künftig nicht mehr regelmäßig getauscht werden. Stattdessen soll der Rasen im Frühsommer abgefräst und neu eingesät werden. Sass betont, das qualitative Niveau eines Hybridplatzes sei unter den aktuellen Bedingungen mit reinem Naturrasen nicht annähernd sicherzustellen.
Auch sportlich soll der neue Hybridplatz Preußen Münster voranbringen. Ole Kittner, Geschäftsführer Sport, Strategie und Kommunikation, spricht von einer gezielten Investition in die Infrastruktur. Gleichbleibend gute und ebene Plätze sollen die Trainingsqualität nachhaltig steigern.
Für die tägliche Arbeit im Profifußball sei ein guter Trainingsplatz neben Ball und Toren von zentraler Bedeutung. Aus einem früheren Problembereich soll nun ein kleiner Wettbewerbs- und Standortvorteil entstehen.
Beim sogenannten Stitching-Verfahren werden feine Kunstrasenfasern vertikal in den Naturrasen eingenäht. Spezialmaschinen setzen die Fasern computer- und lasergesteuert etwa 18 Zentimeter tief in den Boden. An der Oberfläche stehen sie rund zwei Zentimeter über.
Pro Quadratmeter werden etwa 2.500 Stiche gesetzt. Auf einem Standard-Fußballfeld kommen so rund 20 Millionen Fasern und 47.000 Kilometer Garn zusammen. Die Wurzeln des Naturrasens umschlingen die Kunstfasern. Dadurch wird die Rasentragschicht stabiler, der Platz ebener und belastbarer. Nach Spielen soll sich die Fläche zudem schneller regenerieren.
Die Arbeiten übernimmt das ostwestfälische Familienunternehmen Heiler, das seit 1966 im Sportplatzbau aktiv ist. Die Gesamtkoordination liegt bei Landschaftsarchitekt Stephan Bracht von der SAL Landschaftsarchitektur GmbH aus Münster.
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