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Warum die Syphilis ein unterschätztes Gesundheitsrisiko ist

Warum die Syphilis ein unterschätztes Gesundheitsrisiko ist
National Cancer Institute auf Unsplash

Die Syphilis ist eine Geschlechtskrankheit, die seit Jahrhunderten die Menschheit plagt. Lange Zeit galt sie als eine der gefürchtetsten Krankheiten überhaupt. Doch mit der Entwicklung von Penicillin als wirksames Heilmittel verlor die Syphilis viel von ihrem Schrecken. In den letzten Jahren werden jedoch wieder deutlich mehr Fälle gemeldet. Die Syphilis ist also nach wie vor ein relevanter Risikofaktor für die sexuelle Gesundheit.

Warum die Syphilis unterschätzt wird

Ein Experte erklärt, dass die Syphilis in den 1980er Jahren während seiner Facharztausbildung noch eine kleine Sensation war. Heutzutage sei eine Syphilis-Diagnose für ihn nichts Ungewöhnliches mehr. Offenbar wird die Krankheit von vielen unterschätzt.

Ein Grund dafür ist, dass die Syphilis nicht immer einfach zu diagnostizieren ist. Sie gilt als Chamäleon unter den Hautkrankheiten. Oft zeigt sie unspezifische Symptome, die leicht mit anderen Krankheiten verwechselt werden können. Viele Betroffene suchen deshalb gar nicht erst einen Arzt auf.

Die Syphilis – schwer zu diagnostizieren und einfach zu behandeln

Die Syphilis wird vor allem durch Geschlechtsverkehr übertragen. Die Erreger können durch kleine Risse in der Haut oder Schleimhaut in den Körper eindringen. Zunächst bildet sich dort ein schmerzloses Geschwür, das häufig übersehen wird. Wenn es im Mund- oder Genitalbereich sitzt, ist eine Ansteckung durch Küssen oder Oralverkehr möglich.

Wie verläuft die Krankheit?

Nach einigen Wochen verschwindet das Geschwür von selbst wieder. Es folgt jedoch ein juckender Hautausschlag am ganzen Körper. Auch dieser geht irgendwann zurück. Jahre später kann die Krankheit erneut ausbrechen und schwere Organschäden verursachen. Im Endstadium sind auch Gehirn und Nerven betroffen, was zu Demenz oder Wahnsinn führen kann.

Wie wird die Krankheit diagnostiziert und behandelt?

Mit zwei einfachen Bluttests kann eine Syphilis nachgewiesen werden. Ist die Diagnose gestellt, lässt sich die Krankheit gut mit Penicillin behandeln. Schon zwei Spritzen reichen im Frühstadium aus. Später sind mehrere Gaben über einen längeren Zeitraum nötig. Wird die Behandlung konsequent durchgeführt, sind bleibende Schäden selten.

Warum die Fallzahlen wieder steigen

Sinkende Vorsicht vor Geschlechtskrankheiten

Ein Experte erklärt, dass die Syphilis genau wie andere Geschlechtskrankheiten in den 80er und 90er Jahren aufgrund der AIDS-Angst stark zurückging. Kondome wurden damals zum Verkaufsschlager. Heute hat HIV für viele Menschen den Schrecken verloren. Es gibt gute Behandlungsmöglichkeiten, so dass Betroffene lange gut damit leben können. Auch Präparate zur Vorbeugung einer Ansteckung gibt es jetzt. Viele verzichten daher wieder auf Kondome und Safer Sex.

Betroffene suchen zu spät einen Arzt auf

Vor allem bei Männern, die Sex mit Männern haben, treten vermehrt Syphilis-Fälle auf. Diese Patientengruppe ist zwar gut über die Krankheit informiert. Trotzdem kommt es wohl oft zu später Diagnose und Behandlung. Bei Frauen dauert es im Schnitt sogar noch länger, bis die Syphilis erkannt wird. Menschen mit einem höheren Ansteckungsrisiko sollten also besonders aufmerksam sein und schon bei kleinsten Auffälligkeiten einen Arzt konsultieren.

Fazit: Die Syphilis ist eine unterschätzte Gefahr für die sexuelle Gesundheit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Syphilis trotz der vermeintlich einfachen Behandlung mit Antibiotika nicht auf die leichte Schulter genommen werden sollte. Aufgrund unspezifischer Symptome und langer Phasen ohne Beschwerden wird die Krankheit häufig zu spät oder gar nicht diagnostiziert. Durch sinkende Vorsicht vor Geschlechtskrankheiten steigen die Fallzahlen wieder deutlich an. Es ist daher wichtig, das Bewusstsein für die Syphilis als relevantes Gesundheitsrisiko zu stärken. Regelmäßige Tests und sofortige Behandlung bei Verdacht können schwere Spätfolgen verhindern.